Europa erfahren
Durch die Visaliberalisierung für Mazedonien, Montenegro und Serbien im Jahr 2009 und für Albanien sowie Bosnien und Herzegowina im Jahr 2010 ist es für Bürger dieser Länder inzwischen formal möglich, ohne Visa in die Länder der Europäischen Union (EU) einzureisen. Diese Reisefreiheit war in den durch politische, soziale und wirtschaftliche Krisen geprägten Balkan-Ländern der erste für die Bürger unmittelbar spürbare Mehrwert im Annäherungsprozess an die EU. Aufgrund des geringen Durchschnittseinkommens bleibt es für viele, insbesondere junge Menschen, jedoch weiterhin unerschwinglich von der Reisefreiheit Gebrauch zu machen, weshalb viele noch nie außerhalb der Region waren. „Europa erfahren“ ermöglicht deshalb herausragenden Studenten aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, dem Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien internationale Erfahrungen zu sammeln, ihr Verständnis für europäische Strukturen zu erweitern und sich untereinander kennenzulernen. Angesprochen sind insbesondere junge Menschen, die über keine Auslandserfahrung verfügen.

Für eine vierwöchige Reise durch die Länder der Europäischen Union werden den Teilnehmern Krankenversicherung, Interrail-Tickets und Tagegeld zur Verfügung gestellt. Zudem erhalten sie in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt soweit erforderlich kostenlose Schengen-Visa. Im ersten Jahr nahmen 100 Studenten teil, inzwischen reisen jährlich 130 Teilnehmer in die EU.

Seit 2008 beginnen die Studenten ihre Reise mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung in Berlin. Sie empfinden die Reise als prägende Erfahrung, die auch das Verhältnis zur Europäischen Union, zum eigenen Land und zu Deutschland verändert. Durch begleitende Medienberichte stößt das Projekt auf große öffentliche Resonanz in den Ländern Südosteuropas.

Die Robert Bosch Stiftung führt das Projekt ‚Europa erfahren’ seit 2007 in Partnerschaft mit dem Balkan Trust for Democracy und in Koordination mit verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen aus den Ländern Südosteuropas durch.

Bildergalerie

Fotos: Kamila Zimmermann