Dr. med. Tania Zieschang

Stipendienart: Early-Career
Dauer:
1. Juni 2006 bis 31. Mai 2008
Zentrum:
Bethanien Krankenhaus, Geriatrisches Zentrum, Heidelberg

Angaben zum Forschungsvorhaben

Körperliches Training bei älteren Menschen mit kognitiver Einschränkung. Nachbeobachtung nach zwölf Monaten.

Hintergrund:
Menschen mit kognitiver Einschränkung stellen eine Hochrisikogruppe bezüglich des Rückgangs der motorischen Leistungsfähigkeit, des Verlusts der Unabhängigkeit und von schweren Stürzen dar. Kraft- und Balancedefizite tragen nachweislich zu erhöhtem Sturzrisiko und vermehrtem Auftreten von schweren Verletzungen im Vergleich zu nicht dementen Personen der gleichen Altersgruppe bei.
In vorangehenden Studien konnte nachgewiesen werden, dass ein progressives körperliches und funktionelles Training eine sichere und effektive Methode ist, um Kraft und funktionelle Leistungsfähigkeit bei geriatrischen Patienten mit Zustand nach Sturzereignis nachhaltig zu verbessern.

Fragestellung:
Es soll nachgewiesen werden, dass ein derartiges Training auch bei Personen mit kognitiver Einschränkung erfolgreich durchzuführen ist. Es gibt Hinweise, dass sich die funktionelle Leistungsfähigkeit verbessern kann. Wegen methodischer Mängel wie zu kleiner Stichprobengröße, inadäquater Erfassung der Leistungsfähigkeit und nicht standardisiertem, auf diese Personengruppe nicht angepasstem Training sind jedoch die bisher vorhandenen Daten wissenschaftlich nicht ausreichend.

Durchführung:
Auf der Grundlage vorheriger erfolgreicher Trainingsstudien mit geriatrischen Patienten wurde am Bethanien Krankenhaus unter der Leitung von PD Dr. Hauer ein standardisiertes Bewegungsprogramm entwickelt, das sich sowohl an den spezifischen Defiziten wie auch an den verbliebenen Fähigkeiten dieser Personen-gruppe orientiert. Aktuell wird eine placebokontrollierte, randomisierte Studie durchgeführt, um die Effektivität dieses Trainingsprogramms bei Patienten mit Demenz wissenschaftlich zu überprüfen.
Die Patienten in der Interventionsgruppe erhalten über 12 Wochen zweimal wöchentlich ein progressives Kraft- und funktionelles Training. Dahingehend wird der Placebogruppe ebenfalls über 12 Wochen und zweimal wöchentlich eine Gesprächsgruppe mit unspezifischer „Hockergymnastik“ angeboten.
Innerhalb dieser Studie wird Frau Dr. Zieschang die Nachbeobachtung 12 Monate nach Beginn des Trainings durchführen. Hierbei werden motorische, funktionelle, kognitive und emotionale Parameter mit standardisierten, etablierten Methoden analog zu den anderen Messzeitpunkten der Studie (vor Beginn des Trainings, nach Abschluss und 3 Monate nach Abschluss des Trainings) gemessen. Des Weiteren erfolgt eine prospektive Erfassung der Sturzhäufigkeit mit mehreren Methoden über den gesamten Beobachtungszeitraum von 12 Monaten.