Grenzgänger

Ulrike Janssen:

Ulrike Janssen, geboren 1967 in Leverkusen, lebt und arbeitet als freie Hörfunkautorin und -regisseurin in Köln. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Französisch in Köln und promovierte dort mit einer Arbeit über „Heilige Zeichen“. Sie arbeitete unter anderem als Theaterkritikerin, Online-Redakteurin und Theaterdramaturgin. Ulrike Janssen hat, zunächst als Autorin, dann auch als Regisseurin und Produzentin ihrer eigenen Stücke, über dreißig Features für verschiedene Sender im deutschsprachigen Raum gestaltet, viele in Zusammenarbeit mit Norbert Wehr. Es sind zumeist akustische Porträts und O-Ton-Collagen über und mit Schriftstellern wie Peter Kurzeck, Reinhard Jirgl, Herta Müller, Anja Utler, Nicolaus Born, Einar Schleef, Hubert Fichte oder Peter Waterhouse, die sich ästhetisch an der Schnittstelle zwischen Feature und Hörspiel bewegen. Für ihr Hörspiel „vogelherdrecherche“, eine Koproduktion des Deutschlandfunk mit dem Hessischen Rundfunk, erhielt sie 2011 den Karl-Sczuka-Förderpreis.
"Under Construction" – Literatur im Kosovo

Anfang 2008 erklärte sich die ehemalige serbische Provinz Kosovo zur unabhängigen Republik und ist seither auf allen Weltagenden verzeichnet. Auf der kulturellen Landkarte Europas dagegen ist sie ein weißer Fleck. Die Literatur des kleinen, überwiegend von Albanern bewohnten Landes ist in Deutschland nahezu unbekannt. Dabei hatten die Kosovo-Albaner im relativen Freiraum Jugoslawiens Zugang zur Weltliteratur und konnten eine eigenständige Literaturszene entwickeln.

Als sich die Repressionen verstärkten, wurde vor allem die Lyrik zu einem Raum des geistigen Widerstands. Der Krieg Ende der 1990er-Jahre bedeutete auch in literarischer Hinsicht einen Bruch. Welche Themen beschäftigen die Schriftsteller im Kosovo heute? Wie erleben sie das kulturelle Leben in Prishtina, der Hauptstadt des jüngsten Staates in Europa?

SWR 2 Wissen
Redaktion: Anja Brockert
Erstausstrahlung: 26.03.2009

Weitere Informationen

Bildergalerie

In Prishtina traf Ulrike Janssen Autoren wie Beqë Cufaj, Eqrem Basha, Mehmet Kraja und Jeton Neziraj. Sie führen durch die literarische Szene eines Landes, das in vielerlei Hinsicht noch „under construction“ ist, und dessen Atmosphäre das Feature mit Stimmen und Texten, Geräuschen, Sounds und Rap-Musik nachzeichnet.