Begeisterung für Technik steckt an

Auftaktveranstaltung Girls' Campus 2009

„Technik macht mir Spaß“ - Maike Letina vom Lise-Meitner-Gymnasium Böblingen muss nicht lange überlegen, warum sie sich für eine Teilnahme am Girls’ Campus beworben hat. „Es ist spannend, mit anderen Mädchen etwas zu entwickeln und zu bauen. Mechatronik und Solartechnologie interessieren mich besonders.“

Ähnlich neugierig auf Naturwissenschaft und Technik waren auch die anderen 34 Mädchen aus dem Großraum Stuttgart, die am 11. Juli gemeinsam mit Eltern, Lehrern, Freunden und Projektpartnern zur Auftaktveranstaltung des dritten Girls’ Campus der Robert Bosch Stiftung und der Robert Bosch GmbH gekommen waren.

Deutschland braucht mehr Wissenschaftlerinnen

Der Wissenschafts- und Forschungsstandort müsse gestärkt werden, betonte Dr. Ingrid Wünning Tschol, Bereichsleiterin Wissenschaft und Forschung der Robert Bosch Stiftung im Gespräch mit Dr. Karl-Heinz Schrödl, Leiter der Zentralabteilung Mitarbeiter bei der Robert Bosch GmbH. Deutschland könne es sich nicht leisten, die Hälfte aller Talente brachliegen zu lassen. Lediglich acht Prozent der Führungspositionen im Wissenschaftsbereich seien mit Frauen besetzt.

Auch Schrödl hält es angesichts des bereits spürbaren Ingenieurmangels für eine zentrale Aufgabe, den Mädchen zu vermitteln: „Technik ist spannend. Sie ist und bleibt die Basis der Industrie in Deutschland.“

Mädchen unterschätzen häufig ihre Potenziale

Wünning Tschol gab zu bedenken, dass Mädchen im Gegensatz zu Jungen ihre Potenziale häufig unterschätzen. Eltern, Lehrer, Wissenschaftler und Ingenieure sollten die Mädchen deshalb gezielt in ihren Talenten und Interessen unterstützen, Chancen aufzeigen und Mut machen: „Es ist nicht eine technische Formel, die fasziniert, sondern es sind Menschen, die Begeisterung wecken können. Deshalb wollen wir die Mädchen mit der praktischen technischen Forschung in Kontakt bringen und hoffen, dass der Funke überspringt.“

Technik zum Anfassen bei der Regatta am „Lake Bosch“

Im Anschluss an die Begrüßung hatten die Mädchen die Aufgabe, in Kleingruppen ein funktionstüchtiges und möglichst schnelles Wettbewerbs-Boot aus Styropor, Zahnstochern, Trinkhalmen und Luftballons zu konstruieren. Der starke Wind während der Regatta am „Lake Bosch“ brachte zwar einige Boote vom Kurs ab, „doch die Neugierde der Mädchen wurde geweckt, ihr Pioniergeist gefördert", stellte Schrödl fest. Beim anschließenden Grillfest wurde das „Bateau Bosch“ wenn auch nicht als schnellstes, so doch als Boot mit dem schönsten Namen ausgezeichnet.

Begeisterung steckt an

Zwei Teilnehmerinnen des letzten Jahrgangs, Jessica Kathmann von der Oscar-Paret-Schule in Freiberg und Carmen Hönes vom St. Agnes Gymnasium in Stuttgart, berichteten begeistert von ihren Erfahrungen im letzten Jahr. Der Girls’ Campus habe sie in ihren naturwissenschaftlich-technischen Interessen bestärkt. Und beide raten den neuen Teilnehmerinnen: „Genießt es. Es ist eine ganz tolle Zeit. Ihr habt Möglichkeiten, die euch sonst nicht offen stehen.“

(Lena Hoche, Juli 2009)

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Foto: Bosch
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