Pressemeldungen 2012
Pressemitteilung

Bildungsreform - Was Berlin und New York voneinander lernen können

Studie "A Tale of Two Cities: Education Reform in New York City and Berlin" von FSG Social Impact Consultants im Auftrag der Robert Bosch Stiftung

Stuttgart, 23. Januar 2012 - Mehr Autonomie für Schulen, umfassende Leistungsverantwortung und der Ausbau von Führungskompetenzen sind die drei wichtigsten Bausteine erfolgreicher Bildungsreformen.

Dies ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie zum Vergleich der Bildungsreformen in New York City und Berlin, welche jetzt im Auftrag der Robert Bosch Stiftung veröffentlicht wird. Dabei wird deutlich, dass trotz bestehender Unterschiede der Schulsysteme sich beide Städte der Herausforderung stellen müssen, erfolgreiche und funktionierende Schulen auch in sozial schwierigen Umfeldern zu erhalten oder aufzubauen. Zwischen dem - sozioökonomisch bedingt - leistungsstärksten und leistungsschwächsten Stadtteil unterscheiden sich die Schülerleistungen in New York um bis zu 26 Prozent, in Berlin sind es sogar über 30 Prozent. Seit 2002 hat die Bildungsverwaltung in New York systematisch Reformen auf den Weg gebracht, die für mehr Bildungsgerechtigkeit sorgen sollen. Der Blick über den Atlantik lohnt sich also, wenn es um zukunftsweisende Entwicklungen im Bildungssystem geht.

Ausgangspunkt der Studie war eine transatlantische Konferenz, die im Herbst 2011 in New York stattfand. Eine Delegation der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft diskutierte mit Vertretern des New York City Department of Education und weiteren Bildungsexperten über Strategien und konkrete Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung des Schulsystems.

Initiiert wurden die Erstellung der Studie sowie die Auftaktkonferenz von der Robert Bosch Stiftung. Ziel ist es, durch eine Bildungsbrücke New York - Berlin innovative Konzepte zur Herstellung größerer Bildungsgerechtigkeit für das deutsche Schulsystem nutzbar zu machen. In Berlin sollen in enger Zusammenarbeit mit der dortigen Bildungsverwaltung wirksame Interventionen für nicht oder nur schlecht funktionierende Schulen entwickelt werden. "Die Bildungsverantwortlichen in New York bauen auf gemeinsame Wertvorstellungen, das System wurde neu gedacht und seitdem auf vielen Ebenen verändert. Für den Ausbau der Entwicklung von Führungskompetenzen im Berliner Schulsystem gibt es wichtige Anknüpfungspunkte", resümierte einer der Teilnehmer der Konferenz, Siegfried Arnz, verantwortlich für die Neue Schulstruktur in Berlin in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft.

"Wir wollen Bildungsgerechtigkeit für Kinder aus einem schwierigen Umfeld. Schulen in den sozialen Brennpunkten der Großstädte stehen dabei in einer besonderen Verantwortung" unterstreicht Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. "Sie sollen voneinander lernen. Deshalb hat die Robert Bosch Stiftung die Zusammenarbeit zwischen den Schulverantwortlichen in New York und dem Berliner Senat auf den Weg gebracht", so Hamm.

Kontakt

Michael Herm
Telefon 0711 46084-29