Lothar Schöne:

Das Labyrinth des Schattens
Roman

Die deutsch-jüdische Journalistin Sabina-Esther Morane fliegt für eine Recherche von Stuttgart nach Krakau. Im Flugzeug lernt sie einen Mann kennen, dessen Ausstrahlung sie unruhig macht. In Krakau, bei ihrem ersten Stadtgang, nimmt ein etwa zehnjähriges Mädchen sie an der Hand, zieht sie mit sich und lässt Szenen aus der Vergangenheit lebendig werden. Das Mädchen verstört die Journalistin zutiefst mit der absurden Behauptung: sie sei in Wirklichkeit ihre Mutter. Sabina verliert den Boden unter den Füßen, sucht schließlich Rat bei einer Psychologin und einem Rabbi. »Das Labyrinth des Schattens« spielt in der Jetztzeit und zugleich im Krakau der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Durch das Mädchen erlebt die Journalistin die Liebesgeschichte ihrer Großeltern, die konträre Lebensweise zweier unterschiedlicher jüdischer Familien – und sie wird konfrontiert mit der Frage nach Gott und der Theodizee: warum trotz Gott das Böse in der Welt ist. Gleichzeitig beginnt sie eine Affäre mit dem Mann aus dem Flugzeug, von dem sie sich so angezogen wie abgestoßen fühlt. Aber der Unbekannte will zuviel von ihr: sie kann ihn nicht lieben. Getrieben und verunsichert spürt Sabina, wie die Vergangenheit ihre Gegenwart besetzt, und der seltsam charismatische Mann zeigt ihr bald seine ganze furchterregende Macht.

Lothar Schöne recherchierte in Krakau und in Israel und dankt seinem Krakauer Gewährsmann Pawel Szulecki, der für ihn dolmetschte und ihm die südpolnische Stadt näher brachte. Vor allem aber fühlt er sich seiner Kusine Tova Aran zu Dank verpflichtet. Sie stammt aus Krakau, lebt heute in Tel Aviv und besuchte mit ihm in Israel jene alten Landsleute, die noch leben.

Das Labyrinth des Schattens. Roman.
Ca. 280 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
Kloepfer & Meyer Verlag 2010
ISBN 978-3-940086-43-3

Zum Autor: Lothar Schöne wurde in Herrnhut geboren. Er studierte in Frankfurt und Mainz, promovierte in Tübingen, arbeitete als Bankkaufmann, Journalist, Hochschullehrer, Drehbuchautor. Er veröffentlichte Romane, Erzählungen und Sachbücher. Sein Roman »Der blaue Geschmack der Welt« wurde von den Lesern der »Welt« 2002 zum »Buch des Jahres«gewählt; der zuletzt erschienene Roman »Das jüdischeBegräbnis« wurde in sechs Sprachen übersetzt, unter anderem ins Hebräische, er wurde in Israel als literarisches Ereignis gefeiert und wird derzeit verfilmt. Lothar Schöne erhielt etliche Preise und Auszeichnungen, zuletzt den Literaturpreis der Stadt Offenbach, ein Villa-Massimo-Stipendium in Rom sowie den Stadtschreiber-Preis von Erfurt.