Grenzgänger

Ulrich Hufen:

Ulrich Hufen wurde 1969 in Weimar geboren und gehörte zu jenen DDR-Bürgern, die Russisch in der Schule nicht nur hatten, sondern auch lernten. Ging 1990 in den Westen, studierte Slawistik und Osteuropäische Geschichte in Köln und St. Petersburg. Schreibt seit Ende der 90er Jahre für Hörfunk, TV und Print bevorzugt über russische Themen.
Zwischen Moskau und Mekka. Russische Muslime jenseits des Terrors

Der russische Fußballmeister Rubin Kasan empfängt die Mannschaft von Anji Machatschkala: Tatarstan spielt gegen Dagestan, das Wolgabecken gegen den Nordkaukasus, Muslime gegen Muslime. Der Nordkaukasus und die mittlere Wolga sind die beiden großen muslimischen Siedlungsgebiete in Russland. Während im Nordkaukasus Armut und Terror herrschen, prosperieren die Wolgarepubliken. Hufen ist ins Herz Russlands an die Wolga gereist, um herauszufinden, wie die knapp 20 Millionen Muslime Russlands leben. Und zwar die, die nicht in den Nachrichten vorkommen, weil sie keine U-Bahnen in Moskau oder Flughäfen in die Luft sprengen.

Regie: Axel Pleuser
Länge: 53:00
Erstausstrahlung: 23.04.2011, 12:05 Uhr (WDR 3)

Bildergalerie

Im Herbst 2009 und im Frühjahr 2010 unternahm Ulrich Hufen Reisen nach Moskau und in die tatarische Hauptstadt Kasan an der Wolga. Moskau ist in Europa die Stadt mit dem mit Abstand höchsten muslimischen Bevölkerungsanteil. Er führte zahlreiche Gespräche mit russischen Muslimen diverser Nationalitäten: Dagestanis und Tataren, Tschetschenen und Baschkiren, Aserbaidschanis, Kasachen und Usbeken. Er sprach mit Vertretern muslimischer Organisationen wie Rat der Muftis Russland, Imame diverser Moscheen, und dem Islamischen Kulturzentrum Moskau. „Der Höhepunkt der Recherchen in Moskau kam, als ich am 13.11.09 zum Freitagsgebet in Moskaus Zentralmoschee kam. Die Moschee war zum Bersten gefüllt mit Gläubigen.“