Pressemeldungen 2010
Pressemitteilung

Jugend debattiert: Sprachlich und politisch gebildet zum Landessieg

Stuttgart, 12. April 2010 - Vier Schüler und Schülerinnen qualifizierten sich heute beim Landesfinale Jugend debattiert für das Bundesfinale in Berlin: Miriam Wolf vom Humboldt-Gymnasium in Ulm überzeugte bei der Frage „Sollen an baden-württembergischen Schulen die Schülerinnen und Schüler monatlich für einen Nachmittag zu sozialen Diensten verpflichtet werden?“, dem Thema für die Klassen 8 bis 10. Sie argumentierte eindrucksvoll gegen eine Verpflichtung. Jakob Lehners vom Goldberg-Gymnasium Sindelfingen konnte bei der Frage „Soll im öffentlichen Schuldienst Baden-Württembergs eine Quote für Bewerber mit Migrationshintergrund eingeführt werden?“ den Wettbewerb der Jahrgangsstufen 11 bis 13 für sich entscheiden. Er trat schlüssig und schlagfertig gegen eine Einschränkung ein. Rund 15.600 Schüler haben sich im laufenden Schuljahr am Landeswettbewerb Jugend debattiert in Baden-Württemberg beteiligt. Die besten acht Schüler, die sich zuvor auf Schul- und Regionalverbundebene sowie in der Landesqualifikation durchgesetzt hatten, debattierten heute beim Landesfinale im Plenarsaal des Landtages in Stuttgart. Jugend debattiert ist ein gemeinsames Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Mercator und der Heinz Nixdorf Stiftung in Kooperation mit der Kultusministerkonferenz und den Kultusministerien der Länder, in Baden-Württemberg das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport. Schirmherr von Jugend debattiert ist Bundespräsident Horst Köhler.

Die beiden Debattensieger und die jeweils Zweitplatzierten Lisa König vom Lise Meitner-Gymnasium in Remseck und Matthias Plappert vom Hans und Sophie Scholl-Gymnasium Ulm vertreten Baden-Württemberg nun beim Bundeswettbewerb Jugend debattiert im Juni in Berlin. Als Preis für ihren heutigen Erfolg erhalten die Landessieger ein dreitägiges professionelles Rhetorik-Training, das auch auf das Bundesfinale vorbereitet. Bundespräsident Horst Köhler, Schirmherr des Projekts, wird am 20. Juni 2010 den überzeugendsten Rednern die Siegerurkunden persönlich überreichen.

Für Kultusministerin Marion Schick ist die Fähigkeit zu debattieren eine Grundvoraussetzung für eine lebendige Demokratie. „Jugend debattiert stärkt nicht nur die rhetorischen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler, sondern weckt auch das Interesse an gesellschaftlichen und politischen Themen. Der Wettbewerb fordert und fördert selbstständiges Denken, Lernen und Arbeiten. Es freut mich, heute die besten Redner und Rednerinnen ehren zu dürfen. Ich wünsche ihnen viel Erfolg auf Bundesebene“, sagte sie.

Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung, ergänzt stellvertretend für die Projektpartner: „Hinter dem Debattieren steht der Gedanke der dialektischen Rede. Ein guter Redner muss es schaffen, ein Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten, die Argumente für unterschiedliche Sichtweisen zu bewerten und eine Entscheidung zu treffen. Wer dies nachvollziehbar darlegt, ist überzeugend. Ich freue mich, dass sich Jugendliche in dieser Art des Redens üben, denn sie lernen dadurch weit mehr als Reden.“

Durch Trainings für Lehrkräfte und Schüler und Schülerinnen fördert Jugend debattiert die sprachliche und politische Bildung sowie die Meinungs- und Persönlichkeitsbildung. Im Schuljahr 2009/10 beteiligen sich mehr als 90.000 Schüler  und Schülerinnen und 4.500 Lehrkräfte an 660 Schulen an dem Projekt, das Schüler aller Schulformen mit einbezieht. Die Debatten finden in zwei Altersgruppen statt: den Klassen 8 bis 10 und den Jahrgangsstufen 11 bis 13.

Der Schülerwettbewerb folgt klaren Regeln: Debattiert wird jeweils zu viert über aktuelle politische und schulische Streitfragen. Jeder Schüler/jede Schülerin hat zu Beginn zwei Minuten ungestörte Redezeit, in der er seine Position - pro oder contra - darlegt. Anschließend folgen zwölf Minuten freie Aussprache. Für das Schlusswort steht jedem Teilnehmer eine weitere Minute zur Verfügung, wobei er seine ursprüngliche Position auch verändern darf. Bewertungskriterien für die Debatte sind Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.

Jugend debattiert verbindet Wettbewerb mit Training. Für die Schülerinnen und Schüler beginnt Jugend debattiert mit einer Unterrichtsreihe in der Klasse. Anschließend folgt der Wettbewerb, zunächst in der Schule, dann im Regionalverbund und schließlich auf Landesebene. Regional- und Landessieger gewinnen jeweils ein Seminar zur Vorbereitung auf die nächste Stufe des Wettbewerbs. Was sich die Schüler und Schülerinnen in Unterricht und Seminar erarbeiten, trägt auch über den Wettbewerb hinaus: Jugend debattiert stärkt die kommunikativen Fähigkeiten, verbessert die Urteilsbildung und gibt mehr Sicherheit im Auftreten, auch bei Prüfungen und Bewerbungen.

Die Sieger im Landeswettbewerb Jugend debattiert Baden-Württemberg 2010:

Altersgruppe I (Klassen 8 bis 10)

1. Platz: Wolf, Miriam; 16 Jahre; Humboldt-Gymnasium Ulm
2. Platz: König, Lisa; 16 Jahre; Lise-Meitner-Gymnasium Remseck
3. Platz: Klug, Johannes; 15  Jahre; Goldberg-Gymnasium Sindelfingen
4. Platz: Reichard, Julian; 16 Jahre; Schule Birklehof Hinterzarten

Altersgruppe II (Jahrgangsstufen 11 bis 13)

1. Platz: Lehners, Jakob; 19 Jahre; Goldberg-Gymnasium Sindelfingen
2. Platz: Plappert, Matthias; 19 Jahre; Hans und Sophie Scholl-Gymnasium Ulm
3. Platz: Roth, Sophie; 17 Jahre; Eugen-Bolz-Gymnasium Rottenburg
4. Platz: Stützner, Emanuel; 19 Jahre; Gymnasium Hechingen

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Stephanie Ferdinand
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