Grenzgänger

Herta Müller:

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Foto: Markus Kirchgessner
Frankfurter Buchmesse 2009, Herta Müller, Nobelpreis für Literatur, 13.11.2009
Foto: Ulrich Janetzki
Oskar Pastior und Ernest Wichner im Gespräch, Literarisches Colloquium Berlin, 18.06.2006
Herta Müller wurde 1953 im Banat (Rumänien) geboren. Nach einem Publikationsverbot und Repressionen durch den rumänischen Geheimdienst Securitate reiste sie 1987 nach Deutschland aus, wo sie seither in Berlin lebt. Sie hat viele Erzählungen und Romane über die seelischen Folgen des Leidens in der Diktatur geschrieben. Die Liste ihrer Auszeichungen ist sehr lang, 2009 erhielt Herta Müller den Nobelpreis für Literatur.
Atemschaukel

Rumänien am Ende des Krieges. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst. Auf Anweisung Stalins werden alle arbeitsfährigen Männer und Frauen deutscher Herkunft in sowjetische Arbeitslager deportiert. „Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15° C.“ So beginnt der junge Mann mit Namen Leopold seinen Bericht. Fünf lange Jahre liegen vor ihm, nach denen er als ein anderer zurückkehrt. Müller erzählt von der Erfahrung des Überlebens im Arbeitslager, die für das ganze Leben prägend sein wird. 

„Atemschaukel“ ist auch eine Aufarbeitung von Herta Müllers Familiengeschichte: Ihre Mutter wurde als junge Frau in ein sowjetisches Arbeitslager verschleppt, konnte aber für diese Zeit keine Worte finden. Erst Oskar Pastior, der 2006 verstorbene Dichterfreund, füllte diese Leere mit Worten. In zahlreichen Treffen füllte Herta Müller Kladde um Kladde mit den Schilderungen seiner eigenen Lagererfahrungen. Herta Müller beschreibt in „Atemschaukel“ mit poetischer Prosa, was nur schwer auszudrücken ist, und holt damit menschliche Tragödien ans Licht der Erinnerung.

Roman 
Hanser Verlag
304 Seiten, fester Einband
ISBN: 978-3-446-23391-1

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Foto: Ernest Wichner
Foto: Ernest Wichner
Foto: Ernest Wichner
Foto: Ernest Wichner
Foto: Ernest Wichner
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Foto: Ernest Wichner
Foto: Ernest Wichner
Foto: Ernest Wichner
Die rumäniendeutschen Schriftsteller Ernest Wichner, Herta Müller und Oskar Pastior unternahmen 2004 eine Recherchereise in die Ukraine. Sie fanden die Überreste des Lagers, in welches der junge Pastior als Angehöriger der deutschen Minderheit in Rumänien zum sogenannten Wiederaufbau in die damalige Sowjetunion verschleppt worden war. Ursprünglich sollte ein gemeinsames Werk von Herta Müller und Oskar Pastior entstehen, die Autorin schreibt: „Als Oskar Pastior 2006 so plötzlich starb, hatte ich vier Hefte voller handschriftlicher Notizen, dazu Textentwürfe für einige Kapitel. [...] Erst nach einem Jahr konnte ich mich durchringen, das Wir zu verabschieden und allein einen Roman zu schreiben. Doch ohne Oskar Pastiors Details aus dem Lageralltag hätte ich es nicht gekonnt.“