Pressemeldungen 2010
Pressemitteilung

Journalistenpreis Bürgerschaftliches Engagement 2010

Robert Bosch Stiftung zeichnet die besten Medienbeiträge über ehrenamtliches Engagement aus

Stuttgart, 11. Dezember 2010 - Der diesjährige Journalistenpreis Bürgerschaftliches Engagement der Robert Bosch Stiftung geht an Autoren von chrismon plus, NDR Info, SWR Fernsehen und Hamburger Abendblatt. Die ausgezeichneten Beiträge zeigen beispielhaft, wie und warum Menschen freiwillig für sich und andere Verantwortung übernehmen. Die Preisverleihung fand am Samstag, 11. Dezember 2010, im Bosch Haus Heidehof in Stuttgart statt. Der Preis, der in den Kategorien Print, Hörfunk und Fernsehen vergeben wird, ist mit jeweils 10.000 Euro dotiert. Zur Bewertung standen in diesem Jahr insgesamt 222 Beiträge. Unter den Einsendungen wurde zugleich der Marion-Dönhoff-Förderpreis für Print-Journalisten bis zu einem Alter von 30 Jahren vergeben, der mit 5.000 Euro dotiert ist.

Die Preisträger

In der Kategorie Print gewinnt Ariane Heimbach mit ihrer Reportage „Elvis, einer von uns“, erschienen in der Juli-Ausgabe des Magazins chrismon plus. Elvis Berishaj kommt als Kind aus dem Kosovo in das niedersächsische Dorf Dingelbe bei Hildesheim. Er wächst in das Dorfleben hinein und ist erfolgreich in Schule, Beruf und Sport. Als die Behörden Elvis im Alter von 18 Jahren dennoch abschieben wollen, stellt sich das ganze Dorf hinter ihn. Innerhalb einer Woche gelingt es den Bewohnern, die Abschiebung vor den Landtag zu bringen und zu verhindern. „Ariane Heimbach liefert mit ihrem feingesponnenen Text konkrete Fakten dort, wo andere gerne im Diffusen bleiben. Das ist das absolute Verdienst dieser Geschichte. Es ist das richtige Stück zur richtigen Zeit“, sagt Jury-Mitglied und Publizist Sergej Lochthofen in seiner Laudatio.

Die Kategorie Hörfunk gewinnt Anja Rosenow-Sottorf mit ihrer Reportage „Heiles Herz für Mubarak - Das Hamburger Albertinen-Krankenhaus hilft afghanischen Kindern“, gesendet auf NDR Info am 6. Juni 2010. Mubarak ist ein 14-jähriger Junge in der Nähe von Kabul, der seit seiner Geburt mit einem Loch im Herzen lebt. Das Albertinen-Krankenhaus und Hamburger Bürger ermöglichen ihm und neun weiteren Kindern eine Operation in Deutschland. Anja Rosenow-Sottorf begleitete Mubarak während seiner Zeit in einer Hamburger Gastfamilie. „’Heiles Herz für Mubarak’ ist eine dieser wunderbaren Hörfunkreportagen, die beim Hören das Herz ebenso öffnen wie die Gedanken, die mit Stimmen, Tönen und Text Geschichten erzählen, die etwas bedeuten und bleiben“, so Jury-Mitglied Arthur Landwehr, Chefredakteur Hörfunk des SWR.

In der Kategorie Fernsehen zeichnet die Jury Markus Henssler und Sebastian Georgi aus. Ihren Beitrag „Rollis für Afrika - ein Rollstuhl, ein Leben!“ zeigte der SWR am 28. Oktober 2009 in der Sendung „Auslandsreporter“. Im Mittelpunkt steht der Heidelberger Estevan, der wegen Muskelschwunds seit seiner Kindheit im Rollstuhl sitzt. Trotz seiner Krankheit hilft der 27-Jährige behinderten Kindern und Jugendlichen im westafrikanischen Senegal mit ausrangierten Rollstühlen und Gehhilfen aus Deutschland. „Schnörkellos, schonungslos, wahrhaftig und ohne auch nur den leisesten Hauch von Retter-Romantik oder Voyeurismus erzählen die Filmemacher die Geschichte von Menschen, die anderen helfen“, findet Jury-Mitglied M. Walid Nakschbandi, Geschäftsführer der AVE Gesellschaft für Fernsehproduktion.

Den Marion-Dönhoff-Förderpreis 2010 für Journalisten unter 30 Jahren gewinnt Vanessa Seifert für ihren Beitrag „Musik gegen den Tod“, erschienen im Hamburger Abendblatt vom 23./24. Januar 2010. Seifert erzählt die Geschichte von Esther Bejarano, die Auschwitz überlebte und sich heute gegen Rechtsextremismus engagiert. Die 85-Jährige gibt mit der „Microphone Mafia“ Konzerte und geht in Schulen, um als Zeitzeugin zu berichten. „Andere Stücke waren routinierter, auch stilsicherer geschrieben, aber der Autorin ist ein Text gelungen, der anrührt, der eine überraschende Intensität hat. Und darauf, nämlich den Leser zu erreichen und zu beeindrucken, kommt es am Ende an“, begründet Elisabeth Niejahr die Entscheidung der Jury. Elisabeth Niejahr ist bei der Wochenzeitung Die Zeit stellvertretende Leiterin der Hauptstadtredaktion.

Der Journalistenpreis Bürgerschaftliches Engagement wird seit 1998 von der Robert Bosch Stiftung vergeben. Ziel ist, mehr Öffentlichkeit für das freiwillige Engagement von Bürgern in ihrem Gemeinwesen zu schaffen und die Diskussion über die Grundlagen einer lebendigen Bürgergesellschaft anzuregen.

Kontakt

Klaus Voßmeyer
Telefon 0711 46084-686