Pressemeldungen 2010
Pressemitteilung

Förderung junger Zuwanderer: 50 neue Stipendiaten im Programm Talent im Land Baden-Württemberg

Stuttgart, 28. September 2010 - 32 Mädchen und 18 Jungen aus 24 verschiedenen Herkunftsländern wurden am Dienstag (28. September) im Weißen Saal des Neuen Schlosses Stuttgart in das Programm Talent im Land Baden-Württemberg aufgenommen. Mit ihrem Stipendiatenprogramm haben die Robert Bosch Stiftung und die Baden-Württemberg Stiftung seit 2003 bereits über 400 talentierte Schüler aus Zuwandererfamilien auf ihrem Weg zum Abitur oder zur Fachhochschulreife gefördert. Bewerben können sich Schüler, die mindestens die achte Klasse besuchen. Neben ihren vielfältigen Talenten müssen die Schüler Ausdauer, Zielstrebigkeit und soziales Engagement beweisen. Eine unabhängige Jury hat die 50 neuen Stipendiaten aus 374 Bewerbungen ausgewählt. Ihnen wird nun mit einem umfassenden Unterstützungskonzept die Chance auf eine akademische Ausbildung ermöglicht. Das Stipendiatenprogramm steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Stefan Mappus.

„Mit unserem Programm werden jährlich 50 neue Botschafter für Bildung und Integration gefördert. Unsere Aufgabe ist es, sie darin zu stärken, die kulturelle Vielfalt unseres Landes mit zu gestalten und sich für Werte einzusetzen“, sagte Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, bei der feierlichen Aufnahme der neuen Stipendiaten. „Von einer durch Respekt geprägten Gesellschaft profitieren alle, egal welcher Herkunft“, betonte Dahl.

„Bei der aktuellen Debatte um Integration in Deutschland dürfen wir die Talente nicht aus dem Blick verlieren“, sagte Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung, im Weißen Saal des Neuen Schlosses Stuttgart. „Mit ihrer Zielstrebigkeit und ihrem Engagement beweisen sie uns allen, wie Bildung und Integration sich gegenseitig bereichern. Sie bringen ihre ganz persönlichen interkulturellen Kompetenzen in die Gesellschaft ein und gehen ihren eigenen Bildungsweg. Talent im Land unterstützt sie dabei so gut wie möglich“, so Hamm.

Die Stiftungen beschränken ihre Förderung nicht auf ein rein finanzielles Stipendium; mit Talent im Land Baden-Württemberg verfolgen sie ein umfassendes Förderungskonzept, das auch das schulische, familiäre und gesellschaftliche Umfeld berücksichtigt. Neben einem monatlichen Stipendium von durchschnittlich 200 Euro, erhalten die Stipendiaten Zugang zu einem vielfältigen Seminar- und Bildungsprogramm. Die persönliche Beratung durch eine Arbeitsstelle, sowie ein großes Alumni-Netzwerk sind weitere Stärken des Programms und vielen Stipendiaten besonders wichtig. „Bei TiL habe ich Menschen getroffen, die auch motiviert sind, genauso zielstrebig und neugierig wie ich“, erzählt der 17jährige Stipendiat Andreas Staroselski. Das Wichtigste dabei sei, dass man sich gegenseitig motiviere und eine Umgebung vorfinde, in der man sich frei und als Teil eines Ganzen fühle. Mit Hilfe des Alumni- und eines Lehrer-Netzwerkes werden die Ziele von Talent im Land langfristig gesichert.

„Es ist an der Zeit, dass endlich alle die kulturelle Vielfalt der heutigen Jugend als Vorteil begreifen“, sagte Moderatorin Dunja Hayali bei der Festveranstaltung. „Ich wünsche mir, dass sie ihre interkulturelle Kompetenz für sich und unsere Gesellschaft gewinnbringend nutzen und, dass sie das bunte Bild unserer Republik in die Medienwelt tragen. Dass das möglich ist, sieht man vielleicht auch an meinem Werdegang“, so Hayali. Für die Stipendiaten ist die ZDF Moderatorin irakischer Abstammung ein Vorbild. Engagiert und zielstrebig verfolgte sie ihren Berufswunsch, studierte an der Deutschen Sporthochschule in Köln und begann bereits während des Studiums als freie Sportmoderatorin für das Deutsche Welle Radio zu arbeiten.

„Für eine Zukunft, die geprägt ist von gegenseitigem Respekt, Zusammenhalt und Verantwortungsbereitschaft ist es ganz entscheidend, dass alle jungen Menschen eine Perspektive haben, für die es sich lohnt, sich anzustrengen. Der Schlüssel für ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben ist Bildung und der uneingeschränkte Zugang zu ihr, damit uns kein Talent verloren geht und unsere Jugendlichen ihre Potentiale voll in die Gesellschaft einbringen können. Die Robert Bosch Stiftung und die Baden-Württemberg Stiftung leisten hierbei einen sehr wertvollen Beitrag, für den ich sehr dankbar bin“, sagte Kultusstaatssekretär Georg Wacker MdL bei der Urkundenübergabe.

Weitere Informationen

Kontakt

Stephanie Ferdinand
Pressereferentin
Telefon 0711 46084-29
Telefax 0711 46084-96