Japanprogramm für deutsche Journalisten
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Japanprogramm für deutsche Journalisten

Auch wenn die Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe im Jahr 2011 die Aufmerksamkeit internationaler Berichterstatter kurzfristig auf Japan gelenkt hat, richtet sich der Fokus deutscher Medien im Allgemeinen auf China. Japan bleibt jedoch als Land mit langer demokratischer Tradition und als Weltwirtschaftsmacht ein strategischer und wichtiger Partner Deutschlands und Europas.

Um eine differenzierte Berichterstattung über Japan in den deutschen Medien zu fördern und zu intensivieren, hat die Robert Bosch Stiftung 2009 ein Japanprogramm für deutsche Journalisten eingerichtet. Bewerben können sich Journalisten aus allen deutschen Medien (Print, TV, Radio, Online). Es gibt keine Altersgrenze.

Im Jahr 2015 lautete das Thema des Japanprogramms „Corporate Social Responsibility (CSR) und Zivilgesellschaft in Japan“. Auf der Agenda des sechstägigen Programms standen Vorträge sowie Gespräche mit Akteuren aus Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und den Medien. In der 2. Programmhälfte hatten die Journalisten Gelegenheit zur Eigenrecherche.

Bei der Organisation und Durchführung des Programms wird die Robert Bosch Stiftung unterstützt vom Japan Institute for Social and Economic Affairs (Keizai Koho Center).

Weitere Programme der Robert Bosch Stiftung für Journalisten:

Kontakt

Julian Hermann
Telefon +49 (0)711 46084-187
Julia Sonntag
Telefon +49 (0)711 46084-161
Erster Tag in Tokyo: am Donner-Tor "Kaminari-mon".

Volles Programm für deutsche Journalisten und japanische Experten

Zwölf Journalisten, 14 Präsentationen und Fragerunden sowie 72 Gesprächs- und Interviewtermine one on one - viel mehr kann man aus einem sechstätigen Programm  für Journalisten nicht herausholen! 2015 war das Thema "Corporate Social Responsibility (CSR) and Civil Society in Japan" mit Referenten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Think Tanks. Die individuellen Recherchethemen der Journalisten reichten von Japans Energiepolitik, Sozialunternehmern, dem demografischen Wandel über prekäre Arbeitsbedingungen von Freelancern bis hin zur Rolle der Frau in Mangas.

Prominente Gesprächspartner waren Goshi Hosono, ein führender Politiker der Demokratischen Partei Japans, der größten Oppositionspartei, der offen erklärte, dass er seine Partei gerne auflösen würde, um sich mit anderen Oppositionsparteien neu unter einem Dach zu formieren; Taro Kono, seit kurzem Kabinettsminister, erklärte, dass Japan Terrorgefahr vor allem als Cyber-Angriffe befürchte, aber gut vorbereitet sei. Für Olympia 2020 dagegen sei wenig direkte Bedrohung zu erwarten, da die Insellage des Landes und "sorgfältige Beobachtung in der Bevölkerung" präventiv wirken würden, so der Tokyoter Gouverneur Yoichi Masuzoe. Es kamen aber auch "Außenseiter" zu Wort, etwa der Direktor von Greenpeace Japan, Junichi Sato, der die Überfischung der Meere durch japanische Fangflotten kritisierte und über die radioaktive Belastung der Region um Fukushima berichtete.

Ein dichtes Programm, das in kurzer Zeit außerordentlich viele Begegnungen und Erfahrungen ermöglichte, seltene Einblicke gewährte und Einsichten förderte. "Jeder Termin, jeder Besuch, jedes Gespräch war interessant, ich möchte keines missen!", so der abschließende Befund von Nina Belz von der NZZ.

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