Grenzgänger

Frank Gaudlitz:

Frank Gaudlitz wurde 1958 in Vetschau geboren. Er studierte am Institut für Heimerzieherausbildung in Hohenprießnitz und schloss ein Fotografiestudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Arno Fischer ab.

Er wurde u.a. mit dem Fotografie−Austauschprogramm des DFJW, Rheinisches Landesmuseum / École Nationale de la Photographie, der Projektförderung durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, den Förderpreis für zeitgenössische Landschaftsfotografie des Landes Brandenburg, den Aenne−Biermann−Preis, den Brandenburg−Preis für Bildende Kunst und den Preis des brandenburgischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur ausgezeichnet.

Der Schwerpunkt seiner Arbeiten liegt auf den Ländern Osteuropas – Russland, Donau-Länder, Südosteuropa.
Warten auf Europa. Begegnungen an der Donau

2.778 Kilometer legt die Donau von der Quelle in Deutschland bis zur Mündung ins Schwarze Meer zurück. Dabei durchfließt sie zehn Staaten mit unterschiedlichem wirtschaftlichem Entwicklungsstand, verschiedener Ausprägung rechtsstaatlicher Prinzipien und verweist so auf das gesamte Spektrum an Schwierigkeiten im europäischen Einigungsprozess.

Die Lebensumstände der Menschen in der Ukraine, in Moldawien, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Kroatien, Ungarn und in der Slowakei haben mich im Vergleich zu Österreich und Deutschland besonders interessiert. Ich wollte in kurzen Aufenthalten erfahren, wie die kulturelle Identität im Alltag der neuen Europäer gelebt und reflektiert wird. Ich wollte erfragen, welche Wünsche gegenwärtig im sich neu formierenden Europa keimen, welche Vorstellungen von Glück in der (ungewissen) europäischen Zukunft in verschiedenen Generationen vorhanden sind. Ich wollte Menschen unterschiedlicher Milieus und Alter in diesen Ländern begegnen, ihnen zuhören und sie in ihrer alltäglichen (europäischen) Verfasstheit fotografieren.

Rezensionsnotiz Süddeutsche Zeitung, 23.01.2007:
„Bewegend findet Karl-Markus Gauß den Fotoband „Warten auf Europa“, den Frank Gaudlitz vorgelegt hat. Die Porträts von Bewohnern des Donauraums, die Gaudlitz auf einer dreijährigen Reise durch die zehn Staaten entlang der Donau gemacht hat, zeigen für Gauß nicht weniger als das „Gesicht Europas“ und verdeutlichen zudem, dass Europa noch immer ein „Kontinent der Ungleichheit“ ist. Er würdigt Gaudlitz als Meister der Dokumentarfotografie, seine Porträts von Menschen am Fluss als „wunderbare Bilder“, die man nie mehr vergessen werde. Mit Lob bedenkt er auch die Textbeiträge von Karl Schlögel, Jule Reuter und Günter Schödl.“

Fotoband mit Essays von Karl Schlögel, Jule Reuter und Günter Schödl
196 Seiten, gebunden
zahlreiche Farb- sowie S/W-Fotos und Karte
Deutsch/Englisch
ISBN: 3-936168-31-8

Pressestimmen

„Bewegend findet Karl-Markus Gauß den Fotoband „Warten auf Europa“, den Frank Gaudlitz vorgelegt hat. Die Porträts von Bewohnern des Donauraums, die Gaudlitz auf einer dreijährigen Reise durch die zehn Staaten entlang der Donau gemacht hat, zeigen für Gauß nicht weniger als das „Gesicht Europas“ und verdeutlichen zudem, dass Europa noch immer ein „Kontinent der Ungleichheit“ ist. Er würdigt Gaudlitz als Meister der Dokumentarfotografie, seine Porträts von Menschen am Fluss als „wunderbare Bilder“, die man nie mehr vergessen werde. Mit Lob bedenkt er auch die Textbeiträge von Karl Schlögel, Jule Reuter und Günter Schödl.“

Rezensionsnotiz Süddeutsche Zeitung, 23.01.2007

Bildergalerie

Die Reise begann an der Mündung der Donau ins Schwarze Meer und folgte ihr dann stromaufwärts in Richtung derer, die sich unabhängig von bestehenden Grenzen auf den Weg nach Europa gemacht haben und immer wieder machen werden, solange das Wohlstandsgefälle zwischen Ost und West existiert.

Die Offenheit, mit der die Menschen vor die Kamera traten und sich zu erkennen gaben, möchte den Betrachter der Fotografien einladen, einen Dialog zu beginnen und Nähe aufzubauen. Die handschriftlichen Notate berichten darüber hinaus von Hoffnungen und Ängsten im privaten und gesellschaftlichen Leben der Protagonisten.