Deutsch-türkischer Schüleraustausch

Weitere Länderinformationen

Zur türkischen und deutschen Kulturenvielfalt
Es ist wichtig sich vor Augen zu führen, dass sowohl in Deutschland als auch in der Türkei eine bunte Kulturenvielfalt zu finden ist. Daher gibt es keinen allgemein gültigen Verhaltenskodex. Es empfiehlt sich bei Reisevorbereitungen für die Türkei bzw. Deutschland, die Teilnehmenden über die Gegebenheiten des speziellen Zielortes zu informieren.
Folgende Informationen können für den Aufenthalt in der Türkei hilfreich sein:

Drogen: In der Türkei sind Konsum und Besitz von Drogen strafbar und werden schwer geahndet.

Alkohol: Je nachdem wo Sie sich in der Türkei aufhalten und mit wem Sie unterwegs sind, werden Sie feststellen, dass nicht überall in der Öffentlichkeit Alkohol konsumiert wird und es auch an manchen Orten nicht möglich ist, Alkohol zu kaufen. Für einen Bevölkerungsteil wirkt es pietätlos, da der Alkoholkonsum im Islam untersagt ist. Für Schülerinnen und Schüler unter 18 Jahren ist nach gesetzlichen Vorgaben der Alkoholkonsum verboten. In jedem Fall ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit und in Bars und Hotels zu empfehlen. Betrunkene Menschen könnten in der Öffentlichkeit negativ auffallen und unerwünschte Reaktionen provozieren.

Rauchen: In der Türkei gilt ein strenges Rauchverbot. Ausgewiesene Raucherbereiche gibt es neben wenigen Ausnahmen kaum noch. Zigaretten und andere Rauchwaren sind zudem in Liedern, Musikvideos, Kino- und Fernsehproduktionen verboten, sodass Filme, in denen geraucht wird, mit einer bunten Blume über den Zigaretten teilzensiert werden. Personen unter 18 Jahren dürfen keine Zigaretten mehr kaufen und auch nicht in der Tabakbranche arbeiten. Zigaretten dürfen nur noch in bestimmten lizenzierten Geschäften verkauft werden. Wenn auch an vielen Orten das Rauchen geduldet wird, sind die Geldbußen bei einer Kontrolle sehr hoch.

Schüler-Lehrer-Verhältnis: Neben sehr hierarchischen und sehr strengen Strukturen gibt es je nach Engagement der Lehrer auch sehr freundliche sogar herzliche und nahe Verhältnisse zwischen Schülern und Lehrern.

Kommunikation: Wenn man nach der eigenen Meinung gefragt wird, darf man sie ehrlich äußern - natürlich ohne verletzend zu werden.

Entscheidungsfreiheit: Wenn jemand etwas anbietet, kann man es entweder höflich ablehnen oder annehmen. Beides ist in Ordnung.

Umgang mit älteren Menschen: In der Türkei genießen ältere Menschen großen Respekt. Von Jugendlichen wird gewünscht, in Anwesenheit älterer Menschen nicht laut zu sein und in ihrer Anwesenheit nicht zu rauchen. Auch der Alkoholkonsum wird kritisiert, sofern die Erwachsenen es nicht ausdrücklich erlauben. In öffentlichen Verkehrsmitteln bieten Jugendliche älteren Menschen in der Regel ihren Sitzplatz an.

Hierarchien: Hierarchien sind oft deutlich erkennbar. Generell ist der Umgang der Menschen in der Türkei eher freundlich, aber es gibt feste Höflichkeitsformen und auch hierarchische Titel, die in der Regel genutzt werden (z.B. „Abi“-„Abla“: großer Bruder - Schwester). Es sind Hierarchien vorhanden und es gibt Grenzen im Umgang mit Gruppenleiter/innen, Vorgesetzten oder Ranghöheren.

Schuhe: Bei Hausbesuchen sollten die Schuhe ausgezogen werden, wenn es nicht ausdrücklich gewünscht wird, sie anzulassen. Es ist eine höfliche Geste Straßenschuhe auszuziehen.

Naseputzen: In Anwesenheit anderer Menschen sollte das Naseputzen nicht hörbar sein. Die Nase darf nur in geschlossenen Räumen, am besten im Bad oder WC, geputzt werden. Am Esstisch ist dies besonders verpönt.

Einladungen: Gäste werden in Cafés, zum Restaurantbesuch oder manchmal sogar beim Einkaufen eingeladen, obwohl der Gastgeber dadurch nicht selten finanziell überfordert wird. Daher sollte sich der Gast in solchen Situationen nicht immer einladen lassen, sondern auch mal selbst in die Tasche greifen und den Gastgeber einladen.

Gastgeschenke: Gastgeschenke für die Gastfamilie sind als kleine Geste der Aufmerksamkeit immer willkommen.

Reiseverhalten der Kinder und Jugendlichen: Jugendliche in der Türkei reisen gern. Nach eigenen Angaben schätzen sich Jugendliche, die im Rahmen eines Jugendaustauschprogramms ins Ausland gehen, sehr glücklich. Das Reisen ins Ausland ist aber aufgrund der damit verbundenen Kosten nicht für alle erschwinglich. Die beliebtesten Reiseziele der Jugendlichen aus der Türkei sind Europa und die USA. Die Reise nach Deutschland hat einen besonderen Stellenwert. Deutschland ist der wichtigste Jugendaustauschpartner der Türkei. Türkische Jugendliche, die Deutschland besuchen, zeigen sich oft sehr beeindruckt und sind meistens angenehm überrascht.

Kultur und Alltag: Viele Menschen in Europa haben eine Vorstellung von der Kultur und dem Alltag in der Türkei, die nicht der Wirklichkeit entspricht. Die Türkei ist von europäischen, asiatischen, islamischen und modernen Vorstellungen geprägt. Das Leben und die Verhaltensnormen der Menschen im öffentlichen Raum weisen kaum nennenswerte Unterschiede zu denen in Mitteleuropa auf. Die Höflichkeitsformen, die in Deutschland im Miteinander auf Straßen, in Geschäften, Ämtern oder sonstigen öffentlichen Räumen gelten, sind auch in der Türkei durchaus üblich, vor allem in den Städten. Kleine Abweichungen können allerdings auftreten, etwa wenn man sich im ländlichen Raum oder in einer konservativen Region bewegt.

Zum Wertesystem der Jugend: Die türkische Jugend ist durch eine große Heterogenität gekennzeichnet. Dies ergibt sich einerseits durch die großen Unterschiede zwischen Zentrum und Peripherie, die Lebenswirklichkeit in den Städten unterscheidet sich völlig von denen in ländlichen Gebieten. In den Medien dominiert generell das Bild der Jugend in ihrem Idealzustand: Aus der Mittelklasse stammende, gesunde und dynamische Schüler und Studenten. So gilt auch heute noch die Bezeichnung der türkischen Jugend als die „schweigende Mehrheit“, wie eine Untersuchung zur türkischen Jugend der Konrad Adenauer Stiftung im Jahre 1998 titelte (KAS 1999). Obwohl die junge Generation mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmacht und vor vielen Herausforderungen steht, gibt es weder nennenswerten staatlichen Unterstützungssysteme noch eine Jugendpolitik in Form von Programmen oder Institutionen. Nur ein sehr geringer Anteil der Jugendlichen in der Türkei hat Zugang zu Vereinen (4%), was meistens Jugendliche aus höheren sozio-ökonomischen Hintergründen sind. Vor allem Familie und die nationalistische Ideologie haben einen Einfluss auf die Identitätsentwicklung der Heranwachsenden.

Familienleben: Die Familienstrukturen in der Türkei verändern sich mit der zunehmenden Modernisierung des Landes. Dies spiegelt sich ebenfalls in sinkenden Geburtenzahlen.
Die Solidarität unter den Verwandten wird zur existentiellen Notwendigkeit angesichts fehlender öffentlicher sozialer Sicherung. Auch wenn sich die Großfamilien in Kleinfamilien aufspalten, so bestehen weiterhin ein enger Kontakt und ein gemeinsames Familienkonzept der Existenzsicherung. Selbstverständlich möchten auch türkische Eltern, dass sich ihr Kind sicher und glücklich fühlt und tun ihr Bestes dafür. Es ist darauf zu vertrauen, dass die Familien, die eine/n Gastschüler/in aufnehmen, sich alle Mühe geben werden, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.
Folgende Informationen können für den Aufenthalt in Deutschland hilfreich sein:

Drogen: In Deutschland sind Konsum und Besitz von Drogen strafbar und werden schwer geahndet.

Alkohol: In Deutschland ist der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit, in Cafes und Bars weit verbreitet. Das Jugendschutzgesetz regelt die genauen Vorgaben für Schülerinnen und Schüler unter 18 Jahren. Demnach ist die Abgabe von branntweinhaltigen Produkten (Spirituosen, auch: branntweinhaltige Mischgetränke) an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren verboten. Auch deren Verzehr ist unter 18-Jährigen nicht erlaubt. Andere alkoholische Produkte (Bier, Wein, Sekt, auch: Mischgetränke) darf an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nicht abgegeben werden beziehungsweise ist deren Verzehr durch unter 16-Jährige nicht gestattet. In jedem Fall ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit und in Bars und Hotels zu empfehlen. Betrunkene Menschen könnten in der Öffentlichkeit negativ auffallen und unerwünschte Reaktionen provozieren.

Rauchen: In Deutschland gilt das Nichtraucherschutzgesetz. An vielen Orten ist das Rauchen nicht gestattet. Es gibt gekennzeichnete Stellen, wo es erlaubt ist. In Gaststätten, Verkaufsstellen und allgemein in der Öffentlichkeit gilt:
Die Abgabe (Verkauf, Weitergabe) von Tabakwaren an Kinder und Jugendliche ist verboten. Auch der Konsum von Tabakwaren darf unter 18-Jährigen nicht gestattet werden.

Schüler-Lehrer-Verhältnis: Anders als in vielen anderen Ländern verläuft der Unterricht in Deutschland sehr förmlich. Außerhalb des Klassenzimmers besteht nur selten Kontakt zwischen Schülern und Lehrern. Das Schüler-Lehrer-Verhältnis kann dennoch sehr freundlich und herzlich sein.

Kommunikation: Wenn man nach der eigenen Meinung gefragt wird, darf man sie ehrlich äußern - natürlich ohne verletzend zu werden.

Entscheidungsfreiheit: Wenn jemand etwas anbietet, kann man es entweder höflich ablehnen oder annehmen. Beides ist in Ordnung.

Umgang mit älteren Menschen: In Deutschland wird von Jugendlichen gewünscht, in Anwesenheit älterer Menschen nicht laut sein und Ihnen Respekt zu zollen. Die Umsetzung und die Erwartungen sind jedoch unterschiedlich. In öffentlichen Verkehrsmitteln bieten Jugendliche älteren Menschen in der Regel ihren Sitzplatz an.

Hierarchien: Hierarchien sind auf den ersten Blick nicht deutlich erkennbar. Generell ist der Umgang der Menschen in Deutschland eher locker, es gibt wenig feste Höflichkeitsformen. Dennoch sind Hierarchien vorhanden und es gibt Grenzen im Umgang mit Gruppenleiter/innen, Vorgesetzen oder Ranghöheren, die allerdings manchmal nicht auf Anhieb offensichtlich sind.

Schuhe: Bei Hausbesuchen sollten die Schuhe ausgezogen werden, wenn es nicht ausdrücklich gewünscht wird, sie anzulassen. Es ist eine höfliche Geste Straßenschuhe auszuziehen.

Einladungen: Bezahlt wird in Deutschland nicht an einer Kasse im Restaurant, sondern es wird dem Kellner Bescheid gegeben, dass er die Rechnung bringen soll. Der Kellner kommt an den Tisch und jeder bezahlt seine Speisen und Getränke. In manchen Restaurants wird eine Gesamtrechnung in einem Umschlag gereicht. Jeder rechnet für sich aus, was er zu bezahlen hat und legt das Geld in den Umschlag. In Deutschland ist es nicht üblich, dass eine Person alles bezahlt und danach durch die Personenanzahl geteilt wird. Handelt es sich um eine Essenseinladung, bezahlt der Gastgeber am Schluss für alle.

Gastgeschenke: Gastgeschenke für die Gastfamilie sind als kleine Geste der Aufmerksamkeit immer willkommen.

Reiseverhalten der Kinder und Jugendlichen: Heranwachsende in Deutschland können aus einer großen Anzahl von Reiseangeboten auswählen. Junge Leute organisieren ihre Reise am liebsten selbst. Rund drei Viertel der 14- bis 19-Jährigen unternehmen jährlich eine längere Urlaubsreise. Spanien und Frankreich liegen als Urlaubsziele ganz weit vorne. Spontane Reisewünsche der jungen Leute werden vielfach durch preiswerte Last-Minute-Flüge befriedigt. Reiseentscheidungen werden nach der Lektüre von Reise- und Jugendzeitschriften oder nach Gesprächen mit Freunden und Freundinnen getroffen. Jugendliche möchten im Urlaub vor allem Spaß haben, etwas erleben und neue Leute kennen lernen.

Kultur und Alltag: Viele Menschen in der Türkei haben eine Vorstellung von der Kultur und dem Alltag in Deutschland, die nicht der Wirklichkeit entspricht. Deutschland hat viele Facetten, die den Menschen nicht bekannt sind und es gibt viele Überraschungen für diejenigen, die Deutschland besuchen. Allgemein gilt jedoch, dass es einen sehr guten Ruf hat und als wohlhabendes Land wertgeschätzt wird.

Zum Wertesystem der Jugend: Die 16. Shell-Jugendstudie 2010 stellt heraus: Die heutige junge Generation in Deutschland bleibt zuversichtlich: Sie lässt sich weder durch die Wirtschaftskrise noch durch die unsicher gewordenen Berufsverläufe und Perspektiven von ihrer optimistischen Grundhaltung abbringen. Mit den Herausforderungen in Alltag, Beruf und Gesellschaft gehen Jugendliche auch weiterhin pragmatisch um. Prägend für diese Generation sind insbesondere eine starke Leistungsorientierung und ein ausgeprägter Sinn für soziale Beziehungen.

Familienleben: Das Familienleben in Deutschland ist häufig davon geprägt, dass beide Elternteile berufstätig sind. Dies erfordert eine gute logistische Organisation von Familienleben und Beruf. Anders als ihr Ruf sind viele Deutsche sehr familienorientiert. Gerade die Mütter versuchen meist, allen gerecht zu werden. Selbstverständlich möchten deutsche Eltern, dass sich ihr Kind sicher und glücklich fühlt und tun ihr Bestes dafür. Es ist darauf zu vertrauen, dass die Familien, die eine/n Gastschüler/in aufnehmen, sich alle Mühe geben werden, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.
Quellenhinweis
Die vorliegende Arbeitshilfe basiert auf der Erfahrungsgrundlage verschiedenster Institutionen, Vereine, Privatpersonen etc., zu denen nähere Informationen unter dem Menüpunkt „Links“ zu finden sind. Besonders hingewiesen sei auf die aktuellen Arbeitshilfen der “Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.“ (IJAB) und das „Handbuch zum deutsch-türkischen Jugendaustausch“ der Körber-Stiftung, welches jedoch nicht mehr im Handel erhältlich ist.