Chamisso-Tage an der Ruhr - Warum gerade hier?

Seit 1998 organisiert die Robert Bosch Stiftung in unregelmäßigen Abständen „Chamisso-Tage“. Hierzu werden alle Träger des Adelbert-von-Chamisso-Preises für einige Tage in eine Stadt oder Region eingeladen, um dort zu lesen und zu diskutieren, um Schulveranstaltungen oder Schreibwerkstätten für Jugendliche durchzuführen.

Die „Chamisso-Tage“ fanden bisher in Städten wie Stuttgart, Leipzig und Basel statt. Aber der Preis ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und damit einhergehend die öffentliche Wahrnehmung gestiegen. Daher wurde es Zeit, die inzwischen weit über 40 Preisträger erstmals zu Chamisso-Tagen in ein größeres Ballungszentrum einzuladen.

Die Wahl des Ruhrgebiets war dabei eine nur logische und sich nahezu aufdrängende Konsequenz. Wie in kaum einer anderen Region Deutschlands wird hier „Migrationsgeschichte“ täglich spürbar und gelebt, kaum ein anderes Ballungszentrum ist gesellschaftlich und kulturell so stark durch Zuwanderung geprägt worden, wie das Ruhrgebiet. Was wäre Schalke 04 in den 30ern ohne Ernst Kuzorra gewesen, der aus Polen stammte? Oder in unserer Zeit ohne die Altintop-Brüder, deren Vater es als Arbeiter aus der Türkei an die Ruhr zog?

Mit den „Chamisso-Tagen an der Ruhr“ soll die Literatur deutscher Schriftsteller präsentiert werden, die wie so viele Menschen an der Ruhr auch, irgendwann in die deutsche Sprache und Kultur eingewandert sind.

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