Grenzgänger

Bernd Kilian:

Bernd Kilian, geb. 1964 in Ansbach, Mittelfranken, studierte an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und an der École Nationale Supérieure des Beaux Arts Paris im Bereich Bildhauerei und Neue Medien. Seit 1999 arbeitet er als freischaffender Künstler vor allem im Bereich des künstlerischen Kurzfilms.
Bilder von der Verteidigung eines Hofes
Nach einem Fragment von Franz Kafka

„Bilder von der Verteidigung eines Hofes” ist die filmische Umsetzung eines Texts von Franz Kafka aus der Sammlung von Fragmenten und Skizzen „Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande”. Kafka beschreibt die einerseits alltägliche, andererseits bedrohliche Situation eines bäuerlichen Gehöfts, das scheinbar von einer unbekannten Gefahr bedroht wird. Die Soldaten, die zur Verteidigung des Hofes bereitstehen, nehmen ihren Auftrag zum Teil ernst, zum Teil haben sie sich aber auch – wie die Bewohner des Hofes – im Verteidigungsalltag eingerichtet. Es scheint, als ob die Situation der Bedrohung schon lange bestünde und sich vielleicht niemals auflösen würde.

„Die Umsetzung dieses Stoffes wollte ich unbedingt gemeinsam mit tschechischen Kinoleuten und in der wunderschönen Landschaft der Böhmischen Mittelgebirge realisieren. Die Landschaft zwischen Ústí nad Labem, Litoměřice und Úštěk ist wegen ihrer Schönheit schon in der Romantik ein beliebtes Ziel deutscher Künstler wie C.D. Friedrich oder Ludwig Richter gewesen. Bis 1945 war das Gebiet überwiegend von Sudetendeutschen besiedelt, die ihre Spuren hinterlassen haben. Auch unser Drehort war ein ehemals Sudetendeutsches Gehöft.“

11 Minuten
Farbe
Medien.Kunst / cineart TV Prague 2006

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cineart TV Prague
Bernd Kilian

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„Im Jahr 2004 habe ich mehrere Recherchereisen in die Region der Böhmischen Mittelgebirge unternommen, um einen geeigneten Drehort für die Realisierung des Kurzfilms zu finden. Schwierigkeiten bereitete vor allem die Sprachbarriere; keine der mir zur Verfügung stehenden Sprachen war geeignet, um mich mit den Besitzern möglicher Drehorte zu verständigen. Glücklicherweise konnte ich den Prager Filmproduzenten Viktor Schwarcz für das Projekt gewinnen. Vorbereitete Schriftstücke von ihm halfen mir, mit den Leuten vor Ort einig zu werden.

In Úštěk konnte ich mit Mitgliedern des örtlichen Theaters, die ihrerseits interessierte Laien zusammentrommelten, ein Casting veranstalten, bei dem die Komparsen und einige Darsteller gefunden wurden. Auch dies hat Viktor Schwarcz von Prag aus vorbereitet.

Besonders interessant war für mich die Suche nach einem Koproduzenten in Prag. Dabei konnte ich viele interessante Menschen aus dem Filmbereich kennen lernen und gute Einblicke in die tschechische Filmwirtschaft und insbesondere in die Barrandov Studios nehmen.“