Grenzgänger

Landolf Scherzer:

Landolf Scherzer wurde 1941 in Dresden geboren. Von 1962-65 absolvierte er ein Journalistikstudium in Leipzig. Bis 1975 war er als Redakteur beim „Freien Wort“ in Suhl tätig. Er lebt als freier Schriftsteller in Thüringen.
Immer geradeaus. Zu Fuß durch Europas Osten
Die Welt mit den Füßen vermessen

Wenn Landolf Scherzer sich auf den Weg macht, läuft er direkt ins Abenteuer. Knapp fünf Wochen wanderte er diesmal entlang der Grenzen zwischen Ungarn, Kroatien, Serbien und Rumänien. Geplant war eine Fahrt per Traktor und Wohnwagen durch sieben osteuropäische Länder, aber bereits vor Ungarn gab der Trecker auf. So musste Landolf Scherzer mit seiner alten Kraxe loslaufen, immer geradeaus, von Grenze zu Grenze.

Was enttäuschend begann, erwies sich als Glücksfall, denn wie hätte er sonst so viele Begegnungen am Wegrand haben können: ungarische Flurwächter, kroatische Friedhofspfleger, rumänische Fußballtrainer, gastfreundliche Roma und all die Grenzgänger aus dem Heer derer, die der Arbeit hinterherziehen. Ihn erwarteten merkwürdige Beispiele der Globalisierung, osteuropäisches Improvisationstalent, absurde EU-Projekte, neueste Technik neben primitivsten Bedingungen. Hass auf den Nachbarn lernte er kennen, Geschäftstüchtigkeit wie Großherzigkeit – und nicht zuletzt seine eigenen Grenzen.

„Es sind die Gegensätze und der Blick fürs Detail, die diese Reportage so lesenswert machen. … Scherzers Antworten sind so direkt, wie sie nur durch den direkten Kontakt mit den Menschen entstehen können, weitab von den schnelllebigen, bunten Bildern unserer Zeit.“
Birgit Koß, Deutschlandradio Kultur 

„Der Meister der literarischen Reportage.“
Neue Presse Coburg

„Scherzer beschreibt ungeschminkt, was er gesehen, geschmeckt, gehört hat. Er ist neugierig auf das wirkliche Leben. Von diesem unvoreingenommenen Blick, geschult an Scherzers Vorbild Kisch, leben seine Bücher.“
Rainer Kasselt, Sächsische Zeitung 

303 Seiten, gebunden 
Aufbau-Verlag, Berlin 2010
ISBN: 978-3-351-02715-5

Bildergalerie

Die Recherche war anders geplant. 5000 km mit Traktor und Wohnwagen durch sieben osteuropäische Länder im Wohnwagen. Das Hintergrundmaterial für die Recherche: historische, geographische, ethnologische und andere Bücher und Artikel. Wohnwagen und Traktor kamen abhanden, also lief ich wie ein Schneider ohne all das zu Fuß durch wenigstens vier Länder. Deshalb gibt es nur die Erlebnisebene des Laufens und Sehens und Hörens. Habe zu Hause nur kurz die Geschichte der Jugoslawienkriege und der jüngeren rumänischen Geschichte eingefügt. Ansonsten Erlebnis pur. Hat Vor- und Nachteile.

Was enttäuschend begann, erwies sich als Glücksfall, denn wie hätte er sonst so viele Begegnungen am Wegrand haben können: ungarische Flurwächter, kroatische Friedhofspfleger, rumänische Fußballtrainer, gastfreundliche Roma und all die Grenzgänger aus dem Heer derer, die der Arbeit hinterherziehen. Ihn erwarteten merkwürdige Beispiele der Globalisierung, osteuropäisches Improvisationstalent, absurde EU-Projekte, neueste Technik neben primitivsten Bedingungen. Hass auf den Nachbarn lernte er kennen, Geschäftstüchtigkeit wie Großherzigkeit – und nicht zuletzt seine eigenen Grenzen.