Pressemeldungen 2011
Pressemitteilung

Bessere Startbedingungen für begabte Schüler - Neues Stipendium "grips gewinnt" fördert 50 engagierte Jugendliche

  • Joachim Herz Stiftung und Robert Bosch Stiftung beginnen Bildungsprogramm in Bremen, Hamburg und Mecklenburg- Vorpommern
  • Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz: "Dies ist eine besondere Premiere eines vorbildhaften Bildungsprojekts."

Hamburg, 13. September 2011 - Sie beeindrucken durch ehrenamtliche Aktivitäten und überdurchschnittlich gute Noten. 27 Mädchen und 23 Jungen aus Bremen (13), Hamburg (24) und Mecklenburg-Vorpommern (13) wurden am Dienstag im Internationalen Maritimen Museum Hamburg in das Stipendienprogramm "grips gewinnt" aufgenommen. Mit dem neuen Schülerstipendium unterstützen die Joachim Herz Stiftung und die Robert Bosch Stiftung leistungsstarke und engagierte Jugendliche ab der 8. Klasse bis zum Abitur. "grips gewinnt" soll ihnen helfen, finanzielle, soziale oder kulturelle Hindernisse zu überwinden.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz unterstreicht zum Auftakt die Bedeutung des neuen Stipendiums: "Dies ist eine besondere Premiere eines vorbildhaften Bildungsprojekts. Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben. Das Projekt 'grips gewinnt' gibt den Stipendiaten die Werkzeuge in die Hand, um Hürden zu überwinden, auf dem Weg zum Fachhochschulabschluss, auf dem Weg zum Abitur."

"Noch viel zu häufig hängt der Bildungserfolg junger Menschen in Deutschland von der sozialen und wirtschaftlichen Lage der Eltern ab", erklärt Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung, bei der Festveranstaltung. "Begabte junge Menschen bekommen bei uns nicht immer die Chancen, die sie verdient haben, dabei brauchen wir dringend qualifizierte Nachwuchskräfte. Mit der gezielten Förderung durch 'grips gewinnt' wollen wir faire Startbedingungen schaffen und talentierte Schüler fördern", so Hamm.

Eine McKinsey-Studie prognostiziert in den kommenden neun Jahren zwei Millionen fehlender Arbeitskräfte. Gleichzeitig gelingt es den Schulen nicht immer, talentierte Schüler optimal zu fördern. Der Deutsche Bildungs-bericht 2010 geht von rund einem Drittel aller Kinder und Jugendlichen aus, die aufgrund finanzieller, sozialer oder kultureller Hürden nicht ihr volles Potenzial entfalten können. Die Konsequenzen sind neben einem wachsenden Akademiker- und Fachkräftemangel ausgesprochen ungleiche Bildungs- und damit Lebenschancen.

Petra Herz, Vorstandsvorsitzende der Joachim Herz Stiftung, begründet das Programm: "Wir fördern leistungsbereite und engagierte Jugendliche, die bisher nicht die Möglichkeit hatten, ihre Talente und Begabungen voll zu entfalten. Wir unterstützen Schüler, damit diese ihr ganzes Potenzial ausschöpfen können - dazu gehört auch Lebens- und Berufsberatung."

Berufsorientierung, Bildungsangebote und individuelle Betreuung sind laut der Studie "Mehr Chancen für Schüler“ des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung entscheidende Voraussetzung dafür, dass Jugendliche erfolgreich den Weg zum Abitur beschreiten. Das ist die Basis für einen weiterführenden Bildungsweg hin zur Fachausbildung oder zum Studium.

"grips gewinnt" begleitet die Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse bis zum Erreichen des Fachabiturs oder Abiturs. Neben einer finanziellen Unterstützung von durchschnittlich 150 Euro pro Monat bietet das Stipendium vielfältige Bildungsangebote zu Themen wie Wirtschaft, Staat oder internationalen Themen. Persönliche Ansprechpartner beraten die Jugendlichen bei Fragen zu Praktikum und Beruf. Die Stipendiaten wissen, was das für sie bedeuten kann. Der 17jährige Oliver aus Bremen sagt: "Wir bekommen nicht nur Geld, sondern eine neue Chance für unsere Zukunft."

Insgesamt haben sich 270 Jugendliche für "grips gewinnt" beworben. Etwas weniger als die Hälfte der Stipendiaten besucht das Gymnasium (23), danach folgen die Stadtteilschule (ehemals Haupt- und Realschule) und Gesamtschule. Die Mehrheit beginnt das Stipendium vor der Oberstufe: Dreizehn Stipendiaten besuchen die 10. Klasse, elf Stipendiaten sind in der 9. Klasse und zwölf Stipendiaten gehen in die 8. Klasse. Neun Jugendliche sind in der 11. Klasse, lediglich fünf Stipendiaten besuchen bereits die 12. respektive 13. Klasse. 92 Prozent der Stipendiaten stammen aus nichtakademischen Elternhäusern.

Kontakt

Klaus Voßmeyer
Telefon 0711 46084-686