Ausbildung "Servicehelfer"
Den Hauptschulabschluss in der Tasche, aber noch keinen Ausbildungsplatz gefunden? Vielleicht weil die Noten nicht ganz so gut waren? Schülern mit schwachem Hauptschulabschluss bietet ein Modellprojekt der Robert Bosch Stiftung eine Chance: die Ausbildung zum Servicehelfer im Sozial- und Gesundheitswesen.
Jugendliche im Großraum Stuttgart, Reutlingen und Augsburg werden für unterstützende Tätigkeiten in der Alten- und Behindertenhilfe und im Krankenhaus ausgebildet. 70 Prozent der Ausbildung sind Praxis, 30 Prozent Theorie. Die Schulabgänger werden nicht einfach ins kalte Wasser geworfen, sondern durch pädagogische Fachkräfte intensiv begleitet.
Die Jugendlichen sollen durch die Arbeit in der Alten- und Behindertenhilfe und im Krankenhaus soziale Kompetenzen entwickeln und Fähigkeiten erwerben, die ihnen längerfristig eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt ermöglichen.
Dabei geht es nicht um pflegerische Tätigkeiten, sondern beispielsweise um die Unterstützung alter oder behinderter Menschen bei Spaziergängen, um Hilfe und Anleitung bei den Mahlzeiten, um Mithilfe bei Hausmeistertätigkeiten, um Hol- und Bringdienste oder um die Unterstützung bei Hausarbeiten wie Abwaschen, Abtrocknen oder Aufräumen.
Im theoretischen Unterricht werden vor allem hauswirtschaftliche, haustechnische sowie Grundlagen im Umgang mit alten, behinderten und kranken Menschen gelehrt, aber auch Sozialverhalten sowie Kommunikations- und Benimmtraining stehen auf dem Programm. Ein Curriculum wurde eigens dafür entwickelt.
Nach erfolgreicher einjähriger Ausbildung in Theorie und Praxis garantieren die am Modellprojekt beteiligten Einrichtungen die Übernahme für mindestens ein weiteres Praxisjahr und damit den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt.
Bei der Ausbildung zum Servicehelfer im Sozial- und Gesundheitswesen liegt der Schwerpunkt auf der Praxis, damit die Jugendlichen (nach z. T. frustrierenden Schulerfahrungen) ihre Potenziale gut und erfolgreich einbringen können.
Auf je zwei Wochen Schulblock folgen je vier bis acht Wochen praktische Ausbildung in einer Einrichtung der Alten- oder Behindertenhilfe oder im Krankenhaus.
In der Praxis haben die Jugendlichen mindestens einen festen Ansprechpartner – ihren Praxisanleiter – der sie in das Aufgabengebiet einführt und ihnen bei allen Fragen zur praktischen Ausbildung weiterhilft.
In der praktischen Ausbildung übernehmen die Servicehelfer Dienstleistungsaufgaben aus den folgenden Bereichen:
- Patienten-/bewohnernaher Bereich
- serviceorientierter und hauswirtschaftlicher Bereich
- (haus-) technischer und logistischer Bereich
- administrativer Bereich.
Dabei geht es nicht um die Übernahme von pflegerischen Tätigkeiten!
Nähere Informationen zu den praktischen Tätigkeiten in der Ausbildung finden Sie rechts auf dieser Seite.
Der Unterricht findet im Bildungszentrum des Wohlfahrtswerks für Baden-Württemberg in Stuttgart statt (Silberburgstraße 91/93, 70176 Stuttgart).
In acht aufeinander aufbauenden Modulen wird den Jugendlichen das theoretische Hintergrundwissen vermittelt, das sie in der Praxis brauchen, um ihre Arbeit gut ausführen zu können. Die Theorie ist damit stark an den Tätigkeitsbereichen der Praxis orientiert.
Neben Fachinhalten werden den Auszubildenden auch Sozial- und Kommunikationskompetenzen vermittelt; so findet z.B. eine sozialpädagogische Erlebnis-Seminarwoche statt, in der Gruppenfindungsprozesse im Mittelpunkt stehen.
Der Unterricht dauert je Modul ein bis zwei Wochen, jeweils Montag bis Freitag von 09:00 Uhr bis 16:15 Uhr. Es muss kein Schulgeld bezahlt werden. Eine Klasse besteht aus 22 Auszubildenden.
Die Methoden im Unterricht orientieren sich an den Standards für Erwachsenenbildung und umfassen z.B.
- Vorträge von Fachlehrern/innen
- Arbeitsaufträge in Kleingruppen
- Exkursionen
- Diskussion und Erfahrungsaustausch
- Nachbesprechung von Erlebnissen bei der Arbeit in der Einrichtung
- praktische Übungen
- Präsentation von Themen.
Die Leistungen der Jugendlichen werden durch Referate, Präsentationen, Hausarbeiten und Klausuren, Praxisaufgaben und praktische Prüfungen ermittelt. Es finden Abschlussprüfungen in Theorie und Praxis statt.
Die Auszubildenden im Modellprojekt werden ausgiebig (sozial-) pädagogisch betreut. Die pädagogische Begleitung vergibt keine Noten und ist u.a. zuständig für:
- regelmäßige Besuche in der Einrichtung
- Unterstützung bei Problemen am Arbeitsplatz
- Beratung bei persönlichen Problemen
- Unterstützung bei der Persönlichkeitsentwicklung
- Vermittlung in unterstützende Angebote wie Sprachkurse und Beratung.
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