Pressemeldungen 2010
Pressemitteilung

Reaktion auf FAZ-Artikel „Schatten auf dem
Schulpreis“ – Köller, Pant und Boldt neu in Jury berufen

Stuttgart, 13. Dezember 2010 - Der Deutsche Schulpreis zeichnet jedes Jahr die besten deutschen Schulen aus. Er ist alleine der Qualität verpflichtet. Die Bewertung erfolgt in sechs Qualitätsbereichen, die in der nationalen und internationalen Debatte um Schulqualität unstrittig sind und in hohem Maße mit den Qualitätskriterien der Orientierungsrahmen der Bundesländer übereinstimmen. Die Preisträgerschulen werden in einem transparenten und elaborierten Verfahren ermittelt. Die Jury des Deutschen Schulpreises ist eine pädagogische Fachjury, die die deutsche Bildungslandschaft mit Unterstützung von ausländischen Experten in all ihren Facetten abbildet. Die Jury vereint Schulpraktiker wie Wissenschaftler, Vertreter des staatlichen und des privaten Schulwesens, empirische Bildungswissenschaftler, Schulentwickler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Jury fand auch nach intensiven Diskussionen immer zu einem überzeugenden Konsens.

Die bekanntgewordenen Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen an Schulen und Internaten haben Robert Bosch Stiftung, Heidehof Stiftung und Jury des Deutschen Schulpreises schockiert. Sexueller Missbrauch ist eine abscheuliche Form der Gewalt und der Verletzung der Menschenrechte von Kindern. Die Robert Bosch Stiftung hat mit den Juroren des Deutschen Schulpreises die Diskussion zum Thema Missbrauch an Schulen intensiv gesucht und geführt; sie wird das Thema Missbrauch und Gewalt gegen Kinder im kommenden Jahr in ihrer Arbeit aufgreifen.

Auf Bitten der Stiftungen und in gegenseitigem Einvernehmen hat Enja Riegel ihre Mitgliedschaft in der Jury des Deutschen Schulpreises niedergelegt.

Prof. Dr. Manfred Prenzel, Dekan der TUM School of Education, München und Prof. Dr. Erich Thies, Generalsekretär der KMK, gehören der Jury des Deutschen Schulpreises weiterhin als aktive Mitglieder an. Die Jury setzt sich somit aus folgenden aktiven Mitgliedern zusammen: Prof. Dr. Michael Schratz, Institut für Lehrerbildung und Schulforschung der Universität Innsbruck, Österreich (Sprecher), Helga Boldt, Schulleiterin der Neuen Schule Wolfsburg, Drs. Johan C. van Bruggen, Hauptinspektor a.D. beim niederländ. Schulinspektorat, Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland, FB Erziehungswissenschaften der Universität Hamburg, Prof. Dr. Eckhard Klieme, Deutsches Institut für internationale päd. Forschung, Prof. Dr. Olaf Köller, Geschäftsführender Direktor IPN - Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Kiel, Prof. Dr. Jürgen Oelkers, Pädagogisches Institut der Universität Zürich, Schweiz, Prof. Dr. Hans Anand Pant, Direktor des Institutes zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, Prof. Dr. Manfred Prenzel, Dekan der TUM School of Education, München, Dr. Erika Risse, Vereinigung der Deutschen Landeserziehungsheime, Oberhausen, Gisela Schultebraucks-Burgkart, Leiterin Grundschule Kleine Kielstraße, Dortmund, Dr. Otto Seydel, Otto Seydel Institut für Schulentwicklung, Überlingen, Prof. Dr. Erich Thies, Generalsekretär der KMK.

Im Jahr 2007 war die Robert-Bosch-Gesamtschule in Hildesheim Hauptpreisträgerschule des Deutschen Schulpreises. Die Helene-Lange-Schule erhielt einen weiteren Preis. Die Jury hielt in ihrer Laudatio fest: „Die Schule vermittelt nicht nur verlässliches Wissen, sondern Kompetenzen – und das nicht erst, seit alle Welt von Kompetenzen spricht. Individuelle Lernförderung, Berufsorientierung, Schüleraustausch, soziale und ökologische Patenschaften sind ebenso selbstverständlich wie regelmäßige wissenschaftliche Evaluation und professionelle Führung.“ Unter den 24 Preisträgern der letzten vier Jahre befinden sich vier Schulen, die auf reformpädagogische Konzepte aufbauen (Jenaplan-Schule Jena, Helene-Lange-Schule Wiesbaden, Montessorischule Potsdam, Oberstufen-Kolleg Bielefeld). Die große Mehrheit sind staatliche Schulen, die eigene Wege zur Exzellenz in Unterricht und Erziehung entwickelt haben. Keine der vier Hauptpreisträgerschulen beruft sich auf reformpädagogische Konzepte (Grundschule Kleine Kielstraße, Wartburggrundschule, Robert-Bosch-Gesamtschule, Sophie-Scholl-Schule).

Weitere Informationen

Kontakt

Klaus Voßmeyer
Telefon 0711 46084-686