Über uns
Robert-Bosch-Krankenhaus
Im Jahr 1972 wurde das neue Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart eröffnet. Das Bild zeigt den Treppenaufgang zum Haupteingang.
Stiftungsvorträge
Im Rahmen der Stiftungsvorträge war am 7.Oktober 1991 der deutsch-amerikanische Historiker Fritz Stern (vordere Reihe, Mitte) zu Gast in der Robert Bosch Stiftung. Sein Thema: "Die zweite Chance, Deutschland am Anfang und am Ende des Jahrhunderts."
30 Jahre Robert Bosch Stiftung
Empfang am 29. November 1994 im Robert Bosch Haus, Stuttgart.
Robert Bosch Fellows
Bundeskanzler Helmut Kohl empfing 1996 die Stipendiaten des "Fellowship Program", ein Programm zur Förderung des amerikanischen Führungsnachwuchses.
Journalistenpreis Bürgerschaftliches Engagement
Seit 1998 vergibt die Stiftung im Rahmen des Journalistenpreises den Marion-Dönhoff-Förderpreis für Nachwuchsjournalisten, benannt nach der ehemaligen Herausgeberin der Wochenzeitung "Die Zeit" (sitzend 2.v.l., mit den Preisträgern von 1998).
Schulpartnerschaften
Nach dem Fall der Mauer startete die Robert Bosch Stiftung u.a. den Förderwettbewerb „Gemeinsam Handeln – Voneinander Lernen – Zusammenwachsen“ für deutsch-deutsche Schulpartnerschaften.
Klinik für Geriatrische Rehabilitation
Am Robert-Bosch-Krankenhaus wurde 1998 der Neubau der Klinik für Geriatrische Rehabilitation fertiggestellt.
Humanitäre Hilfe für Mittel- und Osteuropa
Verleihung des Förderpreises Humanitäre Hilfe für Mittel- und Osteuropa 2000 mit Bundespräsident Johannes Rau.
Journalistentreffen
Deutsch-Polnisches Journalistentreffen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder 2001.
Adelbert-von-Chamisso-Preis
Saša Stanišić ist Preisträger des Chamissopreises 2008. Hier bei einer Lesung in der Robert Bosch Stiftung.
Jugend und Demokratie
Die Initiative "Du hast die Macht" suchte 2013 den politischsten Rapper Deutschlands.

 

 

 

 

 

 

 

Eine kurze Geschichte der Stiftung

Seit über 40 Jahren besteht die Robert Bosch Stiftung und sie gehört heute zu den bedeutenden Stiftungen in Deutschland und Europa. Der Startschuss für diese Entwicklung fiel im Jahr 1964, als die Testamentvollstrecker von Robert Bosch seinen Willen für die Zukunft in der sogenannten „Verfassung des Hauses Bosch“ formten. Neben dem Unternehmen, der Industrietreuhand KG und der Familie Bosch wurde die „Vermögensverwaltung Bosch GmbH“ als vierter Baustein dieser Struktur ins Leben gerufen; sie änderte 1969 ihren Namen in Robert Bosch Stiftung GmbH.
Die ersten Jahre der Stiftung waren geprägt von einem großen Vorhaben: dem Neubau des Robert-Bosch-Krankenhauses (RBK) in Stuttgart. Das erste RBK hatte Bosch 1940 noch persönlich eröffnet. Doch es zeichnete sich in den sechziger Jahren ab, dass nur ein Neubau und eine Konzentration auf die Anforderungen der modernen Medizin dauerhaft die Existenz eines wettbewerbsfähigen Krankenhauses sichern konnten; es wurde 1973 eröffnet.

Bereits zwei Jahre zuvor hatte die älteste Tochter von Robert Bosch das Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie gestiftet, das auch auf dem Stuttgarter Burgholzhof gebaut wurde. Eine zweite Förderlinie im Sinne von Robert Bosch waren zu dieser frühen Zeit erste Projekte der deutsch-französischen Beziehungen, die in Angriff genommen wurden. Außerdem gab es kleinere Projekte in den Bereichen Bildung und Soziales.

In den siebziger und frühen achtziger Jahren richtete die Stiftung thematische Schwerpunkte der Förderung ein, die den bisherigen Einzelvorhaben Rahmen und Struktur gaben. Daran ist aus heutiger Sicht bemerkenswert, dass die Schwerpunkte „Strukturfragen des Gesundheitswesens“, „Stadtentwicklung“ „Ausländerförderung in Deutschland“ und „Praktisches Lernen“ (also Bildung) bis heute zu den viel diskutierten Herausforderungen unserer Gesellschaft gehören und um Lösungen (immer noch) gerungen wird.

Die internationale Förderung wurde um die deutsch-polnischen Beziehungen (1974 eine echte Pionierleistung) und die deutsch-amerikanischen Beziehungen erweitert, die 1984 mit dem bis heute existierenden Fellowship Programm ein deutliches Profil bekamen. Auch der Stiftungsvortrag hatte damals seine Geburtsstunde. 1980 wurde das Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung gegründet; ein weiterer Schritt, um den Willen Robert Boschs, der sich sehr für die Homöopathie eingesetzt hatte, zeitgemäß fortzuführen.

Dies alles geschah unter der Führung von Dr. Alfred Hetzel (Kuratoriumsvorsitzender) und Dr. Peter Payer (Geschäftsführer) mit einer kleinen Mannschaft; ab 1986 in den historischen Räumen der Villa Bosch. Das Unternehmen hatte sie zum 100-jährigen Jubiläum umfangreich restauriert und mit den repräsentativen Räumen als Stiftungssitz zugänglich gemacht.
Der Fall der Mauern in Deutschland und Europa eröffnete auch der Stiftung unerwartete Möglichkeiten und Chancen. Zahlreiche nationale Programme wurden auf Ostdeutschland erweitert oder speziell dafür zugeschnitten; die internationale Förderung Schritt für Schritt nach Mittel- und Osteuropa hin ausgedehnt. Herausragende Initiativen der frühen neunziger Jahre waren: Förderwettbewerb „Gemeinsam Handeln – Voneinander Lernen – Zusammenwachsen“ für deutsch-deutsche Schulpartnerschaften, das Programm „Soziale Bürgerinitiative in den neuen Bundesländern“ mit annähernd tausend Einzelprojekten, die Schwerpunkte „Gesundheitsförderung in der Schule“ und „Neue Wege in der Kranken- und Altenpflege“, die Lektorenprogramme für Mittel- und Osteuropa, das „Stiftungskolleg für internationale Aufgaben“ sowie „Orte deutscher Geschichte in den neuen Bundesländern“.

Zunehmend definierte die Stiftung übergeordnete Felder für ihr Engagement: Schule und Bildung, Ehrenamt und Freiwilligkeit, Begabung, neue Formen des internationalen Austauschs, Pflege und Alter. Auch intern reagierte die Stiftung auf die neuen Dimensionen (deutlich höhere Projektzahlen und Fördersummen, Professionalisierung der Prozesse und stärkere Präsenz in der Öffentlichkeit). Das Zentralreferat sowie die Stabsstelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wurden neu eingerichtet; die Referate (später Bereiche) erhielten langsam aber stetig personelle Verstärkung. Kuratoriumsvorsitzender zu dieser Zeit war Dr. Karl Gutbrod, Geschäftsführer war Dr. Ulrich Bopp.

Die neunziger Jahre brachten – neben der geographischen Erweiterung – eine zunehmende Ausdifferenzierung der Wege und Instrumente, um sinn- und wirkungsvoll zu fördern. Zahlreiche Formate wurden entwickelt und umgesetzt. Dazu gehören zum Beispiel Preise, (Förder-)Wettbewerbe, Stipendienprogramme, aber auch der Einsatz von unabhängigen Kommissionen und Jurys, Modellprojekte, und immer öfter der Weg in die (politische) Öffentlichkeit, zum Beispiel mit dem „Manifest für Freiwilligendienste in Deutschland und Europa“ (1998) oder dem „Stuttgarter Appell für mehr Internationalität in Bildung, Ausbildung und Personalpolitik“ (1999).

Das internationale Engagement zeigte sich nicht nur in der Völkerverständigung, sondern hielt auch in anderen Bereichen Einzug, zum Beispiel durch den Förderwettbewerb „Junge Wege in Europa“ für Schüler- und Jugendgruppen und den Förderpreis „Humanitäre Hilfe für Mittel- und Osteuropa“ (beide 1998). Ein Jahr später folgte der Schwerpunkt „Deutsch-tschechische Beziehungen“. Das RBK startete mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Mitte der neunziger Jahre eine intensive Umbau- und Modernisierungsphase, die 1998 mit der Eröffnung der Klinik für Geriatrische Rehabilitation einen ersten Höhepunkt fand. Den Kuratoriumsvorsitz hatte Dr. Heiner Gutberlet übernommen.
Um den Jahrtausendwechsel suchte und fand die Stiftung neue Fragestellungen und vergrößerte ihren Aktionsradius weiter: Beschlossen und mit eigenen Programmen gefüllt wurden die Schwerpunkte „Jugend und Technik – Gesellschaft und Wissenschaften“ (zum Beispiel mit dem Programm NaT-Working), „Internationale Agrar- und Forstwissenschaften“, „Museum“ sowie „Leben im Alter“ (2002). Alter wird hier vor allem als Chance und Ressource verstanden, um dem Zusammenleben der Generationen in der sich wandelnden Gesellschaft neue Impulse zu geben.

Der Schwerpunkt „Deutsch-türkischen Beziehungen“ öffnete 2003 internationale Perspektiven, die in Deutschland durch die türkischen Migranten unmittelbar spürbar sind. Die Schwerpunkte „Familie und demographischer Wandel“ (2004) und „Frühkindliche Bildung“ (2005) identifizieren dringende Anforderungen für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit unserer Gesellschaft und weisen praxisnahe Wege der Umsetzung. Um der Bildungsdiskussion einen Schub zu geben, verleiht die Stiftung seit 2006 den Deutschen Schulpreis. Das Thema „Migration und Integration“ (Schwerpunkt seit 2005) greift eine weitere Schlüsselaufgabe für unser Gemeinwesen auf, die neue Lösungsansätze braucht.

International richtet die Stiftung ihren Blick auch nach „Südosteuropa“ (Schwerpunkt 2006) und nach Asien mit Schwerpunkten in den deutsch-chinesischen, deutsch-japanischen und deutsch-indischen Beziehungen. Ein weiteres Augenmerk gilt der Wissenschaft. Das Euroscience Open Forum (ESOF) und die Robert Bosch Juniorprofessur zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen setzen Zeichen für die Zukunft. Mehrere unselbständige Stiftungen wurden zusätzlich zur Hans-Walz-Stiftung in die Robert Bosch Stiftung aufgenommen: Otto und Edith Mühlschlegel Stiftung, DVA-Stiftung, Rochus und Beatrice Mummert-Stiftung. Die Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung liegt seit 2002 bei Dieter Berg (Vorsitzender) und ein Jahr später zusätzlich bei Dr. Ingrid Hamm. 2008 übernahm Dr. Kurt W. Liedtke den Vorsitz des Kuratoriums. Die Zahl der Mitarbeiter erreichte 100.
Das Jubiläumsjahr 2011 zum 150. Geburtstag von Robert Bosch stellte die Stiftung unter die Leitidee „Verantwortung unternehmen“. Für die multimediale Kampagne "Die Verantwortlichen" begleitete die Stiftung 150 Personen, die heute gemeinnützige Ideen entwickeln und ihr Umfeld gestalten. Die "Spurensuche", eine historische Rundfahrt zu "Bosch-Orten" in Stuttgart, öffnete Türen, die für die Öffentlichkeit sonst verschlossen bleiben. Am Geburtstag selbst, dem 23. September 2011, erfolgte der Spatenstich für das größte Projekt in der Geschichte der Stiftung: In Freiburg entsteht das Robert Bosch College als erstes United World College (UWC) in Deutschland, ein Oberstufenkolleg für begabte Jugendliche aus der ganzen Welt.

Parallel zu den Jubiläumsprojekten entwickelte die Stiftung ihre Förderschwerpunkte weiter. Die Internetplattform AcademiaNet für exzellente Wissenschaftlerinnen mit ihren Kompetenzprofilen wurde Ende 2010 von Bundeskanzlerin Angela Merkel freigeschaltet. Die internationale Plattform trägt dazu bei, mehr Frauen in Gremien und Führungspositionen von Wissenschaft und Forschung zu bringen.

In der Gesundheitspflege greift die Stiftung Modellvorhaben auf, um die Versorgung regional zu verbessern sowie die verschiedenen Gesundheitsberufe stärker zu vernetzen. 2012 vergab die Stiftung erstmals den Deutschen Alterspreis. Ausgezeichnet werden die besten Ideen fürs Alter und die besten Ideen im Alter.

In der Völkerverständigung intensiviert die Stiftung den Dialog mit China und entwickelt Ansätze, um den demokratischen Aufbruch im arabischen Raum zu unterstützen. Dem Schwerpunkt "Europa stärken" gilt angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise in Europa und des schwindenden Interesses der Bürger an der EU besondere Aufmerksamkeit. Neue Förderformate vor allem für Jugendliche und Nachwuchskräfte gingen an den Start.

Die Förderung in der Bildung, insbesondere im frühkindlichen Bereich und für eine erfolgreiche Integration junger Migranten, wird weiter ausgebaut. Hinzu kam der Schwerpunkt "Jugend und Demokratie". Auf neue, zeitgemäße Art wie bei dem Projekt „Du hast die Macht“ sollen auch politikferne Jugendliche erreicht werden.

Im April 2013 trat Prof. Dr. Joachim Rogall neben Dr. Ingrid Hamm in die Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung ein. Dieter Berg, bis dahin Vorsitzender der Geschäftsführung, ging in den Ruhestand.