Robert Bosch Juniorprofessur Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen

Biodiversität, Bioenergie und Ernährungssicherheit

Verleihung und Neuausschreibung der Robert Bosch Juniorprofessur „Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen“

Alles drehte sich um Biodiversität, Bioenergie und Ernährungssicherheit beim Festakt zur Verleihung der Robert Bosch Juniorprofessur vor 140 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der Bosch Repräsentanz Berlin.

Was passiert mit der Artenvielfalt, wenn Wälder durch Abholzung in immer kleinere Flächen zerschnitten werden? Welche Auswirkungen hat das auf die wichtigen Leistungen, die Wälder als Ökosysteme für uns Menschen erbringen? Wie kann man diese Wälder wirkungsvoll schützen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich seit Jahren die Biologin Nina Farwig und forscht dazu in den Regenwäldern Ostafrikas. Als erste Robert Bosch Juniorprofessorin wird sie diese hochrelevanten Fragen in den nächsten fünf Jahren an der Philips-Universität Marburg weiterverfolgen – und erhält dafür von der Robert Bosch Stiftung knapp eine Million Euro. Auf dem Festakt erhielt sie die offizielle Urkunde der Stiftung aus den Händen von Kurt Liedtke, dem Kuratoriumsvorsitzenden der Robert Bosch Stiftung, und Klaus Töpfer, dem ehemaligen Bundesumweltminister und Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms.

Nach der Verleihung diskutierte Klaus Töpfer mit Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamts, und Harald von Witzke, Agrarökonom an der Humboldt-Universität Berlin, eines der Schwerpunktthemen der nun laufenden Neuausschreibung der Robert Bosch Juniorprofessur: Die Konkurrenz um Landnutzung zwischen Bioenergie und Nahrung. Töpfer bezog deutlich Stellung für eine bessere Nutzung der Biomasse. Von Witzke machte auf den fatalen Zusammenhang aufmerksam, dass der verstärkte Flächenanbau von Energiepflanzen weltweit Nahrungsmittelpreise steigert und die Ernährungssicherheit bedroht. Er mahnte zudem stärkere Forschungsanstrengungen an, um die Probleme der Flächenkonkurrenz zur mildern.

Kurzportrait

Die diesjährige Robert Bosch Juniorprofessorin ist Frau Dr. Nina Farwig. Sie wurde 1977 geboren, studierte Biologie in Marburg und promovierte 2005 an der Universität Mainz. Seit 2002 erforscht sie in Ostafrika die Auswirkungen der zunehmenden Zerstückelung des Regenwalds auf die Artenvielfalt. Ziel ihres Forschungsvorhabens als Robert Bosch Juniorprofessorin ist die Entwicklung von Schutz- und Erhaltungsstrategien für Waldfragmente in Südafrika, die zugleich die nachhaltige Waldnutzung und die Erhaltung von Biodiversität und Ökosystemfunktionen erlauben. Ab Mitte 2008 wird sie dafür an der Philipps-Universität Marburg ihre Arbeit aufnehmen.