Das Magazin "Europa" (11/2011)

Aus dem Editorial
Europa ist kein einfaches Thema. Dabei müssen wir gar nicht an die Schuldenkrise denken. Es geht schon bei der Geographie los. Automatisch denken wir zunächst an die EU, bis zum Baltikum – maximal. Von dort bis zur tatsächlichen Ostgrenze im Ural sind es aber noch rund 3.000 Kilometer.

Wie kommt es, dass viele Menschen einen so großen Teil des Kontinents gedanklich ausblenden? Es wird nicht einfacher, wenn wir uns von der geographischen Sicht lösen. Eigentlich meinen wir mit dem Begriff "Europa" doch mehr: die Wertegemeinschaft, geprägt durch ihre reiche Geschichte, abendländische Kultur und nicht zuletzt das Christentum. Doch wer versucht, Europa nach dieser Definition einzugrenzen, bekommt noch mehr Schwierigkeiten. Welche Länder gehören dazu? Welche nicht? Und gibt es so etwas wie eine europäische Identität?

Glücklicherweise müssen wir als Stiftung diese Fragen nicht entscheiden. Wenn wir uns mit Europa beschäftigen, geht es nicht um Definitionen, sondern um Dialog und Verständigung. Wir sehen es als unsere Aufgabe, Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen zusammenzubringen, gemeinsame Erfahrungen zu ermöglichen und den Diskurs über zentrale Zukunftsfragen Europas anzustoßen.

In unserem Europa-Magazin berichten wir deshalb vor allem von konkreten Projekten und realen Menschen. Mit ihren Augen erleben wir Europa aus ganz unterschiedlichen Perspektiven: vom östlichsten Rand oder dem Balkan, aus der Sicht eines Spaniers in Polen oder eines kroatischen Schriftstellers, der in Berlin lebt und arbeitet. Von ihnen erfahren wir manches über die Probleme des Zusammenwachsens, aber vor allem, wie sehr sich das Projekt Europa lohnt.

Das aktuelle Magazin "Europa" der Robert Bosch Stiftung

Ausgewählte Artikel aus dem Magazin:
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Europa der (jungen) Bürger

"Jugend denkt Europa" gibt jungen Europäern eine Stimme. In diesem Jahr diskutierten bereits rund 250 Schüler aus EU-Staaten über die europäische Energie- und Klimapolitik der Zukunft. Wir haben einige getroffen.

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Europas Werte für die Zukunft

Die Krise hat Europa fest im Griff. So scheint es zumindest, wenn man den Schlagzeilen glauben darf. Wie so oft häufen sich die Kommentare derjenigen, die schon immer den Untergang vorausgesehen haben.

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Die Meister von Naumburg

Für eine Woche verwandelt sich die Saalestadt zum jugendlichen Europalabor. Teilnehmer des Programms SchulBrücke diskutieren über den Kontinent in Zeiten der Krise. Ohne Denkverbote – und ohne Scheu vor renommierten Gästen.

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Europa forscht, aber noch selten vereint

Es gibt Beispiele, wie man eine gemeinsame europäische Wissenschaft stärken kann. Doch oft kümmert sich jedes Land lieber um seine eigenen Fortschritte. Das EuroScience Open Forum (ESOF) zeigt neue Wege, um Forscher, Politik und Öffentlichkeit zusammenzubringen.

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Die europäische Identität: ein Bekenntnis

Früher dachte ich, eine Art Weltbürger zu sein, der sich an jedem Ort zuhause fühlen könnte, ob in Asien, Südamerika oder Afrika. So war ich aufgewachsen, als Sohn eines Flugzeugtechnikers im Auslandsdienst.

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