Pressemeldungen 2012
Pressemitteilung

Helmut Schmidt für bessere Verständigung mit China

  • Auftaktveranstaltung der Dialogreihe "Magnet China" anlässlich des chinesischen Kulturjahres
  • Thema: Wandel durch Annäherung. Der Aufstieg Chinas verändert die Welt - wie gehen wir in Europa damit um?
  • Helmut Schmidt: "Der Westen muss lernen, das heutige China zu verstehen"

Berlin, 1. Februar 2012 - Altbundeskanzler Helmut Schmidt und Professor Gu Xuewu, Direktor des Center for Global Studies an der Universität Bonn, diskutierten vor mehr als 500 Zuschauern im Berliner Allianz Stiftungsforum das Thema "Wandel durch Annäherung: Der Aufstieg Chinas verändert die Welt - wie gehen wir in Europa damit um?".

Die Diskussionspartner waren sich einig: Ablehnung, Arroganz und Dauerkritik sind in der Chinapolitik keine guten Ratgeber. Helmut Schmidt: "Die Deutschen sollen sich nicht einbilden, dass es auf ihren Einfluss ankommt. Die Deutschen haben keine große Tradition in Sachen parlamentarische Demokratie. Wieso sollte also ausgerechnet Deutschland den Chinesen beibringen, wie man Demokratie macht?"

Die Europäer sollten vielmehr den Blick auf die Chancen richten, die im Aufstieg Chinas liegen, so der Altbundeskanzler weiter. "Betriebsräte großer deutscher Industriefirmen haben längst begriffen, dass ein Teil ihrer Arbeitnehmer Lohn und Brot hat, weil ein Teil ihrer Erzeugnisse nach China verkauft wird … Auf der anderen Seite gibt es auch die Besorgnis vor China, vor lohn- und kostengünstigeren Produkten, die aus China kommen und die ein mittelständisches Unternehmen in Deutschland möglicherweise vom Markt verdrängen."

Die Rolle Chinas wachse von Jahrzehnt zu Jahrzehnt, so Schmidt. Dennoch müsse China uns keine Angst machen. Der Altbundeskanzler verwies auf die Geschichte: Ganz anders als die europäischen Staaten und Amerika hätte China niemals den Versuch gemacht, in anderen Erdteilen Kolonien zu erobern.

Starkes Interesse der chinesischen Bevölkerung am Dialog mit Helmut Schmidt und Gu Xuewu: Chinesen stellten im Vorfeld der Veranstaltung ihre Fragen über den chinesischen Social Media Account der Robert Bosch Stiftung

Chinesische User konnten seit Tagen online über das Mikroblog-Portal der Robert Bosch Stiftung auf sina.com dem Altbundeskanzler Fragen stellen oder kommentieren. Shi Yeye, "Großvater Schmidt", genießt in China hohes Ansehen: "Obwohl Herr Schmidt schon 93 ist, ist er geistig noch sehr aktiv. Er ist offen und freundlich gegenüber China" schrieb ein chinesischer Blogger. Die User in China bewegt vor allem die Eurokrise und die Frage: Bleibt Deutschland Wirtschaftsmotor und Teamleader in Europa?

Die Dialogreihe "Magnet China" wird bis Ende November 2012 chinesische und deutsche Experten aus Medien, Wirtschaft, Recht und Kultur zusammenbringen. Die nächste Veranstaltung dieser Reihe findet im März in Hamburg statt und diskutiert das Thema "Wachstum ohne Grenzen? Chinas Aufstieg in der Weltwirtschaft".

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Michael Herm
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