Pressemitteilung

Journalistenpreis Bürgerschaftliches Engagement 2009

Auszeichnung für Redakteure von Stuttgarter Zeitung, Rhein-Zeitung, RBB-Fritz und ZDF

Stuttgart, 5. Dezember 2009 - Die Robert Bosch Stiftung verleiht den mit jeweils 10 000 Euro dotierten Journalistenpreis Bürgerschaftliches Engagement heute im Bosch Haus Heidehof in Stuttgart in den Kategorien Print, Hörfunk und Fernsehen: Frank Buchmeier bekommt den Preis für seinen Artikel „Eines Morgens an der Sonnenuhrhütte“, erschienen am 3. Juni 2009 in der Stuttgarter Zeitung. Für die Hörfunkserie „Die machen’s schon. Portraits von Ehrenamtlern“ (11. bis 15. Mai 2009) erhalten den Preis Martin Schneider, Liane Gruß und Momo Faltlhauser von Fritz, dem Jugendprogramm des Rundfunk Berlin Brandenburg. Der am 17. Dezember 2008 im ZDF gesendete Beitrag „Die Weggeworfenen - Geschichte einer Abschiebung“ von Lutz Ackermann, Anita Blasberg und Marian Blasberg überzeugte die Jury in der Kategorie Fernsehen. Der Marion-Dönhoff-Förderpreis für Journalisten bis 30 Jahre und 5000 Euro gehen an Denise Bergfeld für ihren Artikel im Journal der Rhein-Zeitung „Marthes langer Weg zurück ins Leben“ (23. Mai 2009).

Mit dem Journalistenpreis Bürgerschaftliches Engagement zeichnet die Robert Bosch Stiftung seit 1998 herausragende Beiträge über Menschen aus, die für sich und andere Verantwortung übernehmen. Ziel ist, mehr Öffentlichkeit für das freiwillige Engagement von Bürgern in ihrem Gemeinwesen zu schaffen und die Diskussion über die Grundlagen einer lebendigen Bürgergesellschaft anzuregen.

Neben 115 Einsendungen aus dem Print-Bereich entfallen in diesem Jahr 71 Bewerbungen auf das Fernsehen und 40 auf den Hörfunk. Einen wichtigen Akzent setzte die ARD-Themenwoche „Ist doch Ehrensache!“ im Mai 2009. Aber die Einsendungen beweisen, dass auch außerhalb dieser Aktion dem bürgerschaftlichen Engagement in den Medien große Aufmerksamkeit zuteil wurde.

Jurymitglieder der verschiedenen Kategorien ehren die Preisträger in ihren Laudationes (siehe "Weitere Informationen"). Heribert Prantl, Leiter Innenpolitik bei der Süddeutschen Zeitung, sagt über Frank Buchmeier: „Er macht sich nicht gemein mit schnellen Bewertungen. Er belehrt auch nicht. Und trotzdem kann jeder, der seine Geschichte liest, für sich eine Lehre ziehen. Er lässt die Geschichte sich selbst erzählen. Unser Preisträger bewerkstelligt das auf meisterhafte Weise. Frank Buchmeier ist ein Stück literarische Publizistik gelungen.“ Die mit dem Hörfunkpreis ausgezeichnete Redaktion von Fritz, dem Jugendradio des RBB, habe das Ehrenamt „entstaubt“, sagt Gerd Depenbrock, Leiter des WDR-Studios in Berlin. Die Portraits seien „ein origineller und moderner Mix aus Wort und Musik“ und zeigten, „dass Ehrenamt nicht nur etwas für Senioren ist“. „Die Handschrift aller am Film Beteiligten - Autoren, Kamera, Schnitt - ist sehr unaufgeregt und gleichzeitig hoch professionell“, bescheinigt Claudia Nothelle, Programmdirektorin des RBB, dem ausgezeichneten ZDF-Team. Und weiter: „Gerade das macht den Film zu einem Meisterwerk, das deutlich macht, wie überlebenswichtig bürgerschaftliches Engagement sein kann.“ Und nicht zuletzt hat die Geschichte von Denise Bergfeld über eine Suizidgefährdete, die Hilfe beim Verein „Tecum“ in Koblenz findet, die Jury tief beeindruckt. Sie beschreibe in dem „nüchternen, aber gerade deshalb so bewegendem Text das mühsame Ringen eines Menschen um neuen Willen zum Leben“, so Gerd Appenzeller, Redaktionsdirektor des Tagesspiegels in Berlin.

„Dieser Preis ist nicht nur Auszeichnung für hervorragende Berichterstattung über bürgerschaftliches Engagement, sondern Verpflichtung“, sagt Johannes Grotzky, Hörfunkdirektor des Bayerischen Rundfunks, in seinem Festvortrag. „Verpflichtung zu einer beruflichen Haltung, die dazu beiträgt, die Zivilgesellschaft zu fördern und damit die Demokratie zu stärken. [...] Allem voran steht die vornehmste Aufgabe des Journalisten, Dinge so zu berichten, wie er sie nach bestem Wissen und Gewissen erlebt und recherchiert hat. Diesen Fakten hat er nichts hinzuzufügen, er darf aber auch nichts mutwillig weglassen.“

Kontakt

Stephanie Ferdinand
Pressereferentin
Telefon 0711 46084-29
Telefax 0711 46084-96