Curriculum "Palliative Praxis"

In Altenpflegeeinrichtungen und in der häuslichen Pflege kommt den betroffenen alten Menschen noch zu wenig palliative Hilfe und Sterbebegleitung zugute. Das liegt auch daran, dass viele Mitarbeiter der stationären und ambulanten Altenhilfe nicht über spezielle, für die Begleitung alter Menschen geeignete Fachkenntnisse verfügen. Palliative Care ist noch allzu häufig auf die Anwendung durch Spezialisten angewiesen, so dass sich eine palliative Praxis dort, wo alte Menschen leben und sterben, noch nicht durchsetzen konnte. Dies gilt insbesondere für die wachsende Gruppe der Demenzkranken, die mittlerweile über die Hälfte der Bewohnerschaft von stationären Altenpflegeeinrichtungen ausmacht, und die eine spezifische Form der Palliativbetreuung benötigt.

Vor diesem Hintergrund hat die Robert Bosch Stiftung zusammen mit ausgewiesenen Experten das interdisziplinäre Curriculum Palliative Praxis entwickelt. Darin ist ein Schwerpunkt auf die Palliativbegleitung von Demenzkranken gesetzt. Den knappen zeitlichen und finanziellen Ressourcen in der stationären und ambulanten Altenpflege wird mit einem Umfang von nur vierzig Schulungsstunden Rechnung getragen. Das Curriculum ist nach der Storyline-Methode konzipiert und fördert handlungs- und praxisorientiertes Lernen. Es richtet sich primär an Pflegende und Ärzte, aber auch an weitere Berufsgruppen der Altenhilfe.

Das Curriculum Palliative Praxis steht der Praxis über speziell qualifizierte Dozenten, sogenannte Moderatoren, zur Verfügung. Die Robert Bosch Stiftung vermittelt Moderatoren für "Palliative-Praxis"-Schulungen an interessierte Mitarbeiter und Einrichtungen der Altenpflege.
Das Curriculum Palliative Praxis legt den Schwerpunkt auf die Begleitung von dementiell erkrankten Menschen, deren Prinzipien wesentlich für die gesamte Gruppe pflegebedürftiger alter Menschen gelten können. Dabei berücksichtigt es ebenso die notwendige Zusammenarbeit der Berufsgruppen, die im Versorgungsprozess beteiligt sind, als auch den jeweiligen Kenntnisstand der Schulungsteilnehmer.

Im Rahmen von 40 Unterrichtsstunden werden folgenden Inhalte thematisiert:

  • Typische Begriffsdefinitionen aus der Palliativen Praxis
  • Sensibilisierung für die Bedeutung der Biographie des Patienten
  • Orientierung über Pflege- und Therapiepläne in der Palliativbetreuung
  • Besonderheiten der Palliativbetreuung bei dementieller Erkrankung
  • Schmerzmanagement und das individuelle Erleben von Schmerz
  • Interprofessionelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit
  • Kontrolle und Behandlung quälender Symptome
  • Patientenwille, Fürsorglichkeit und Verhalten im Alltag
  • Analyse und Besprechung konkreter (ethischer) Fälle
  • Der angemessene Umgang mit Sterbewünschen
  • Therapie, Pflege und Begleitung in der Sterbephase
  • Sowie: Krisenintervention, Tun und Lassen, Abschied und Trauer, Evaluation
Das Curriculum setzt auf die Aneignung von Basiskenntnissen in Palliativer Praxis bei möglichst vielen Mitarbeitern der stationären und ambulanten Altenhilfe, d.h. auch bei jenen, die ohne Fachqualifizierung in der Pflege arbeiten und die die deutsche Sprache nicht vollständig sicher beherrschen. Es ist bewusst als niedrigschwelliges Angebot konzipiert und richtet sich an alle Berufsgruppen, die alte Menschen in ihrer letzen Lebensphase begleiten.

Zielgruppen des Curriculums sind:

  • Pflegende mit und ohne Fachqualifikation in der stationären Altenpflege
  • Pflegende mit und ohne Fachqualifikation in der ambulanten Pflege
  • Pflegedienstleitungen
  • Niedergelassene Ärzte und Heimärzte
  • Andere Berufsgruppen der Altenhilfe z.B. Verwaltung und Hauswirtschaft
  • Interessierte Ehrenamtliche, die alte Menschen begleiten
Mitarbeiter der Altenpflege bzw. Einrichtungen der ambulanten und stationären Altenhilfe können sich bei Interesse für eine Schulung nach dem Basiscurriculum Palliative Praxis gerne an die Robert Bosch Stiftung wenden. Die in der Regel „inhouse“ durchgeführte Schulung hat einen Umfang von 40 Unterrichtsstunden, kann mit ca. 15-20 Teilnehmern durchgeführt werden und wird entweder als Kompaktseminar (5 Tage) oder als Staffelseminar (z.B. 2-2-1 Tage) angeboten.

Für Schulungen vermitteln wir gerne qualifizierte Moderatoren in ganz Deutschland. Diese haben eine Moderatorenschulung zum Curriculum »Palliative Praxis« absolviert und sind seinen methodischen Prinzipien sowie seiner qualitativen Weiterentwicklung verpflichtet. Sie sind autorisiert, das Originalcurriculum zu verwenden und arbeiten mit dem dazugehörigen Moderatorenkoffer, der ausgewählte Arbeitshilfen und weiterführende Hinweise enthält. Copyright und Vervielfältigungsrechte von Curriculum und Moderatorenkoffer liegen bei der Robert Bosch Stiftung. Das Zertifikat ist an die erfolgreiche, regelmäßige Evaluierung der Moderatoren gebunden und wird im Zwei-Jahresrhythmus neu vergeben.

Sie können aber auch gerne auch hier nach einem passenden Modertoren suchen und diesen direkt kontaktieren.