Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung

SAID

Adelbert-von-Chamisso-Preis 2002, Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis 1991

1947 in Teheran, Iran, geboren. 1965 kam er als Student nach München. Nach dem Sturz des Schah 1979 betrat er zum ersten Mal wieder iranischen Boden, sah aber unter dem Regime der Mullahs keine Möglichkeit zu einem Neuanfang in seiner Heimat. Seither lebt er wieder im deutschen Exil. SAID war von Mai 2000 bis 2002 Präsident des P.E.N.-Zentrums Deutschland. Seine Bücher werden in englischer, französischer, niederländischer und ungarischer Sprache publiziert, seine Hörspiele wurden von SFB, BR, NDR, SWF und SWR ausgestrahlt.

Auszeichnungen:
Literaturpreis der Stadt München 1986
Civis-Hörfunkpreis 1992
Premio Letterario Internazionale »Jean Monnet« 1994
Preis »Literatur im Exil« der Stadt Heidelberg 1996
Stipendium »Villa Aurora«, Los Angeles/USA 1997
Hermann Kesten Medaille des PEN-Zentrums Deutschland 1997
Literaturstipendium der Landeshauptstadt Graz 1998
Ehrenliste zum Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 1999
Goethe-Medaille 2006
Literaturpreis des Freien Deutschen Autorenverbandes 2010
Rückert-Preis 2016

 

Leseprobe

dein leib brachliegend
unter den argwöhnischen augen des mondes
mein blick
öffnet deine beine und dringt in dich
ins schwarz deiner augen
ein murmeln um uns
ein haus wird geboren
dann die letzten krumen des tages
die sich vergebens wehren

 


schon baudelaire fragte scheinheilig
was modernität sei?
baudelaire, hat er je richtig gehasst?
hat er die zynikprobe überstanden?
er wollte ja zu einem neuen verstand gelangen
die moderne begann mit der einführung der guillotine,
der ersten maschinellen tötung von menschen,
die postmoderne mit auschwitz
sie verletzte die virtuelle illusion des abendlands
seither ist alles möglich
das papier beruhigt
der buchstabe tötet

Bücher

SAID
auf der suche nach dem licht.
Gedichte. Buchverlag Peter Hellmund, Würzburg 2016

parlando mit le phung.
Steidl Verlag, Göttingen 2013

Schneebären lügen nie.
Mit Illustrationen von Marine Ludin. Nord-Süd-Verlag, Zürich 2013

Ein Brief an Simba.
Mit Illustrationen von Gabriele Hafermaas. Verlag St. Michaelsbund, München 2012

Ruf zurück die Vögel.
Gedichte. C. H. Beck Verlag, München 2010

Das Niemandsland ist unseres.
Essays. Diederichs, München 2010

Das Haus, das uns bewohnt.
Ein israelisch-iranisches Poetengespräch mit Asher Reich. Lyrik-Kabinett, München 2009

Der Engel und die Taube.
Erzählungen. C. H. Beck Verlag, München 2008

Psalmen.
C. H. Beck Verlag, München 2007

Mukulele. Ein Märchen
mit Bildern von Katharina Grossmann-Hensel. Sauerländer Verlag, Düsseldorf 2007

Das Rot lächelt, das Blau schweigt. Geschichten über Bilder.
C.H. Beck Verlag, München 2006

Ich und der Islam.
C.H. Beck Verlag, München 2005

In Deutschland leben.
Ein Gespräch mit Wieland Freund. C. H. Beck Verlag, München 2004

Auf den Leib.
Mit Fotos von James Dummler. C.H. Beck Verlag, München 2004

Außenhaut, Binnenträume.
Gedichte. C.H. Beck Verlag, München 2002

Friedrich Hölderlin empfängt niemanden mehr.
Ein Hörspiel. C.H. Beck Verlag, München 2002 (CD)

Clara. Ein Märchen.
Mit Bildern von Moidi Kretschmann. NP-Buchverlag, St.Pölten/Wien/Linz 2001

Landschaften einer fernen Mutter.
C.H. Beck Verlag, München 2001

Dieses Tier, das es nicht gibt.
Ein Bestiarium. C.H. Beck Verlag, München 1999

Die Ballade vom Esel Trauermaul.
Mit Original-Holzschnitten von Margarita, Joseph und Ludwig Thanhäuser. Thanhäuser Verlag, Ottensheim an der Donau 1999.

Es war einmal eine Blume.
Ein Märchen mit Bildern von Kveta Pacovska. Neugebauer, Salzburg 1998

Sei Nacht zu mir.
Liebesgedichte. Hafis-Verlag, München 1998

Der lange Arm der Mullahs.
Notizen aus meinem Exil. C.H. Beck Verlag, München 1995

Selbstbildnis für eine ferne Mutter.
P. Kirchheim, München 1992

Dann schreie ich, bis Stille ist.
Gedichte. Heliopolis, Tübingen 1990 (Die grenzenlose Bibliothek)

Liebesgedichte.
P. Kirchheim, München 1989

Ich und der Schah – Die Beichte des Ayatollah.
Hörspiele. Illustrationen von Nils Burwitz. Perspol-Verlag, Hamburg 1987

Wo ich sterbe, ist meine Fremde. Exil und Liebe.
Gedichte und ein Gespräch mit Gino Chiellino. R.G. Fischer, Frankfurt am Main 1984.

Liebesgedichte von SAID.
Friedrich, München 1981

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