Grenzgänger

Guy Helminger:

Guy Helminger, geb. 1963 in Esch/Alzette (Luxemburg), seit 1985 wohnhaft in Köln. Studium der Germanistik und Philosophie in Luxemburg, Heidelberg und Köln. Arbeitete als Barkeeper, Schauspieler, Regieassistent und 3D-Grafiker. Guy Helminger war im Juni-Juli 2006 als Stadtschreiber in Hyderabad (Indien), im Februar-März 2007 in Teheran im Rahmen des Projektes „westöstlicherdiwan“, im Dezember-Januar als „author in residence“ im Deutschen Haus in Sanaa (Jemen). Im Jahr 2002 erhielt er den „Prix Servais“, 2004 den „3sat-Preis“ und 2006 den Prix du mérite culturel seiner Heimatstadt Esch/Alzette. Helminger schreibt Lyrik, Prosa, Hörspiele und Theater.
Neubrasilien

Im Frühjahr 1828 macht sich eine Gruppe Luxemburger Landbewohner, darunter die selbstbewusste Bauerntochter Josette, auf den Weg in die Welt. Sie lassen Hab und Gut zurück und schließen sich einem Strom von Auswanderern an, die der wechselnden Herrscher und der schlechten Lebensbedingungen überdrüssig geworden sind. Ihr Ziel: Brasilien. Dort werden Menschen gebraucht, so heißt es, dort könne man neu beginnen. 170 Jahre später, kurz vor der Wende zum 21. Jahrhundert, kommt das Mädchen Tiha mit ihrer Mutter und anderen montenegrinischen Flüchtlingen nach Luxemburg - auch sie haben ihre Heimat aufgegeben und sind einem vagen Versprechen gefolgt. Für keinen von ihnen wird es eingelöst - und doch gibt es für Tiha, die in der Fremde zu einem Teenager reift, und für Josette, die zwar nicht nach Brasilien kommt, aber ihren eigenen Weg findet, kein Zurück mehr in ihr altes Leben.

Roman
320 Seiten
Eichborn Verlag, September 2010
ISBN-10: 3821861320
ISBN-13: 978-3821861326

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Bildergalerie

Die Recherche zu „Neubrasilien“ bestand zum einen in der Aufarbeitung historischer Fakten, zum anderen aus mehreren Reisen nach Luxemburg und Montenegro. In Luxemburg besuchte ich die Unterkünfte und Heime der Asylsuchenden. In Montenegro führte ich Interviews mit Familien, die 4-6 Jahre in Luxemburg gelebt hatten und dann abgeschoben worden waren.