Denkwerk

Exegesewerkstatt. Neutestamentliche Apokryphen

Koordinator: Professor Dr. Bernhard Heininger, Lehrstuhl für Neutestamentliche Exegese, Universität Würzburg

Aus welchen Quellen schöpft Dan Brown seine Informationen? Warum findet man das Judasevangelium nicht in der Bibel? Wer war Jesus wirklich? Das Projekt Exegesewerkstatt stellt weithin unbekannte Texte aus der Frühzeit des Christentums in den Mittelpunkt, die nicht in den neutestamentlichen Kanon, die kirchlich verbindliche Zusammenstellung der biblischen Schriften, aufgenommen wurden. Diese als Apokryphen bezeichneten Texte wurden teilweise, wie beispielsweise das Judas- und Thomasevangelium oder das so genannte Evangelium der Maria, erst im letzten Jahrhundert wieder entdeckt. Sie sind gerade für die Geschichte des frühen Christentums von eminenter Bedeutung.

Anhand dieser und anderer apokrypher Schriften lernen die Schüler eine andere Seite des frühen Christentums kennen, die im Verlauf der Kirchengeschichte weitgehend verloren gegangen ist und in Bestsellern vom Schlage Dan Browns ihre Wiederauferstehung feiert. Deren vermeintliche Historizität, aber auch die Gründe für ihre Verbannung aus dem Kanon stehen im Mittelpunkt der vom Lehrstuhl für Neutestamentliche Exegese der Universität Würzburg durchgeführten Studientage. Diese finden jedes Schuljahr im Frühjahr und Herbst statt und ermöglichen den schnellen Wissenstransfer von der Universität zur Schule. Am Netzwerk beteiligt sind mehrere Gymnasien aus Würzburg und Erlangen; zusätzlich eingebunden ist das Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Universität Würzburg.