International Law and Peacebuilding in Nagorno Karabakh – A workshop of Armenian and German Students, Jerewan/Armenien

Projektleitung: Max Schaub, Lektor in Jerewan/Armenien 2010-2011 

Ziele des dreitägigen Workshops waren, den Konflikt um die Region Bergkarabach besonders in seinen völkerrechtlichen Dimensionen zu verstehen, und gemeinsam über Lösungsansätze für den Konflikt nachzudenken.
Die zwischen Armenien und Aserbaidschan liegende Region Bergkarabach hatte sich, vormals zur Aserbaidschanischen Sowjetrepublik gehörig, in einem Krieg Anfang der Neunziger Jahre von Aserbaidschan losgelöst; ihr Status bleibt aber weiterhin umstritten, und an der Waffenstillstandslinie kommt es immer wieder zu gewaltsamen Konfrontationen.

Für den Workshop waren 14 Studierende der Internationalen Beziehungen aus Deutschland nach Jerewan angereist und wurden von ebenso vielen armenischen Studierenden (vornehmlich des Völkerrechts) empfangen.
In einer Studierendenkonferenz, die den Auftakt des Workshops bildete, ging es zunächst darum, ein gemeinsames Verständnis des Konflikts zu erarbeiten. Dabei war es nicht einfach, die auf Lektüre unterschiedlicher Quellen und radikal anderer Erfahrungshintergründe beruhenden Standpunkte deutscher und armenischer Studierender miteinander in Einklang zu bringen.

In einem zweiten Schritt erarbeiteten die Teilnehmenden in Form eines Simulationsspiels in gemischt armenisch-deutschen Gruppen Lösungsansätze, die das Centre for European Studies in Jerewan in Form eines Policy Papers veröffentlichen wird.

Die Thematik vertiefen konnten die Teilnehmenden durch Diskussionen mit der armenischen Vize-Außenministerin und dem Repräsentanten Karabachs in Armenien sowie durch Besuche des Geschichtsmuseums und des Völkermorddenkmals.
Die Spannung zwischen Innensicht der armenischen Studierenden und Außenperspektive der deutschen Studierenden konnte bis zum Schluss des Workshops nie völlig aufgelöst werden. Dies erwies sich jedoch als sehr produktiv, was viele der Teilnehmenden in persönlichen Gesprächen bestätigten. Für das nächste Jahr planen die Teilnehmenden, eine Konferenz in Deutschland zu organisieren, zu der auch Studierende aus Aserbaidschan eingeladen werden sollen.

 

 

Projektdokumentation

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