Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung

Über den Chamisso-Preis

Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert Bosch Stiftung herausragende auf Deutsch schreibende Autoren, deren Werk von einem Kulturwechsel geprägt ist. Die Preisträger verbindet zudem ein außergewöhnlicher, die deutsche Literatur bereichernder Umgang mit Sprache. Damit ist der Preis der einzige seiner Art in Deutschland. Der Preis wird jährlich verliehen. Der Hauptpreis ist mit 15.000 € dotiert, die bis zu zwei Förderpreise mit je 7.000 €.

Die Preisträger werden von einer hochrangigen Jury ausgewählt. Aktuell wirken in der Jury mit (Stand April 2015):
Dr. Wolfgang Herles, Michael Krüger, Prof. Dr. Klaus-Dieter Lehmann, Dr. Wiebke Porombka, Denis Scheck, Dr. Insa Wilke und Feridun Zaimoglu.

Zur Geschichte des Preises
Der Adelbert-von-Chamisso-Preis geht auf eine Initiative Harald Weinrichs zurück, der die weitere Entwicklung maßgeblich mit beeinflusst hat. Der Preis wurde damals definiert als Auszeichnung für deutsch schreibende Autoren nicht deutscher Muttersprache.
Wurde die mit dem Preis gewürdigte Literatur seit den 80er Jahren zunächst noch »Gastarbeiterliteratur« genannt, entwickelte sie sich nach Öffnung des Eisernen Vorhangs zur sogenannten »Migrationsliteratur«, die verstärkt auch außereuropäische Einflüsse umfasste. Die gesellschaftliche Realität zeigt heute, dass eine stetig wachsende Autorengruppe mit Migrationsgeschichte Deutsch als selbstverständliche Muttersprache spricht. Für die Literatur dieser Autoren ist der Sprach- und Kulturwechsel zwar thematisch oder stilistisch prägend, sie ist jedoch zu einem selbstverständlichen und unverzichtbarem Bestandteil deutscher Gegenwartsliteratur geworden. 2012 wurde die Definition des Preises daher erweitert.

Seit der ersten Preisverleihung 1985 an Aras Ören und Rafik Schami sind insgesamt 65 Schriftsteller aus über zwanzig Herkunftsländern ausgezeichnet worden. Die »Ehrengabe zum Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung« wurde bisher an drei Persönlichkeiten vergeben, die durch ihr Lebenswerk in besonderer Weise im Sinne des Preises gewirkt haben:
Jiří Gruša, Imre Kertész und Harald Weinrich.

Die Chamisso-Begleitförderung
Die Chamisso-Preisträger sind nicht nur hervorragende Vertreter der deutsch-sprachigen Gegenwartsliteratur, sondern haben auch eine wichtige Vorbild- und Vermittlungsfunktion.Die lebhafte Resonanz auf die zahlreichen Lesungen der Preisträger an Schulen, Bibliotheken und Kultureinrichtungen im gesamten deutschsprachigen Raum zeigt das hohe Interesse an ihrer Literatur und am vielstimmigen Reichtum der deutschen Sprache. Es macht den besonderen Charakter des Adelbert-von-Chamisso-Preises aus, dass er nicht allein in einer Prämierung besteht, sondern durch eine Begleitförderung das Lesen der Autoren gerade auch an Schulen ermöglicht.

Kontakt

Frank Albers
Telefon 0711 46084-510
Julia Teek
Telefon 0711 46084-440