Grenzgänger

Olaf Kühl:

Olaf Kühl, 1955 in Wilhelmshaven geboren, studierte Slawistik und Osteuropageschichte. Seit 1996 ist er Politikberater (Russlandreferent des Regierenden Bürgermeisters von Berlin) zugleich einer der renommiertesten Übersetzer polnischer, ukrainischer und russischer Literatur. Karl-Dedecius-Preis und Deutscher Jugendliteraturpreis 2005. Der daraus entstandene Roman “Tote Tiere” erschien 2011 bei Rowohlt Berlin und auf Polnisch im Verlag Czarne. Sein zweites Buch, “Der wahre Sohn" wurde für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert.
Tote Tiere

Zwei Männer fassen einen irrwitzigen Plan: Sie wollen den berühmtesten politischen Gefangenen der Welt befreien, Michail Chodorkowskij, seit 2005 in Südostsibirien inhaftiert. Die edlen Retter, ein Deutscher und ein Pole, sind alte Freunde. Ihren Frauen erzählen sie irgendwas, üben Schießen (auf Bierdosen) und brechen auf, über Moskau und Irkutsk und quer durch die Taiga reisen sie bis ins tiefste Sibirien. Sie kommen dem Geheimnis der toten Wildhunde auf die Spur, überleben nur knapp eine Fehde unter Schwarztaxifahrern, entdecken die konspirativen Qualitäten eines Bades im Baikalsee. Und der Deutsche verliebt sich in die schöne Witwe Mascha. Kühl schildert die Abenteuer zweier Freunde, die in der stillen Schönheit vergessener Regionen so handfesten wie sehnsuchtsmüden Menschen begegnen. Ein aufregendes Erzähldebüt – und ein außergewöhnlicher Reiseroman. 

Rowohlt Verlag Berlin
Hardcover, 288 Seiten
September 2011
ISBN: 978-3-87134-725-2

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Im August 2008 reisten Olaf Kühl und der polnische Schriftsteller Andrzej Stasiuk gemeinsam mit ihren Ehefrauen nach Sibirien. Zielpunkt war das ehemalige Straflager von Michail Chodorkowskij in Krasnokamensk. Die Reise führte von Irkutsk, Ulan-Ude, Tschita Zabajkalsk an der chinesischen Grenze. „Wir haben fast alle Transportmittel einmal in Anspruch genommen: vom Kleinbus, der sog. Marschruthka, über die elektrische Bahn, den Liegewagen der sibirischen Eisenbahn, einen gemieteten Geländewagen bis zum privaten Taxi, wenn es denn gar keine andere Verbindung gab.“