PiK - Profis in Kitas

Das Programm

Ein Programm zur Professionalisierung von Fachkräften in Kindertageseinrichtungen

Seit 2004 setzt sich die Robert Bosch Stiftung für die Professionalisierung von Frühpädagogen an Hochschulen ein. Mit ihrem Programm „PiK - Profis in Kitas“ hat sie die bundesweit ersten Studiengänge für Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen gefördert und Grundlagen für eine wissenschaftliche Fundierung der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften in Kindertageseinrichtungen gelegt.

PiK_Publikation_Teaser.gif
Publikation
"Frühpädagogik studieren - ein Orientierungsrahmen für Hochschulen"
PiK_Profile_Cover.gif
Publikation
"Qualifikationsprofile in Arbeitsfeldern der Pädagogik der Kindheit - Ausbildungswege im Überblick"
Ziele des Programms

Verankern: Die Ausbildung von Frühpädagogen an Hochschulen
In der deutschen Forschungslandschaft spielt die Pädagogik der frühen Kindheit noch immer eine Nebenrolle. Auch wenn die traditionelle Ausbildung von Erziehern an Fachschulen weiterhin Bestand haben wird: Hochschulen müssen sich stärker für die Aus- und Weiterbildung von Frühpädagogen einsetzen und die pädagogische Praxis der Kindertageseinrichtungen zum Gegenstand von Forschung und Lehre machen. Nur so lässt sich die Qualität der frühkindlichen Bildungsarbeit in Deutschland nachhaltig anheben.

Entwickeln: Zentrale Bildungsinhalte und Vermittlungsmethoden
Bundesweit anerkannte und damit auch überregional anschlussfähige Bildungsinhalte und Vermittlungsmethoden sind eine wichtige Grundlage, um Frühpädagogen zu professionalisieren. Die Erarbeitung eines zentralen Kerncurriculum ist in diesem Sinne vorrangig. Insbesondere gilt es, die traditionelle Trennung von Kindergarten und Schule zu überwinden. Beide Einrichtungen müssen intensiver zusammenarbeiten, da frühkindliche Entwicklungsprozesse bereits im Kindergarten beginnen und in der Schule fortgeführt werden.

Einbinden: Praxis in Forschung und Lehre
Um von der Erfahrung der beruflichen Praxis für die frühpädagogische Forschung und Lehre zu profitieren muss der Lernort Praxis in den Curricula der Hochschulen fest verankert werden. Auch umgekehrt gilt: Wissenschaftliche Erkenntnisse können dann am besten in die pädagogische Praxis übertragen werden, wenn Kindertageseinrichtungen und Hochschulen zusammenarbeiten. Theorie und Praxis müssen deshalb bereits in der Ausbildung eng miteinander verzahnt werden. Die Planung und Durchführung von praktischen Studien muss die gemeinsame Aufgabe von Dozenten und qualifizierten Fachkräften in Kindertageseinrichtungen sein.

Starten: Qualitätsoffensive für die Weiterbildung
Fachschulen, Weiterbildungsanbieter und Hochschulen müssen die zentralen Inhalte und Methoden für die Qualifizierung von Frühpädagogen abstimmen und so vermitteln, dass sie dem Niveau des angestrebten Bildungsabschlusses entsprechen. Die Anerkennung von Fort- und Weiterbildung durch Hochschulen schafft attraktive Entwicklungsperspektiven und Karrierechancen auch für diejenigen Erzieherinnen und Erzieher, die bereits im Berufsalltag stehen. Kooperation und Konsultation zwischen den unterschiedlichen Anbietern können Qualität und Durchlässigkeit der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Frühpädagogen auf allen Ebenen unseres Bildungssystems entscheidend voranbringen.
Seit 2005 fördert die Stiftung mit dem Programm „PiK - Profis in Kitas“ die Entwicklung von Bildungsinhalten und Vermittlungsmethoden für die Professionalisierung von Frühpädagogen in enger Verzahnung von Forschung, Lehre und Praxis.

Förderphase I (2005-2008)
Der Schwerpunkt der ersten Förderphase von „PiK- Profis in Kitas“ lag auf der (Weiter-)Entwicklung der frühpädagogischen Studienangebote an den Standorten. In enger Zusammenarbeit mit Praxiseinrichtungen haben die Partnerhochschulen an der inhaltlichen und organisatorischen Gestaltung sowie Umsetzung der Curricula ihrer Studiengänge gearbeitet. Zentrale Themen waren hierbei die curriculare Einbindung sowie Qualifizierung der Praxis und die Etablierung durchlässiger Bildungswege an den Standorten.

Förderphase II (2008-2010)
Die zweite Förderphase ist als ein Portfolio von Netzwerk- und Verbundprojekten konzipiert. Die Kooperation der fünf PiK-Standorte wird ausgebaut, um weitere frühpädagogische Studiengänge in den Entwicklungsprozess mit einbeziehen zu können. In der zweiten Förderphase stehen die Bearbeitung von Schlüsselthemen im Vordergrund. Im Verbund mit weiteren Kooperationspartnern werden an den PiK-Standorten transferfähige und inhaltlich ausgerichtete Modelle zu Themen wie die Bildung, Betreuung und Erziehung von unter Dreijährigen entwickelt.
Die Entwicklung des Programms „Profis in Kitas“ wurde in seiner ersten Förderphase von einem wissenschaftlichen Beirat begleitet. Der Beirat setzte sich aus fünf Mitgliedern zusammen, die als unabhängige Berater fungierten:

Wassilios Fthenakis
Professor für Anthropologie und Entwicklungspsychologie, Freie Universität Bozen
Autor des bayerischen und hessischen Bildungsplans

Thomas Rauschenbach
Direktor und Vorstandsvorsitzender des Deutschen Jugendinstituts e.V.
Professor für Sozialpädagogik, Universität Dortmund

Ewald Terhart
Professor für Erziehungswissenschaften, Universität Münster

Gerwald Wallnöfer
Dekan der Fakultät für Bildungswissenschaften, Freie Universität Bozen
Professor für Allgemeine Pädagogik, Freie Universität Bozen

Ilse Wehrmann
Diplom-Sozialpädagogin und Erzieherin
Autorin und freie Beraterin im Bereich frühkindlicher Bildung