"Wir reden mit!" – Wie Hauptschüler gemeinsame Sache machen

Preise für Integrationsprojekte verliehen

Stuttgart – 12. Juli 2007

Die Kerschensteiner-Ganztageshauptschule in Mannheim gewinnt mit ihrem Projekt "Sprachförderung durch Improvisationsspiel!" den erstmalig ausgeschriebenen Preis im Wettbewerb "Wir reden mit!". Das gemeinsam von der Robert Bosch Stiftung und dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg initiierte Förderprogramm soll die Integration und das Zusammenleben von Schülern mit und ohne Migrationshintergrund an Hauptschulen in Baden-Württemberg verbessern. Vor allem werden sowohl Sprachbeherrschung als auch soziale Kompetenzen der Schüler weiter entwickelt, um die Chancen im persönlichen Leben, in der Ausbildung und im Beruf gezielt zu steigern.

"Die prämierten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie die Sprachfähigkeit als zentrales Element einer gelingenden Integration und eines guten Miteinanders in der Klasse im Vordergrund steht", sagte der baden-württembergische Kultusminister Helmut Rau heute bei der Preisverleihung in Stuttgart.

Dieter Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung: "Sprache ist Basis einer jeden Verständigung, und darüber hinaus Voraussetzung zu Bildung und Erfolg im Beruf. Was liegt demnach näher als die gemeinsame Sprache Deutsch zu fördern?"

11 Projekte wurden mit der Initiative "Wir reden mit!" in Baden-Württemberg gefördert, drei herausragende Projekte werden nun zusätzlich mit Preisen geehrt. Mit Hilfe von Requisiten aus dem Alltagsleben hat die 6. Klasse der Kerschensteiner-Schule in Mannheim kleine Szenen einstudiert und für diese "Sprachförderung durch Improvisationsspiel" den ersten Preis, dotiert mit 3000 Euro, bekommen. Der zweite Preis (2000 Euro) geht an die Ludwig-Uhland-Schule in Leinfelden-Echterdingen für ihr Projekt "Der Rap deines Lebens". Die Grund- und Hauptschule Höfingen in Leonberg bekommt 1000 Euro und den dritten Preis für "Wir planen eine Ausstellung mit Vernissage".

Alle "Wir reden mit!"-Projekte sollen möglichst dauerhaft in den Schulalltag eingebracht werden. Egal ob Theater, Sprech- oder Reportageübungen: Die beteiligten Schüler mit und ohne Migrationshintergrund lernen im Team, sich richtig und angemessen auszudrücken und sich selbstbewusst zu präsentieren. Sie entwickeln eine eigene Meinung und lernen, diese im Gespräch sachlich einzubringen und anderen zuzuhören. Die Erkenntnis: Konflikte sind mit einer offenen und zielgerichteten Auseinandersetzung immer lösbar.

Der Wettbewerb "Wir reden mit!" wird zu Beginn des Schuljahres 2007/2008 für die Jahrgangsstufen 5 bis 8 neu ausgeschrieben. Auch dann werden bis zu 20 Hauptschulklassen von einer unabhängigen Jury ausgewählt und erhalten eine Förderung in Höhe von jeweils bis zu 1500 Euro.

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