Assiut und El Minya, Ägypten

Dialogpunkt Deutsch in Assiut

Der Dialogpunkt Deutsch in Assiut wurde am 18. April 2004 eröffnet und bietet seinen Besuchern ein vielfältiges Informationsangebot zu Deutschland und der deutschen Sprache an. Es gibt bei uns Platz zum Lernen, Diskutieren und für kleinere kulturelle Veranstaltungen. Daneben organisiert der Dialogpunkt Deutsch Projekte in Assiut rund um das Thema Deutschland und die deutsche Sprache, um den Kulturdialog zu fördern und ein zeitgemäßes Deutschlandbild zu vermitteln. Er ist Anlaufpunkt für alle, die sich in Assiut und darüber hinaus für Themen rund um Deutschland, Europa und den Kulturdialog zwischen Deutschland und der arabischen Welt interessieren.

Im Dialogpunkt Deutsch gibt es:

  • eine Ausleihbibliothek mit deutscher Literatur und arabischen Übersetzungen zu verschiedenen Themen. Schwerpunkte sind die Themen Kunst, Textilien sowie Deutsch als Fremdsprache (DaF)
  • Wörterbücher und Lexika
  • Drei Computerarbeitsplätze mit Drucker und Internetanschluss
  • Satellitenfernsehen (darunter auch die Deutsche Welle)
  • DVD- und Videoabspielgeräte mit einer Auswahl an deutschen Spiel- und Dokumentarfilmen
  • CD-Player mit einer Auswahl an aktueller und klassischer deutscher Musik
  • Die Nutzung aller Medien einschließlich des Internets ist kostenlos. Zur Benutzerberatung steht eine Fachkraft bereit.

 

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Philip Hanna - Robert Bosch Kulturmanager in Assiut und El Minya

Philip Hanna, geboren 1983 als Sohn ägyptischer Eltern in Bremen, studierte Internationale Unternehmensführung und angewandte Wirtschaftssprachen mit Schwerpunkt Arabisch an der Hochschule Bremen.

Durch seinen bikulturellen Hintergrund und eine bilinguale Erziehung ist er mit der arabischen Welt stets verbunden geblieben. Während seines Studiums reiste er mehrmals in die Golfregion, als auch Syrien, Jordanien, Libanon und Ägypten. Seit November 2008 arbeitet er als Robert Bosch Kulturmanager für Oberägypten. Durch seine Deutsch-Ägyptische Identität nehmen ihn die Menschen in seinem Umfeld als authentischen Kulturmittler wahr.
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Filmfestival im Rahmen der deutschen Kulturwochen in Assiut im April 2009
Unter dem Leitmotiv „Generationenkonflikt und -zusammenhalt“ veranstalteten der Dialogpunkt Deutsch in Assiut (Goethe-Institut) und die Robert Bosch Stiftung im Rahmen der Deutschen Kulturwochen vom 09. bis zum 11. April 2009 das erste Filmfestival in Assiut. An drei Abenden wurden im öffentlichen Garten Hadiqat al-Firdus drei Deutsche Filme (Das Wunder von Bern, Emil und die Detektive, Jenseits der Stille), sechs ägyptische Kurzfilme der Produktionsfirma Semat (Kairo) und ein Gastfilm aus den Emiraten (Shaykh al-Gabal) gezeigt.

Das Thema „Generationenkonflikt- und zusammenhalt“ zeigte sich sichtlich lebendig und inspirierte einen angeregten Dialog, nicht zuletzt zwischen dem Publikum und dem Vizegouverneur von Assiut, Samy Foda. Die Filme stimulierten einen Gedankenaustausch, der die Bedürfnisse der jungen Leute von Oberägypten umkreiste, und die Notwendigkeit, die Standpunkte und Probleme der Jugend wahr- und ernstzunehmen. Hervorgehoben wurden in den Filmen Eigenständigkeit im Geiste, Respekt für Jugendliche und die älteren Generationen, Menschlichkeit, das Recht den eigenen Weg zu gehen. Es war erfreulich zu sehen, wie die Zuschauer mit den Filmen emotional mitschwangen - mehr als einmal wurde spontan applaudiert!

DJ MIA Konzert in Sohag im Juni 2009
Am Donnerstag, den 11.Juni 2009 fand im römischen Amphitheater das DJ Minimal Electro Konzert statt. Das Konzert wurde als Semesterabschlussparty vom Dialogpunkt Deutsch, für Schüler und Studenten in Sohag veranstaltet. Die Moderation des Konzerts leitete Sally Zahran, eine Studenten der Universität Sohag. Ehrengast war Mohsen el Nomani, der Gouverneur Sohags. Die etwa 400 Zuschauer reagierten unterschiedlich auf die ungewohnte Musik. Die meisten der jungen Konzertgäste waren sehr begeistert. Eine Gruppe aus etwa acht Jugendlichen führte spontan eine Breakdance Aufführung auf. Zum Ende der Veranstaltung standen viele der Zuschauer direkt vor und auf der Bühne und verfolgten gespannt die Breakdance Performance, in Verbindung mit der Electro Musik. Vor dem Auftritt von DJ MIA traten lokale Künstlergruppen auf.

„Tuneart“ Konzert in Minia und Sohag im Oktober 2009
Klänge eines historischen Instruments aus dem 12. Jahrhundert – einem Portativ, in Verbindung mit dem Nay – einer Bambusflöte, deren Klang auch der „verlängerte Atem Gottes" genannt wird, das war etwas Neues für Kulturinteressierte Oberägypter.  Am 22. und 24. Oktober konnten Musikinteressiert in El – Minia und Sohag eine Synthese aus arabischer und europäischer Musik erleben. Sie hörten traditionelle, moderne und selbst komponierte Stücke. Das Stück „Salsa morgana“ zeigte wunderbar, dass moderne arabische Musik sich sehr gut mit dem Klavier und harmonisch begleiten lässt. Dass sich aus der netten Melodie ein fetziges Thema für eine jazzige Improvisation entwickelt, spricht für die Offenheit beider Musiker.

In El - Minia besuchten etwa 500 begeisterte Zuschauer das Konzert. Unter den Besuchern waren Verantwortliche aus dem Gouvernorat El - Minia, sowie in Minia ansässige Deutsche und Dozenten der Universität El - Minia.

Etwa 350 Gäste besuchten das Konzert im Kulturpalast in Sohag. Unter den Gästen waren Verantwortliche des Bildungsministeriums, sowie Deutschschüler und ihre Eltern. Die Deutschschüler der Citi Schule sangen ein Lied in deutscher Sprache vor.

Podiumsdiskussion in Assiut im Dezember 2009
Am 10.Dezember 2009 fand im Medienzentrum in Assiut eine Podiumsdiskussion zum Thema „Kulturdialog“ statt. Was unterscheidet eigentlich Deutschland von Ägypten? Natürlich ist die erste Antwort auf diese Frage, dass die beiden Länder unterschiedliche Kulturen haben, zu verschiedenen Kulturkreisen gehören. Aber was bedeutet das? Was macht die ägyptische Kultur aus und worin unterscheidet sie sich von dem, was man als „typisch Deutsch“ bezeichnet.

Kultur und besonders Kulturkonflikt sind große Worte, die aber - im Zweifelsfall - sehr wenig aussagen. Sucht man nach Beispielen, was tatsächlich im Alltag und im Umgang der Menschen miteinander unterschiedlich ist und benennt es, dann werden die Unterschiede greifbar und verlieren das Bedrohliche. Was ist anders am „Anderen“?

Abdel Azeem Hamad berichtete als ehemaliger Korrespondent der internationalen Ausgabe der ägyptischen Tageszeitung „Al - Ahram“ von seinen Erlebnissen in Deutschland. Julia Gerlach berichtet als Journalistin seit Jahren aus Ägypten und anderen Ländern der Region und erzählte aus ihren Beobachtungen über das Leben in Ägypten. Die eigene Gesellschaft aus Sicht einer deutschen Korrespondentin und das Fremde aus Sicht eines Ägypters - dieses Format sollte ein überzeugendes und authentisches Bild Deutschlands und dem Publikum eine andere Sicht auf Ägypten vermitteln.

170 Gäste, darunter Studenten, Professoren und Geistliche fanden ihren Weg zum Medienzentrum in Assiut. Während der dreistündigen Podiumsdiskussion wurden Fragen zur Rolle und zur Akzeptanz der Muslime und des Islams in Deutschland gestellt. Gesellschaftliche Unterschiede wurden ebenso diskutiert, wie Fragen zum täglichen Leben in Deutschland. Die Rolle der Medien und das Verhältnis von Vorurteilen zur Realität, welches durch die Medien erzeugt wird, waren weitere Inhalte der Diskussion. Es erfolgte nicht nur ein lebhafter Austausch zwischen den Berichterstattern, sondern auch zwischen dem Publikum und den Journalisten.

PASCH - Schulen in Sohag im März 2010
Zwei neue Partnerschulen in Sohag als Leuchttürme für DaF in Oberägypten ausgewählt. Die staatliche Experimentalschule und die private City-Schule dienen als Vorbild für andere Schulen der Region. Der deutsche Botschafters, S.E. Michael Bock, zeigte sich beeindruckt: „Die Gesichter sind so offen, das Interesse so aufrichtig - hier finden wir eine gute Grundlage für Verständnis zwischen den Kulturen.“ Der Gouverneur von Sohag, S. E. Mohsen El Noamani betonte die große Verbundenheit, die man zu Deutschland spürt. Die Vereinbarungen über die Zusammenarbeit wurden vom Regionalleiter des Goethe-Instituts, Heiko Sievers, und dem Unterstaatssekretär für Bildung und Erziehung, Ahmed Shamah, sowie dem Besitzer der City-School, Dr. Gamal Deifallah, unterschrieben.

Bei der anschließenden Pressekonferenz zeugten die Fragen der Journalisten von dem großen Interesse an Deutschland und dem kulturellen Austausch. Bei den anschließenden Schulbesuchen präsentierten die Schüler Lieder auf Deutsch und Arabisch. Die Gäste konnten sich bei einem Rundgang über das Gelände und der Besichtung der Deutschräume von den guten Rahmenbedingungen überzeugen, unter denen hier unterrichtet wird.

Der Botschafter enthüllte die PASCH-Plaketten unter lautem Beifall und machte die Schulen offiziell und sichtbar zu Partnerschulen. Überschattet wurde die Feier vom unerwarteten Tod des Sheikhs Tantawi, dem spirituellen Führer der Moslems, der aus Sohag stammte. Dieses Ereignis machte es notwendig, das geplante Konzert der Jazzband Trio 105 abzusagen und die Feierlichkeiten auf ein abschließendes Abendessen zu beschränken.

Konzertveranstaltung Farbenduo mit Volker Jaekel und Mohamed Askari - 06.12.2008
Das Konzert mit dem Titel "Farbenduo" fand aus Anlass des Nikolaus und des Opferfestes statt. Veranstaltungsort war der Konzertsaal des Medienzentrums in Assiut. Vor Beginn des Konzerts, wurde das traditionelle Nikolauslaufen, wie es in Deutschland am 6. Dezember stattfindet, den Gästen erklärt. In diesem Sinne durften Zuschauer Gedichte aufsagen und erhielten dafür Preise.
Volker Jaekel spielte Piano und Portativ im Duett mit Mohammed Askari, Bambusflöte und Trommel. Die Mischung von arabischer mit europäischer Musik beeindruckte das musikinteressierte Publikum sehr. Die Musik, die Jaekel und Askari zusammen erarbeitet haben, ist eine gelungene Synthese aus europäischer und arabischer Musik. Die Konzertgäste bestanden größtenteils aus Studenten der Musikwissenschaften und Studenten, die an den Dialogpunkt Deutsch angebunden sind, teilweise kamen auch Germanistik-Studenten aus El Minya. 

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