Zukunftsfähig durch Bildung
McKinsey und Robert Bosch Stiftung präsentieren gemeinsam Studie
Stuttgart, 15. Oktober 2008 – Um Wachstum und Wohlstand in Deutschland zu erhalten, müssen die Bildungsanstrengungen intensiviert und stark beschleunigt werden. Auf die steigende Nachfrage nach hochqualifizierten Arbeitskräften ist bisher weder der Arbeitsmarkt noch das Bildungssystem vorbereitet. Im Gegenteil: Der Bildungsabstand Deutschlands zu den wichtigen Industriestaaten vergrößert sich zusehends.
Wie hoch der Investitionsbedarf ist, welche Maßnahmen ergriffen werden können und welche pädagogischen Innovationen zu empfehlen sind, beschreibt die Studie „Zukunftsvermögen Bildung“ der Unternehmensberatung McKinsey & Company im Auftrag der Robert Bosch Stiftung. Die Studie stellt dar, wie die Bildungsreform in Deutschland beschleunigt, die Fachkräftelücke geschlossen und das Wachstum gesichert werden kann.
„Aufgrund fehlender Investitionen und bedingt durch den Reformstau im Bildungswesen sowie den demografischen Wandel werden im Jahr 2020 in Deutschland rund 2,4 Millionen Fachkräfte fehlen. Daraus würde ein volkswirtschaftlicher Schaden von 1,2 Billionen Euro resultieren“, schätzt Nelson Killius, Partner bei McKinsey. „Nur mit synchronen Weichenstellungen in der Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik werden die Lücken geschlossen werden und genügend junge Menschen eine ausreichende Qualifikation erhalten“, resümiert Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung.
Die Studie befasst sich beispielhaft mit zwei zentralen Bereichen, um aufzuzeigen, welche konkreten Veränderungen notwendig sind: Im Schulbereich erörtert sie die Führungsqualität an den Schulen, im Ausbildungsbereich die akademische Qualifizierung von Facharbeitern.
Internationale Vergleiche zeigen, dass die Führungsqualität der Schulleitung ein entscheidender Hebel für das Leistungsniveau von Schulen ist. Mit einer gezielteren Vorbereitung auf diese Aufgaben und einem weiter entwickelten Qualitätsmanagement ließen sich Engpässe beseitigen. Gleichzeitig ist es im Ausbildungsbereich erforderlich, mehr Facharbeiter für eine Höherqualifizierung zu motivieren. Bis 2020 fehlen in Deutschland 1,2 Millionen Akademiker. Durch eine Steigerung der Erwerbstätigenquote lässt sich diese Lücke um 300.000 Personen verringern, durch Zuwanderung um noch einmal 200.000, durch bildungspolitische Maßnahmen um weitere 170.000. Um den verbleibenden Bedarf an circa 600.000 Akademikern zu decken, „müssten rund acht Prozent der unter 35-jährigen Facharbeiter von heute bis zum Jahr 2020 ein dreijähriges Studium absolviert haben“, so Nelson Killius.
Die Studie zeigt: Die notwendige Beschleunigung der Bildungsreform zu einer Bildungsoffensive ist erst möglich, wenn ein Paradigmenwechsel in der Politik und den Bildungsinstitutionen vollzogen ist. Künftig muss der Bildungserfolg konsequent an der Zahl der Qualifizierten, die Schulen und Universitäten verlassen, gemessen werden. Für Lehrer und Dozenten heißt das, dass sie sich nicht mehr auf ihre Fachlichkeit zurückziehen können, sondern die individuelle Förderung ihrer Schüler und Studenten Messlatte für sie ist. Nur wenn auf allen Stufen des Bildungssystems signifikante Steigerungen erzielt werden – bei den Schwachen ebenso wie bei den Eliten – wird es erfolgreich sein. „Deshalb müssen wir verbindliche Kennzahlen in der Bildungspolitik definieren, regelmäßig ihre praktische Umsetzung überprüfen und die Ergebnisse transparent machen“, sagt Dr. Ingrid Hamm.
Gastbeiträge namhafter Pädagogen wie Peter Fauser, Hartmut Ditton und Manfred Prenzel und „best practices“ aus der Schweiz und Großbritannien runden die Studie ab. „Zukunftsvermögen Bildung“ fordert zum Umdenken auf, diskutiert Modelle und Möglichkeiten zur Förderung und stellt Aufgaben und Finanzierung des Reformprozesses dar. Bildung ist, so die Experten, eine zwingende Investition zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, des Wohlstands der Gesellschaft wie auch der Zukunftschancen des Einzelnen.
Stuttgart, 15. Oktober 2008 – Um Wachstum und Wohlstand in Deutschland zu erhalten, müssen die Bildungsanstrengungen intensiviert und stark beschleunigt werden. Auf die steigende Nachfrage nach hochqualifizierten Arbeitskräften ist bisher weder der Arbeitsmarkt noch das Bildungssystem vorbereitet. Im Gegenteil: Der Bildungsabstand Deutschlands zu den wichtigen Industriestaaten vergrößert sich zusehends.
Wie hoch der Investitionsbedarf ist, welche Maßnahmen ergriffen werden können und welche pädagogischen Innovationen zu empfehlen sind, beschreibt die Studie „Zukunftsvermögen Bildung“ der Unternehmensberatung McKinsey & Company im Auftrag der Robert Bosch Stiftung. Die Studie stellt dar, wie die Bildungsreform in Deutschland beschleunigt, die Fachkräftelücke geschlossen und das Wachstum gesichert werden kann.
„Aufgrund fehlender Investitionen und bedingt durch den Reformstau im Bildungswesen sowie den demografischen Wandel werden im Jahr 2020 in Deutschland rund 2,4 Millionen Fachkräfte fehlen. Daraus würde ein volkswirtschaftlicher Schaden von 1,2 Billionen Euro resultieren“, schätzt Nelson Killius, Partner bei McKinsey. „Nur mit synchronen Weichenstellungen in der Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik werden die Lücken geschlossen werden und genügend junge Menschen eine ausreichende Qualifikation erhalten“, resümiert Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung.
Die Studie befasst sich beispielhaft mit zwei zentralen Bereichen, um aufzuzeigen, welche konkreten Veränderungen notwendig sind: Im Schulbereich erörtert sie die Führungsqualität an den Schulen, im Ausbildungsbereich die akademische Qualifizierung von Facharbeitern.
Internationale Vergleiche zeigen, dass die Führungsqualität der Schulleitung ein entscheidender Hebel für das Leistungsniveau von Schulen ist. Mit einer gezielteren Vorbereitung auf diese Aufgaben und einem weiter entwickelten Qualitätsmanagement ließen sich Engpässe beseitigen. Gleichzeitig ist es im Ausbildungsbereich erforderlich, mehr Facharbeiter für eine Höherqualifizierung zu motivieren. Bis 2020 fehlen in Deutschland 1,2 Millionen Akademiker. Durch eine Steigerung der Erwerbstätigenquote lässt sich diese Lücke um 300.000 Personen verringern, durch Zuwanderung um noch einmal 200.000, durch bildungspolitische Maßnahmen um weitere 170.000. Um den verbleibenden Bedarf an circa 600.000 Akademikern zu decken, „müssten rund acht Prozent der unter 35-jährigen Facharbeiter von heute bis zum Jahr 2020 ein dreijähriges Studium absolviert haben“, so Nelson Killius.
Die Studie zeigt: Die notwendige Beschleunigung der Bildungsreform zu einer Bildungsoffensive ist erst möglich, wenn ein Paradigmenwechsel in der Politik und den Bildungsinstitutionen vollzogen ist. Künftig muss der Bildungserfolg konsequent an der Zahl der Qualifizierten, die Schulen und Universitäten verlassen, gemessen werden. Für Lehrer und Dozenten heißt das, dass sie sich nicht mehr auf ihre Fachlichkeit zurückziehen können, sondern die individuelle Förderung ihrer Schüler und Studenten Messlatte für sie ist. Nur wenn auf allen Stufen des Bildungssystems signifikante Steigerungen erzielt werden – bei den Schwachen ebenso wie bei den Eliten – wird es erfolgreich sein. „Deshalb müssen wir verbindliche Kennzahlen in der Bildungspolitik definieren, regelmäßig ihre praktische Umsetzung überprüfen und die Ergebnisse transparent machen“, sagt Dr. Ingrid Hamm.
Gastbeiträge namhafter Pädagogen wie Peter Fauser, Hartmut Ditton und Manfred Prenzel und „best practices“ aus der Schweiz und Großbritannien runden die Studie ab. „Zukunftsvermögen Bildung“ fordert zum Umdenken auf, diskutiert Modelle und Möglichkeiten zur Förderung und stellt Aufgaben und Finanzierung des Reformprozesses dar. Bildung ist, so die Experten, eine zwingende Investition zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, des Wohlstands der Gesellschaft wie auch der Zukunftschancen des Einzelnen.
Pressekontakt
Susanne Staerk
Pressereferentin / Kommunikation
Robert Bosch Stiftung GmbH
Heidehofstraße 31
70184 Stuttgart
Telefon 0711 460 84-29
Telefax 0711 460 84-10 29
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