Größte Edition tschechischer Literatur außerhalb Tschechiens nach zehn Jahren bei der DVA abgeschlossen
Bundespräsident Horst Köhler und der Staatspräsident Václav Klaus würdigen Abschluss der Tschechischen Bibliothek – Festakt im Schloss Bellevue und der Tschechischen Botschaft Berlin
Berlin – 24. August 2007
Mit einem Festakt im Schloss Bellevue würdigt Bundespräsident Horst Köhler heute den erfolgreichen Abschluss der Tschechischen Bibliothek, am Abend lädt der Botschafter der Tschechischen Republik, Rudolf Jindrák, zu einer kulturellen Darbietung in die Botschaft der Tschechischen Republik ein. Die 33 Bände umfassende Reihe erschien von 1999 bis 2007 auf Initiative der Robert Bosch Stiftung in der Deutschen Verlags-Anstalt (DVA) unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und des Staatspräsidenten der Tschechischen Republik. Die meisten Werke wurden erstmals ins Deutsche übersetzt. Damit ist die Tschechische Bibliothek die größte Edition tschechischer Literatur außerhalb Tschechiens.
Bundespräsident Köhler: "Deutschland und Tschechien sind, seit Tschechien Mitglied der Europäischen Union ist, noch weiter zusammengerückt; aus Nachbarn sind enge Partner und Freunde geworden. Die Buchreihe der Tschechischen Bibliothek eröffnet viele neue Einblicke in das Leben und Denken unserer Nachbarn. Sie ist deshalb ein wichtiger Baustein, der diese Freundschaft weiter festigen wird. Ich danke allen Beteiligten an der Initiative der Robert Bosch Stiftung für ihr Engagement."
Rudolf Jindrák, Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland, zum Abschluss der Tschechischen Bibliothek: "Den Gründungsvätern und Förderern der Tschechischen Bibliothek ist etwas Einzigartiges gelungen, dem deutschen Leser die Hand der tschechischen Literatur zu reichen. Als Botschafter der Tschechischen Republik freut es mich ganz besonders, dass der kühne Traum zur Wirklichkeit wurde. Dafür gehört allen Beteiligten mein persönlicher Dank."
"Der deutsche Leser bekommt in der Tschechischen Bibliothek weit mehr als eine Sammlung hervorragender Literatur", ergänzt Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. "Er bekommt sie auf unverwechselbar tschechische Art: mit Ironie, Humor und abgründigem Sprachwitz gewürzt. Die Tschechische Bibliothek ist insgesamt ein Kompliment an den Reichtum, die Bedeutung und die Schönheit der tschechischen Kultur!" Für die Robert Bosch Stiftung ist die Tschechische Bibliothek ein wichtiges Element der Völkerverständigung.
Die Tschechische Bibliothek vereint die Crème de la Crème der tschechischen Bohemistenszene: 66 Übersetzer und Bohemisten haben rund zehn Jahre an der Herausgabe der Texte von 213 tschechischen Autoren gearbeitet. Geschäftsführender Herausgeber dieser rund 13.500 Seiten umfassenden Reihe ist Hans Dieter Zimmermann, Professor am Institut für Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin. Mitherausgeber sind Peter Demetz, Emeritus der Yale University New Haven; Jiří Gruša, Schriftsteller und Präsident des Internationalen PEN-Klubs; Peter Kosta, Professor für Slavistik an der Universität Potsdam, sowie der Bohemist und Berliner Übersetzer Eckhard Thiele, der die Tschechische Bibliothek entworfen und verantwortlich redigiert hat.
Prof. Dr. Hans Dieter Zimmermann: "Wer diese 33 Bände durchgegangen ist, wird eine Vorstellung bekommen vom Reichtum tschechischer Kultur. Bei der Auswahl haben wir uns nicht nur von ästhetischen Kriterien leiten lassen, sondern von dem Ziel, mit dieser Sammlung Neugierde auf ein Mitgliedsland der europäischen Union zu wecken."
Die Reihe bietet ein Panorama tschechischer Literatur und Geistesgeschichte: vom Mittelalter bis zur Gegenwart neben Dichtung und Prosa auch Essays sowie philosophische und künstlerische Texte. Thomas Rathnow, Verlagsleiter Deutsche Verlags-Anstalt (DVA): "Der DVA ist daran gelegen, mit ihren Büchern und Autoren zum Verständnis und zur Verständigung in Europa beizutragen. Unsere Tschechische Bibliothek leistet dies in besonderem Maße und zwar mit einer beeindruckenden Vielfalt an literarischen und philosophischen Titeln."
Zusätzlich zur Tschechischen Bibliothek hat die Robert Bosch Stiftung über 100 begleitende Veranstaltungen gefördert, wie eine Konferenz der Literaturübersetzer aus dem Tschechischen im Januar 2002, die deutsch-tschechische Übersetzerwerkstatt in Straelen im November 2003, eine Informationsreise für Buchhändler im Mai 2004 oder die Prager Nacht, eine Entdeckungsfahrt durch die tschechische Literatur in zahlreichen deutschen Städten 2002 bis 2006. In Entsprechung unterstützt die Stiftung auch den Aufbau eines Hauses der deutschsprachigen Literatur in Prag. Die Gesamtfördersumme der Robert Bosch Stiftung für das Projekt Tschechische Bibliothek beträgt insgesamt rund eine Million Euro.
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