Altersbilder in anderen Kulturen
Demographischer Wandel

Altersbilder in anderen Kulturen

Studie des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg im Auftrag der Robert Bosch Stiftung und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Nach den beiden Studien „Altersbilder von Journalisten“ und „Demographieorientierte Personalpolitik in der öffentlichen Verwaltung“ erscheint mit „Altersbilder in anderen Kulturen“ die dritte Schrift in unserer Reihe „Alter und Demographie“.

Wie wird in anderen Ländern die Lebensphase „Alter“ wahrgenommen? Mit welchen Stärken und Grenzen wird „Alter“ in anderen Ländern assoziiert? Welche politischen Konzepte zur Stärkung der Mitverantwortung älterer Menschen für die Gesamtgesellschaft sind in anderen Ländern  erkennbar? Und: Was können wir von anderen Ländern in Bezug auf den Umgang mit Fragen des Alters lernen?

Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend haben wir die Arbeit Heidelberger Wissenschaftler unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Kruse unterstützt, damit gesellschaftliche Deutungen zum Alter, die Fähigkeiten und die Selbstwahrnehmung der alten Menschen in den USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Norwegen, Frankreich und Brasilien untersucht und ausgewertet werden konnten.

Die Studie zeigt große kulturelle Unterschiede im Hinblick auf die Deutung des Alters und den Umgang mit Fragen des Alterns. Während sich in Brasilien die Tendenz beobachten lässt, den Alternsprozess auszublenden und möglichst weit ungeschehen zu machen, findet sich vor allem in Japan, Norwegen und den Vereinigten Staaten eine hohe Akzeptanz und Anerkennung des Alters. In Großbritannien und in den USA ist ein hohes Maß an freiwilligem Engagement älterer Menschen zu beobachten, das mit dem Begriff des „aktiven Alterns“ umschrieben wird. In Frankreich und Norwegen wird besonderes Gewicht auf Bildungsangebote für ältere Menschen gelegt, während in Japan die „zweite berufliche Karriere“ im Zentrum des Interesses steht. In Frankreich finden sich außerdem vorbildliche Ansätze zur sozialen Teilhabe älterer Menschen, die an körperlichen oder psychischen Erkrankungen leiden.

In den besuchten Ländern wurde vielfach auf die Bundesrepublik Deutschland als einem Land Bezug genommen, in dem die Stärken (Potenziale) des Alters gesellschaftlich und politisch erkannt und mehr und mehr genutzt werden.

Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse möchten wir Menschen aller Altersstufen die Möglichkeit geben, sich über den interkulturellen Vergleich aktiv mit dem Alter und dem eigenen Alterungsprozess auseinanderzu-setzen und die in unserem Land bestehende Haltung zu diesem Lebensabschnitt im Spiegel anderer Kulturen zu reflektieren.

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Altersbilder in anderen Kulturen
Studie in der Reihe
"Alter und Demographie"

Weitere Informationen

Radiobeitrag von SWR 4 Baden-Württemberg zur Studie

Kontakt

Brigitte Stähle
Telefon 0711 46084-53