Gespräch im Park

"Die Politik muss sich verändern"

Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu Gast bei der Robert Bosch Stiftung

Stuttgart, 7. März 2012 - Wie muss sich die Politik ändern? So lautete das Thema von Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei seinem Besuch am 7. März 2012 im Robert Bosch Haus. Es ist eines der Kernanliegen des ersten grünen Ministerpräsidenten. Welche Lehren muss man aus Stuttgart 21 ziehen? Wie sollte man die Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungen künftig organisieren? Und wie lässt sich die Politik des Gehörtwerdens, die Kretschmann verspricht, im Alltag umsetzen? 60 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft waren zu dem Gespräch im Park gekommen, um Kretschmanns Antworten auf diese Fragen zu hören und zu erfahren, wie er sich in Zukunft die Zusammenarbeit von Staat, Wirtschaft und Bürgergesellschaft vorstellt.

Der Ministerpräsident konstatierte in seinen Vortrag einen unübersehbaren Vertrauensverlust der Bürger. Sie erlebten Bürgerbeteiligung bisher häufig als eine Farce, weil sie den Eindruck bekommen, dass die wesentlichen Entscheidungen längst in Hinterzimmern ausgekungelt wurden. Kretschmann plädierte deshalb leidenschaftlich für eine offene, faire und frühzeitige Beteiligung der Bürger an wichtigen Entscheidungen. Das setze ein Umdenken in Politik und Verwaltung voraus. Gleichzeitig betonte Kretschmann, dass Mitsprache immer auch Mitverantwortung bedeutet. Bürgerschaftliches Engagement dürfe nicht in Fanatismus umschlagen, der keine Kompromisse mehr erlaubt. Der Ministerpräsident bekannte sich auch zur Bedeutung einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft. Staat und Politik setzten dafür den Rahmen, in den auch soziale und ökologische Ziele entscheidend mit einfließen sollten.

Die Energiewende in Deutschland bezeichnete der Ministerpräsident als eine "historische Weichenstellung". Er zeigte sich überzeugt, dass trotz mancher Schwierigkeiten Deutschland diese Herausforderung wirtschaftlich und technisch bewältigen werde und dass diese Energiewende beträchtliche Exportchancen für die deutsche Wirtschaft mit sich bringe.

Bildergalerie

Fotos: R. Thiele
Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, in der Robert Bosch Stiftung
v.l.: Dieter Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung, Hermann Scholl, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Robert Bosch GmbH, Winfried Kretschmann, Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung, und Christof Bosch, Kuratoriumsmitglied der Robert Bosch Stiftung
Kretschmann zusammen mit Stefan Asenkerschbaumer (li.), Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, und Matthias Müller (re.), Vositzender des Vorstands der Porsche AG
Begrüßung der Gäste im Kaminzimmer des Robert Bosch Hauses
Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, Winfried Kretschmann und Kurt W. Liedtke, Vorsitzender des Kuratoriums der Robert Bosch Stiftung
Kretschmann trägt sich in das Gästebuch der Robert Bosch Stiftung ein