Die Qualifizierungsinitiative für Deutschland: In der Krise die Weichen für bessere Bildung stellen
- McKinsey legt im Auftrag der Robert Bosch Stiftung erstmals ein konkretes Investitionsszenario zur Umsetzung der Ziele des Bildungsgipfels vor.
- Bis 2015 stehen nach den Berechnungen von McKinsey bis zu 46 Mrd. Euro pro Jahr mehr für Bildungsausgaben zur Verfügung.
- Die Priorität der Investitionen muss bei frühkindlicher Bildung liegen.
- Investitionen in Bildung und Forschung sind in der Krise besonders dringlich.
Stuttgart, 5. Mai 2009 - Hohe Bildungsqualifikationen sind für den Hochtechnologiestandort Deutschland von strategischer Bedeutung: Sie sichern Wettbewerbsfähigkeit, Wohlstand, Arbeitsplätze und einen leistungsfähigen Sozialstaat. Für den Einzelnen wie für Staat und Gesellschaft ist Bildung die entscheidende und renditestärkste Investition in die Zukunft. Das gilt gerade in der derzeitigen Krise: Investitionen in Bildung und Forschung sollten im Zentrum eines erfolgreichen Krisenmanagements stehen.
Auf dem Bildungsgipfel 2008 in Dresden haben Bund und Länder beschlossen, die öffentlichen und privaten Bildungsinvestitionen bis 2015 auf sieben Prozent des Bruttoinlandprodukts zu steigern. Das von der Unternehmensberatung McKinsey & Company im Auftrag der Robert Bosch Stiftung vorgelegte Investitionsszenario „Die Qualifizierungsinitiative für Deutschland“ rechnet erstmals durch, welche zusätzlichen Ressourcen unserem Bildungssystem damit im Zeitraum zwischen 2010 bis 2015 jährlich zur Verfügung stehen. „Auf Basis derzeitiger Prognosen für das BIP stehen uns bis 2015 bei linearem Anstieg bis zu 46 Mrd. Euro pro Jahr mehr für Bildungsausgaben zur Verfügung“ schätzt Nelson Killius, Partner bei McKinsey.
Das Investitionsszenario listet konkrete Maßnahmen und damit Investitionsentscheidungen auf, die mit diesen zusätzlichen Mitteln finanziert werden können. „Die bis 2015 erforderliche Prioritätensetzung muss zugunsten der frühen Jahre erfolgen. Hier werden die Fundamente für die weitere Bildungskarriere gelegt, hier haben wir den größten Nachholbedarf, hier ist der größte Rückfluss zu erwarten“, so Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. Neben frühkindlicher Bildung stehen die allgemeinbildenden Schulen, die weitere Professionalisierung des Lehrerberufs und der Schulleitungen, die Stärkung der Berufsausbildung sowie die Steigerung der Quote von dringend benötigten akademisch Qualifizierten im Vordergrund der Empfehlungen.
Das Investitionsszenario liefert eine konkrete Grundlage für politische Steuerungsentscheidungen: Es belegt die beim Bildungsgipfel in Dresden verabschiedete „Qualifizierungsinitiative für Deutschland“ mit transparenten Investitionsentscheidungen zur Erhöhung unseres Bildungskapitals. Die dafür erforderlichen Maßnahmen sind überfällig; zahlreiche bereits praktizierte Beispiele sprechen für erfolgreiche Ergebnisse. Killius von McKinsey: „Die vorgeschlagenen Maßnahmen kosten Geld, sind aber aus dem in Aussicht gestellten Budget finanzierbar. Wir warnen davor, Bildungsinvestitionen zu verzögern. Will man gestärkt aus der Krise gehen, müssen die Maßnahmen nur endlich - angesichts der Krise mit erhöhtem Tempo - umgesetzt werden.“
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