Pressemeldungen 2010
Pressemitteilung

Justizministerium, Breuninger Stiftung und Robert Bosch Stiftung gründen „Netzwerke für Bildungspartner e. V.“

Startschuss für nachhaltiges Integrationsprojekt in öffentlich-privater Partnerschaft

Bereits jetzt 1,5 Mio. Euro sicher für bessere Bildungschancen in Baden-Württemberg 

Stuttgart, 08.06.2010 - Baden-Württemberg will die Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund verbessern. Zu diesem Zweck haben der Justizminister und Integrationsbeauftragte der Landesregierung Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP), der Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung, Dieter Berg, und die geschäftsführende Gesellschafterin der Breuninger Stiftung, Dr. Helga Breuninger, am Dienstag (8. Juni 2010) in Stuttgart einen Trägerverein für das gemeinsame Integrationsprojekt: „Bildungspartnerschaft mit Eltern mit Migrationshintergrund“ gegründet. Aufgabe des Vereins ist es, die Umsetzung der Konzeption für das Integrationsprojekt zu steuern, die das Land federführend mit den beiden Stiftungen und unter Mitwirkung zahlreicher Fachleute an einem Runden Tisch erstellt und am 18. November 2009 einstimmig verabschiedet hat.

Bildung hat herausragende Bedeutung

Eltern mit Migrationshintergrund sollen verstärkt in das Bildungsgeschehen ihrer Kinder eingebunden werden. Dazu sollen sie mehr als bisher über ihre Mitwirkungsmöglichkeiten aber auch die Mitwirkungsnotwendigkeiten im Kindergarten- oder Schulalltag im Rahmen von Elternabenden, speziellen Schulungen durch Elternmentoren oder in Form von Informationsmaterial informiert werden. „Bildung hat eine herausragende Bedeutung für eine gelungene Integration. Dafür wollen wir bei den Eltern werben. Es gilt, bei den Eltern Sprachbarrieren und Informationslücken abzubauen, um ihnen - zum Wohle ihrer Kinder - einen besseren Zugang zu unserem Bildungssystem zu ermöglichen. Wir wollen die Eltern motivieren, den Bildungsweg ihres Kindes zu begleiten. Das fängt beim Besuch der Elternabende an und setzt sich beim gemeinsamen Lernen mit echtem Interesse für den Unterrichtsstoff des Kindes fort“, sagte Goll.

Der neu gegründete Verein werde nun dafür Sorge tragen, dass bis Herbst 2010 ein flächendeckendes professionelles Beratungsangebot aufgebaut werde. Ein Pool mit hauptamtlichen Beratern solle helfen, möglichst nachhaltige Netzwerke zwischen Elternvertretern, Schulen, Kindergärten, Kommunen, Migrantenorganisationen, Kirchengemeinden und anderen Netzwerkpartnern zu errichten. Über solche stabile Netzwerke und Runde Tische könnten die Beteiligten auf lokaler Ebene geeignete Maßnahmen entwickeln, koordinieren und gezielt umsetzen, um die Eltern aktiv am Bildungsgeschehen ihrer Kinder zu beteiligen.

Finanzierung auf sehr gutem Weg

„Die Finanzierung des Projektes ist auf einem sehr guten Weg“, erklärte der Justizminister. Für die Haushaltsjahre 2010 und 2011 seien im Justizetat des Landeshaushaltes bereits jeweils 500.000 Euro eingestellt. Die Robert Bosch Stiftung beteilige sich darüber hinaus finanziell mit einem Beitrag in Höhe von einmalig 400.000 Euro, die Breuninger Stiftung stelle weitere Mittel im Wert von 100.000 Euro zur Verfügung.

Die drei Projektpartner erhoffen sich außerdem erhebliche Fördergelder aus dem Impulsprogramm der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg. Über einen entsprechenden Antrag werde die Nachhaltigkeitskonferenz am 16. Juni 2010 entscheiden. „Damit wir unser Vorhaben ohne Abstriche umsetzen können, wäre für uns die Unterstützung aus dem Impulsprogramm sehr wichtig“, waren sich Goll, Berg und Breuninger einig. „Mit den Mitteln sollen in jedem der vier Regierungsbezirke mehrere hauptamtliche Berater eingestellt werden. Zudem wollen wir auch konkrete Projekte vor Ort kofinanzieren, sei es durch Zuschüsse oder Anschubfinanzierungen“, so die Vereinsgründer. Voraussetzung sei immer ein finanzieller Eigenbeitrag der Antragsteller. Dadurch werde sichergestellt, dass hinter jedem Förderantrag ein stabiles und leistungsfähiges Netzwerk stehe. Das sei für die angestrebte Nachhaltigkeit eine wesentliche Voraussetzung.

Weiterer Zeitplan

Im Anschluss an die Nachhaltigkeitskonferenz starten die Ausschreibungen für den Aufbau des Beraterpools. Die Ausschreibungen erfolgen für jeden der vier Regierungsbezirke Baden-Württembergs gesondert. Bewerben können sich Organisationen, die die Berater in ihrer Einrichtung beschäftigen möchten. Die Be-werber sollen in einem Strategiekonzept aufzeigen, wie sie ein geeignetes Beratungsangebot gewährleisten wollen. Den Zuschlag erhalten die Organisationen, die mit ihrem Strategiekonzept überzeugen können. Anfang Oktober sollen die Berater ihre Tätigkeit aufnehmen. Der Verein bezuschusst die Einrichtungen mit jeweils 250.000 Euro. In Kürze wird der Verein auch den Startschuss für die Förderung einzelner Maßnahmen auf lokaler Ebene geben. 

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Stephanie Ferdinand
Pressereferentin
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