Robert Bosch - Unternehmer, Bürger und Stifter

Testament und Auftrag

"Meine Absicht geht dahin, neben der Linderung von allerhand Not vor allem auf die Hebung der sittlichen, gesundheitlichen und geistigen Kräfte des Volkes hinzuwirken."
Robert Bosch, 1935

So lautet der Auftrag an die Vermögensverwaltung Bosch GmbH (VVB). Robert Bosch hatte diese Gesellschaft im Zuge der Abfassung seines Testaments 1921 gegründet. Sie sollte nach seinem Ableben seine Anteile am Unternehmen übernehmen. Er übertrug die Sicherung seiner unternehmerischen und gemeinnützigen Ziele den von ihm bestellten, späterhin von ihm als Testamentsvollstrecker eingesetzten, Gesellschaftern der VVB. Diese hatten innerhalb einer gesetzlichen Frist von 30 Jahren zu entscheiden, ob und wann die 86 Prozent der Geschäftsanteile – sie waren nach seinem Tode 1942 auf die Erben übergegangen – auf die Vermögensverwaltung Bosch übertragen werden sollten.

Zwischen 1962 und 1964 fanden die Testamentsvollstrecker einen zukunftsweisenden Weg für die Zuordnung der erwerbswirtschaftlichen und gemeinnützigen Ziele des Unternehmensgründers: Die Vermögensverwaltung Bosch erwarb die zum Nachlass gehörenden Geschäftsanteile und verzichtete zugleich auf das damit verbundene Stimmrecht, das an die neu gegründete, an der Robert Bosch GmbH mit 0,01 % beteiligte Robert Bosch Industrietreuhand KG überging. Die VVB änderte 1969 ihren Namen in Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Erben handelten ihrerseits im Geiste des Stifters, indem sie den weitaus größten Teil des Erlöses für eigene gemeinnützige Stiftungen einsetzten. Robert Bosch hatte in seinen Richtlinien Beispiele für die Verwirklichung seiner gemeinnützigen Absichten genannt: "Gesundheit, Erziehung, Bildung, Förderung Begabter, Völkerversöhnung und dergleichen…"

Die Satzung der Robert Bosch Stiftung folgt diesen Gedanken und nennt weiterhin die öffentliche Gesundheitspflege als eine zentrale Aufgabe. Weitere Zwecke der Stiftung sind: Völkerverständigung, Wohlfahrtspflege, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur, Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften in Forschung und Lehre.