Portraits der Stipendiatinnen

Lebenswissenschaften, Jahrgang 2007-2009
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Dr. Isabel Bäurle
Isabel Bäurle studierte Biologie und Chemie in Freiburg und Bologna. Gegenwärtig beschäftigt sich die Expertin für Entwicklungsbiologie und Epigenetik mit den molekularen Grundlagen, die es Pflanzen ermöglichen, sich an chronische Stressbedingungen anzupassen. Sie hat eine Tochter und lebt und arbeitet in Norwich, Grossbritannien.
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Dr. Anna-Maria Dittrich
Anna-Maria Dittrich arbeitet als Kinderärztin und Wissenschaftlerin. Sie untersucht die Entstehung allergischer Erkrankungen. In Industrieländern sind allergische Erkrankungen inzwischen die häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Anna-Maria Dittrich möchte verstehen, welche Faktoren und Zellen des Immunsystems dazu führen, dass allergische Erkrankungen entstehen. Sie hofft dieses Verständnis nutzen zu können, um neue Therapien gegen Asthma bronchiale, Nahrungsmittelallergien oder Neurodermitis zu entwickeln.
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Prof. Dr. Dr. Katharina Domschke
Katharina Domschke ist als Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Münster, tätig. Frau Domschke leitet zudem die Arbeitsgruppe „Molekulare Genetik“ und eine DFG-geförderte Arbeitsgruppe zum Thema Neurobiologie der Angst. Ihr Forschungsinteresse liegt in der Identifikation genetischer Faktoren, die zum Auftreten von psychischen Störungen wie Depression und Angsterkrankungen beitragen, sowie des genetischen Einflusses auf die Behandlungs- und Krankheitsverläufe bei psychischen Erkrankungen.
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Jun.-Prof. Dr. Nina Farwig
Natürliche Ökosysteme und ihre Artengemeinschaften stellen wichtige Funktionen und Dienstleistungen wie Rohstoffe oder die Bestäubung von Nutzpflanzen durch Insekten für den Menschen bereit. Nicht nachhaltige Formen der Landnutzung führen weltweit zur Abnahme von biologischen Vielfalt und Dienstleistungen, die die Natur vorhält. Daher ist es von zentraler Bedeutung zu verstehen, wie sich großflächige Landschaftsveränderungen auf die natürliche Leistungsfähigkeit von Ökosystemen auswirken. Mit ihrer Forschung möchte Nina Farwig dazu beitragen, die Wechselwirkungen zwischen Landnutzung, Biodiversität und Ökosystemfunktionen zu verstehen, um mit diesem Verständnis nachhaltige Landnutzungsstrategien zu entwickeln.
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Dr. Dorothea Fiedler
Dorothea Fiedler wird ab 2010 ihre eigene Arbeitsgruppe am Chemistry Department in Princeton leiten. Mit ihrem breitgefächerten Hintergrund in Chemie und Biologie wird will sie eine interdisziplinäre Atmosphäre schaffen. Biologische Probleme sollen mit chemischem „Handwerkszeug“ untersucht werden. Besonderes Interesse gilt einer Klasse von Molekülen in der Zelle - den sogenannten Inositolphosphaten -, welche eine wichtige Rolle bei der Insulinsekretion spielen. Ein besseres Verständnis dieser Moleküle kann zur Entwicklung von neuen Medikamenten gegen die Zuckerkrankheit führen.
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Prof. Dr. Katharina Foerster
Katharina Foerster leitet den Lehrstuhl für vergleichende Zoologie an der Universität Tübingen. Sie interessiert sich für die Vielfalt des Lebens: Die natürliche Auslese sollte eigentlich bewirken, dass die besten Individuen einer Art die meisten Nachkommen haben. An Rothirschen in Schottland hat Katharina Foerster jedoch herausgefunden, dass Männchen mit vielen Nachkommen weibliche Verwandte mit wenigen Nachkommen hatten, während weniger erfolgreiche Männchen mit relativ erfolgreichen Weibchen verwandt waren. Die besten Platzhirsche bei der herbstlichen Brunft trugen also Gene in sich, die weniger vorteilhaft für Weibchen waren. Diese ungleiche Verteilung des Fortpflanzungserfolges verursacht eine Pendelschlag der Selektion: Erbanlagen werden von der natürlichen Auslese manchmal gefördert und manchmal benachteiligt.
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Dr. Katja Höpker 
Katja Höpker ist Ärztin in der Nephrologie (Nierenerkrankungen). Schäden in der Erbinformation, der DNA, tragen wesentlich zur Krebsentstehung bei. Um die DNA zu reparieren, hört eine gesunde Zelle auf, sich zu teilen. Funktioniert dieser Mechanismus nicht, wird geschädigte DNA an die Tochterzellen weitergegeben und es kann Krebs entstehen. Tumorzellen unterscheiden sich in einigen Eigenschaften der DNA-Reparatur von gesunden Zellen, die therapeutisch nutzbar gemacht werden könnten. Katja Höpker erforscht die Mechanismen, wie es zum Stillstand der Zellteilung nach diesem Schaden kommt und wie die Reparatur der DNA, vor allem in der Niere und in der Haut, gewährleistet werden kann.
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Dr. Antje Körner
Bereits Kinder leiden zunehmend an Übergewicht und entwickeln Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Zuckerstoffwechselstörungen. Frau Antje Körner untersucht mit ihrer Arbeitsgruppe an der Universität Leipzig, welche Faktoren in der Entstehung von Übergewicht bei Kindern zusammenwirken. Sie interessiert dabei besonders, was sich auf der Ebene der Fettzellen selbst abspielt. Was bestimmt, wie viele Fettzellen im Körper angelegt werden? Welche Signale sendet die Fettzelle aus, und wie beeinflusst sie damit die Entstehung von Folgekrankheiten? Wie kann man das ganze System beeinflussen? Bei diesen Vorgängen wirken genetische Faktoren, Lebensstil und hormonelle Faktoren zusammen und prägen bereits ab dem frühen Kindesalter das Risiko für Adipositas und deren Folgeerkrankungen.
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Dr. Iris-Tatjana Kolassa
Iris-Tatjana Kolassa erforscht die Auswirkungen von extremem Stress, insbesondere traumatischer Lebensereignisse, auf das Gehirn und auf das Immun- und Hormonsystem. Dabei untersucht sie auch die genetischen Risikofaktoren für die Entwicklung trauma-bedingter Erkrankungen wie beispielsweise der posttraumatischen Belastungsstörung. Des Weiteren arbeitet sie im Bereich der Alterns- und Demenzforschung; hier untersucht sie, wie mit Hilfe gezielter Interventionen der kognitive Abbau im Alter und bei Demenz vermindert werden kann.
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Dr. Karin Kühnel
Karin Kühnel ist Biochemikerin. Ihr Forschungsgebiet ist die Autophagozytose. Dabei handelt es sich um einen wichtigen zellulären Prozess, bei dem sich eine hungernde Zelle teilweise selber aufisst. Durch die Strukturaufklärung der beteiligten Eiweiße möchte sie zu einem besseren Verständnis der Mechanismen dieses lebensnotwendigen Prozesses beitragen. Das ist auch von medizinischem Interesse, da ein Entgleisen der Autophagozytose zu Erkrankungen des Nervensystems und zu Krebs führen kann.
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Dr. Angelika Lampert
Als Medizinerin forscht Angelika Lampert wie ein Schmerz entsteht und wie er zum Rückenmark über Nervenbahnen weitergeleitet wird. Dabei stehen Eiweiß-Kanäle im Fokus ihrer Forschungen über die Schmerzweiterleitung. Treten an diesen Eiweiß-Kanälen Veränderungen auf, so können diese Ursache für chronische Schmerzen oder gar das gänzliche Fehlen von Schmerzen sein. Mit ihrem wissenschaftlichen Engagement will sie dazu beitragen, durch Medikamente den Schmerz besser in den Griff zu bekommen.
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Dr. Christina Nassenstein
Selbst Kortison, ein stark entzündungshemmendes Medikament, kann Asthma nicht heilen. Christina Nassenstein aus dem Institut für Anatomie und Zellbiologie in Gießen versucht daher, alternative Therapien zu entwickeln. Ihre Untersuchungen sollen aufklären, wie die Kommunikation zwischen Lunge und Nervensystem abläuft und warum Patienten mit Asthma viel empfindlicher auf verschiedenste Allergene und Umweltfaktoren, wie Zigarettenrauch, Ozon und Autoabgase, reagieren. Eine gezielte Unterdrückung des Signals von der Lunge zum Gehirn könnte eine neue Strategie zur Bekämpfung dieser Volkskrankheit darstellen.
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Dr. Maike Pincus
Maike Pincus ist Assistenzärztin in der Weiterbildung zur Kinderärztin und erforscht, inwieweit Erkrankungen schon im Mutterleib programmiert werden können. Ein Vorgang, der als fetale Programmierung bezeichnet wird. Hierbei konzentriert sie sich auf allergische Erkrankungen, zu denen Neurodermitis, Asthma bronchiale und allergischer Heuschnupfen zählen. Ihre Untersuchungen zeigen, dass Stress in der Schwangerschaft und veränderte Hormonkonzentrationen der Mutter das Auftreten von allergischen Erkrankungen beim Kind begünstigen. Hierbei scheint auch das Geschlecht des Kindes eine Rolle zu spielen. Ziel ihrer Forschung ist es, Allergien so früh wie möglich, also schon im Mutterleib, vorzubeugen.
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PD Dr. Petra Ritter
Als Neurowissenschaftlerin erforscht Petra Ritter, wie das Gehirn funktioniert. Mit ihrem Team an der Berliner Charité untersucht sie, welche Vorgänge im Gehirn beim Lernen ablaufen. Dazu werden zwei unterschiedliche Untersuchungsmethoden - EEG und fMRT - kombiniert, die es ermöglichen, den Nervenzellen im Gehirn beim Arbeiten zuzuschauen. Es geht darum herauszufinden, welche koordinierten Aktivitäten von Nervenzellen sich optimal auf das Lernen auswirken. Mit diesen Ergebnissen werden neue Methoden entwickelt, die das Lernen erleichtern.
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Dr. Ricarda Scheiner
Ricarda Scheiner leitet eine verhaltensbiologische Arbeitsgruppe an der Technischen Universität Berlin. Sie untersucht das Lernverhalten von Honigbienen. Im Vordergrund steht die Frage, wie sich die Lernfähigkeit im Laufe eines Bienenlebens verändert. Mit zunehmendem Alter einer Biene ändern sich auch ihre Aufgaben im Staat. Junge Bienen kümmern sich als Ammen um die Brut, ältere sammeln Nektar und Pollen. Frau Scheiner will den Zusammenhang zwischen Altern, Arbeitsteilung und Lernfähigkeit aufdecken.
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PD Dr. Julia Seiderer-Nack
Julia Seiderer-Nack arbeitet als Wissenschaftlerin und Ärztin an der LMU München - Klinikum Großhadern. Schwerpunkt ihrer Forschung sind die Erkennung von Bakterien im menschlichen Darm und die Grundlagen der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Hierbei interessiert Sie sich insbesondere für die genetischen und immunologischen Ursachen dieser Erkrankungen. In der ärztlichen Betreuung von Patienten beschäftigt sich Frau Seiderer-Nack auch mit neuen Therapieverfahren, die die Lebensqualität von CED-Patienten signifikant verbessern konnten. Dazu zählt etwa der Einsatz von Antikörpern gegen TNF-alpha.
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Dr. Christine Steinhoff
In den letzten Jahren wurden zahlreiche Techniken entwickelt, mittels derer man Messungen zur Erbgutsequenz und zu Eiweißen sowie deren Funktionsweise für das gesamte menschliche Erbgut gleichzeitig durchführen kann. Diese Daten alle gemeinsam auszuwerten, bildlich darzustellen und wichtige darin verborgene Informationen zu entdecken, ist eine Aufgabe der Bioinformatikerin Christine Steinhoff. Eine ganz spezifische Fragestellung betrifft dabei die sogenannte Epigenetik. Herz, Lunge, Gehirn und Muskeln sind ganz unterschiedliche Gewebe mit verschiedenen Aufgaben, ihre Zellen enthalten aber dieselbe Erbsubstanz. Daher müssen weitere Faktoren existieren, die vererbt werden, aber sich dennoch von Gewebe zu Gewebe unterscheiden. Christine Steinhoff erforscht, wie sie funktionieren und vererbt werden.
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Dr. Kristin Teßmar-Raible
Wie reguliert der Mond biologische Rhythmen? Um das zu verstehen, arbeitet Kristin Teßmar-Raible an einem Borstenwurm, der im Meer lebt. Diese Würmer geben ihre Eier und Spermien in das offene Wasser ab. Damit sie sich erfolgreich vermehren können, müssen Weibchen und Männchen zur gleichen Zeit geschlechtsreif werden und laichen. Dies passiert bei dieser Wurmart in Abhängigkeit vom Mondlicht. Das Labor von Kristin Teßmar-Raible untersucht, welche Gene und Zelltypen diese Prozesse steuern. Einer der Zelltypen sind lichtrezeptive Zellen, die sich nicht im Auge, sondern im Gehirn befinden. Diese Zellen sind evolutionär sehr alt, d.h. kamen schon im letzten gemeinsamen Vorläufer von Mensch, Fisch, Borstenwürm und Insekten vor. Um ihre Funktion nicht nur im Wurm, sondern auch in Wirbeltieren zu verstehen, wird untersucht, wie diese Zellen in Fischen auf unterschiedliche Wellenlängen reagieren bzw. was ohne diese Zellen nicht mehr funktioniert.
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Dr. Monika Wolkers
Wie funktioniert das Gedächtnis des Immunsystems? Das ist das Forschungsthema von Monika Wolkers. Unser Körper merkt sich viele Infektionen und sorgt so dafür, dass wir nicht zweimal die gleichen Krankheiten durchstehen müssen, wie z.B. bei den Masern. Die Immunologin will herausfinden, wie sich das Immunsystem den Kontakt mit den Krankheitserregern merkt und wie dies für den Schutz vor einer Wiedererkrankung sorgt. Von den natürlichen Vorgängen im Körper hofft sie zu lernen, wie Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten verbessert werden können. Außerdem werden die gewonnenen Erkenntnisse für die Entwicklung von Therapien gegen bestimmte Krebsarten genutzt.
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Dr. Nicole Wrage
Dr. Wrage ist Ökologin. Sie beschäftigt sich mit den Beziehungen zwischen pflanzlicher Vielfalt von Wiesen und Weiden, deren Produktivität und Nährstoffnutzung. Wichtige Fragen hierbei sind: Lässt sich die Produktivität der Grasnarbe durch eine höhere Artenvielfalt steigern? Inwieweit werden Nährstoffe und Wasser dabei effizienter genutzt? Sind artenreiche Systeme widerstandsfähiger gegen Dürren und Starkregenereignisse, die mit fortschreitendem Klimawandel häufiger werden?