Denkwerk

Arbeit und Arbeitswelt im postindustriellen Zeitalter im Ruhrgebiet und Siegerland

Koordinatoren: Prof. Dr. Bärbel Kuhn und Dr. Holger Schmenk, Universität Siegen, Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte

Die Veränderungen der Industrie im Ruhrgebiet sind offensichtlich und haben eine vielfältige Geschichte, die auch unmittelbar für Schüler zu spüren ist. Heute ist das Ruhrgebiet im Gegensatz zu den 1950/60er für seine kulturellen Angebote bekannt und die Schwerindustrie, obwohl noch präsent, spielt wirtschaftlich nur noch eine geringe Rolle. Am Beispiel eines Vergleichs der Arbeit vor 50 Jahren mit der postmodernen Arbeitswelt des Ruhrgebiets und des Siegerlands sollen die Schülerinnen und Schüler insbesondere mit den Methoden der „Oral History“ und der Analyse schriftlicher und bildlicher Quellen vertraut gemacht werden.

In einer Einführung im Unterricht erwerben die Schüler zweier Gymnasien aus Siegen und Oberhausen Basiswissen zum Thema und führen eine erste Internetrecherche durch. Diese Einführung wird durch einen Besuch der Wissenschaftler an den Schulen ergänzt und vertieft. Eine Exkursion in das LVR-Industriemuseum erlaubt den Schülern, die Arbeit- und die Arbeitsbedingungen in der Schwerindustrie der 1960er zu begreifen. Anschließend formulieren sie ihre eigenen Fragestellungen. In einem zweiten Workshop an der Schule eigenen sich die Schüler mit wissenschaftlicher Begleitung die Grundlagen der biographischen Forschung und der Methode der Oral History an. Die harten Arbeitsbedingungen, die über die Arbeit hinaus das Privatleben der Menschen geprägt haben, werden bei der Entwicklung der Fragestellung stark berücksichtigt. Die Recherche von Fallbeispielen aus eigenen Familiengeschichten Schüler ist ausdrücklich gewünscht. Die Schüler führen Interviews durch, recherchieren in der Bibliothek des LVR-Industriemuseums Oberhausen und im Stadtarchiv Siegen und werten Fachliteratur sowie Protokolle von Interviews mit Arbeitern und Familienangehörigen der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg aus, um ihren Fragestellungen nachzugehen.

Um die Ergebnisse aus den zwei Teilprojekten vergleichen zu können, findet ein dritter gemeinsamer Workshop aller Projektbeteiligten an der Universität Siegen statt. Abschließend werden in einer öffentlichen Veranstaltung die Wanderausstellung eröffnet und die Broschüre präsentiert. Geplante Stationen der Ausstellung sind voraussichtlich das LVR-Industriemuseum, die beteiligten Gymnasien sowie weitere Schulen.