Pressemeldungen 2011
Pressemitteilung

Junge Energie-Empfehlungen für Europa

Stuttgart, 10. Juni 2011 - Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und sechs weiteren europäischen Ländern haben im Rahmen der Initiative Jugend denkt Europa einen gemeinsamen Aktionsplan zur europäischen Energie- und Klimapolitik entwickelt. Gestern nahm der ungarische Gesandte Zsolt Bóta als Vertreter der aktuellen EU-Ratspräsidentschaft die Forderungen entgegen.

Die Zukunft der europäischen Energieversorgung wird besonders nach den Ereignissen in Japan viel diskutiert. Die Initiative Jugend denkt Europa der Robert Bosch Stiftung zeigt wie wichtig das Thema für Europas Schülerinnen und Schüler ist: In Projektwochen entwickelten und verabschiedeten rund 250 Jugendliche aus sieben europäischen Ländern Forderungen und Empfehlungen zur zukünftigen Energiepolitik der EU. Entstanden ist so der gemeinsame Aktionsplan „New Energy for Europe“, den zehn Jugenddelegierte gestern – stellvertretend für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer - dem Gesandten der Republik Ungarn, Zsolt Bóta, überreichten. Bei der Veranstaltung in der ungarischen Botschaft in Berlin hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber hinaus die Gelegenheit, ihre Ergebnisse aus den Projektwochen zu präsentieren und sie mit ungarischen Vertretern zu diskutieren.

„Ich bin tief beeindruckt von der Vielfalt an Perspektiven und Meinungen. Zwei Dinge sind mir klar geworden: Europapolitik ist komplex, sie ist aber auch hochspannend! Ich habe große Lust, den Austausch über die Zukunft Europas mit den anderen Jugendlichen und der Politik fortzusetzen", bilanzierte Lena (17) aus Hamburg begeistert.

Der Aktionsplan beinhaltet die zentralen Herausforderungen, die die Jugendlichen in den Bereichen Energieversorgung, CO2-Emissionen und Energieverbrauch sehen, sowie von ihnen vorgeschlagene Maßnahmen. Dabei steht die Nachhaltigkeit und das Treffen gemeinsamer, grenzübergreifender Entscheidungen für die Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt. Neben einem schnellen Ausstieg aus der Atomenergie und einer Förderung der Erneuerbaren Energien, plädieren die Schüler auch für eine Sensibilisierung der Bürger in Energiefragen. Dies kann über europaweite Kampagnen, eine frühzeitige Schulbildung und durch „Energieverwalter“ erfolgen, die Haushalten dabei helfen, ihren Energieverbrauch zu reduzieren.

Eine internationale Jugenddelegation übergibt den Aktionsplan zudem am 14. Juli in Brüssel an das Kabinett von EU Kommissar für Energie Günther Oettinger. Die nächste Projektphase von Jugend denkt Europa startet im September, eine weitere ist für Januar bis April 2012 geplant.

Hintergrund
Jugend denkt Europa ist eine Initiative der Robert Bosch Stiftung, Durchführungspartner ist IFOK. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler aller Schultypen der Jahrgangsstufen neun bis zwölf. Ziel der Initiative ist es, junge Menschen aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten am europäischen Dialog zu beteiligen und ihnen eine Möglichkeit zu geben, ihre Vision für Europa zu gestalten. Zwischen 2008 und 2010 haben bereits über 1500 Jugendliche aus insgesamt 18 europäischen Staaten an der Initiative teilgenommen. Bis 2012 wird die Initiative auf alle 27 EU-Mitgliedsstaaten ausgeweitet.

Kernstück von Jugend denkt Europa sind die Projektwochen, bei denen die Jugendlichen Ideen für eine nachhaltige Energieversorgung der Zukunft entwickeln. Projektpaten und Experten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft unterstützen die Schülerinnen und Schüler während des fünftägigen Workshops. Die Jugendlichen gründen im Rahmen der Projektwoche fiktive Parteien und entwickeln ein eigenes Wahlprogramm. Abschluss ist eine fiktive Parlamentsdebatte, in der die Jugendlichen ihr Konzept verteidigen. Die besten Ideen aus den Projektwochen fließen in einen gemeinsamen Aktionsplan „New Energy for Europe“ ein.