Robert Bosch - Unternehmer, Bürger und Stifter

Der liberale Demokrat

Der Bürger Bosch entschied sich nach dem Ersten Weltkrieg für eine aktive Mitarbeit am demokratischen Aufbau der ersten deutschen Demokratie. Er unterstützte die von Matthias Erzberger gegründete "Deutsche Liga für den Völkerbund" mit 300.000 Mark. Aus Sorge vor der Selbstzerstörung der Republik wurde Bosch Gründungsmitglied des "Bundes der Erneuerung des Reiches", der auf der Basis der Weimarer Verfassung die Republik stabilisieren wollte.

Im Zentrum seines europäischen Politikengagements stand aber die deutsch-französische Aussöhnung, die er in vielfältiger Weise finanziell und mit persönlichem Einsatz vorantrieb. So lässt sich auch seine Mitgliedschaft als förderndes Mitglied in der paneuropäischen Bewegung von Richard von Coudenhouve-Kalergi erklären. Am 31. Dezember 1932 ließ Robert Bosch einen Artikel in verschiedenen Zeitungen veröffentlichen, in dem er zur Völkerverständigung aufruft.

1926 gründete er zusammen mit Hans Walz und Theodor Bäuerle die Stuttgarter Ortsgruppe des "Vereins zur Abwehr des Antisemitismus". Hier legte er einen Grundstein für sein weiteres Engagement für jüdische Mitbürger. Ab 1936 ließ er jüdische Wohlfahrtseinrichtungen durch die "Walz-Hilfe" unterstützen. Carl Goerdeler, von den Widerständlern des 20. Juli als Kanzler vorgesehen, wurde 1937 mit einem Beratervertrag ausgestattet und knüpfte mit Wissen und Unterstützung von Robert Bosch und des "Bosch-Kreises" Kontakte zum deutschen Widerstand.  Zwischen 1938 und 1940 übergab Hans Walz, sein Privatsekretär, der jüdischen Mittelstelle in Stuttgart größere Geldbeträge, um die Ausreise inhaftierter jüdischer Mitbürger zu ermöglichen. Außerdem wurden Verfolgte des Naziregimes in seinen Betrieben beschäftigt.