Stuttgart/Wiesbaden – 3. April 2007
Der Filmförderpreis für Koproduktionen von Nachwuchsfilmemachern aus Deutschland und Ländern Ost- und Südosteuropas der Robert Bosch Stiftung – dotiert mit insgesamt bis zu 210.000 Euro – geht 2007 an Teams aus Deutschland und Bulgarien (Animation), Deutschland und Polen (Kurzspielfilm) sowie Deutschland und Estland (Dokumentation). Die Robert Bosch Stiftung verleiht die Förderpreise für herausragende Filmkonzepte am Abend an die jungen Filmemacher beim goEast Festival in Wiesbaden. Die Konzepte werden in diesem Jahr in Deutschland und im Partnerland realisiert. Der Fernsehsender ARTE – Partner des Filmförderpreises – wird mindestens einen der fertig gestellten Filme in das Programm aufnehmen.
Aus den Bewerbungen wurden 15 Filmteams ausgewählt, die sich im Dezember einer unabhängigen Fachjury präsentierten. Der Filmförderpreis der Robert Bosch Stiftung ermöglicht es jungen Filmemachern der Fachrichtungen Produktion, Regie, Kamera und Drehbuch im jeweils anderen Land neue Arbeitsweisen und Stile kennen zu lernen. Partner der Stiftung sind neben ARTE das Filmbüro Baden-Württemberg und in diesem Jahr erstmalig das goEast Festival in Wiesbaden.
Bewerben können sich ab sofort wieder Koproduktionsteams, die aus Nachwuchsfilmemachern aus einem Land Ost- und Südosteuropas und Deutschland bestehen. Eine Bewerbung ist nur als Team möglich. Der Film soll sowohl in Deutschland als auch im Partnerland produziert werden. Im Vordergrund steht dabei der Austausch zwischen den Kulturen.
Michaela Kezele, die mit dem Filmkonzept für "MILAN" im vergangenen Jahr mit dem Filmförderpreis für Koproduktionen ausgezeichnet wurde, hat sich nach dem Sieg des "Grand Prix" auf dem Internationalen Kurzfilmfestival im finnischen Tampere für eine Kurzfilm-Oscar-Nominierung qualifiziert.
Kategorie Animation: Anna Blume. (dt.-bulgarische Produktion; Fördersumme: 45.000 Euro)
Als visuelle Poesie bezeichnen die Produzentin Ebele Okoye und Regisseurin Vessela Dantcheva ihr ausgezeichnetes Konzept für den Animationsfilm Anna Blume. Die Idee zu ihrem Film hatten die in Frankfurt lebende Okoye und Dantcheva aus Sofia, Bulgarien, auf dem 18. Filmfest Dresden im April 2006. Dort arbeiteten sie eine Woche im Programm "Europe in Motion" in Workshops zusammen und entdeckten ihr gemeinsames Interesse an europäischer Kunst und Poesie des 20. Jahrhunderts. Die Wahl fiel auf Kurt Schwitters Gedicht "An Anna Blume" aus dem Jahr 1919. Durch die visuelle Kreativität und Sprache des emblematischen Gedichts, eigne es sich sehr gut für einen Film, so Okoye und Dantcheva. Umgesetzt wird ein 2D animierter Film. Art Director ist Ivan Bogdanov aus Bulgarien, Animation Supervisor Gregor Zootzky aus Deutschland.
Kategorie Kurzspielfilm: Przyjaźń – Freundschaft (dt.-polnische Produktion; Fördersumme: 60.000 Euro)
Die Polin Joanna Kollbek (Produktion), Jamila Wenske (Produktion) und Nicole Volpert aus Deutschland (Regie) erzählen die Geschichte zweier Jungen im deutsch-polnischen Grenzgebiet. Auf eindrucksvolle Weise beschreiben sie in ihrem Filmkonzept das Schicksal der Freunde, die sich an geheimen Orten zum Spiel treffen. "Ein Grenzgebiet ist immer ein Land, in dem Sprache eine wichtige Rolle spielt, weil sie Menschen trennen und verbinden kann", erklären die jungen Filmemacherinnen. "In unserem Grenzland, dem Wald ihres Indianerspiels kommen die beiden fast ohne Sprache aus." Der Film spielt mit den sprachlichen Barrieren zwischen den Kindern. Dabei soll auf amüsante, kindgerechte Art mit den gebrochenen Sprachen und Akzenten von Jercy und Konrad gezeigt werden, wie viel einfacher es ist, im Umgang miteinander die fremde Sprache Stück für Stück zu lernen und sich gegenseitig zu helfen. Das Drehbuch stammt von den beiden Deutschen Antonia Rothe und Katrin Milhahn. Kameramann ist Radoslaw Ladczuk aus Polen, gedreht wird im HDV-Format.
Kategorie Dokumentation: Normal. Estnische und deutsche Lebenswelten (dt.-estnische Produktion; Fördersumme: 35.000 Euro)
Das Team um Sandra Van Slooten aus Deutschland und die Estin Heilika Võsu wollen in ihrer Dokumentation alltägliche Begebenheiten beobachten, die zeigen, wie estnische und deutsche Normalität voneinander abweichen oder einander berühren. Kurze Animationen von Ülo Pikkov durchziehen den Film, Montagen sollen den jeweils fremden Blick der Esten auf das deutsche Material und umgekehrt verdeutlichen. Volker Maria Engel (Regie) und Sandra Van Slooten arbeiten bereits seit vier Jahren im Bereich Dokumentar- und Kurzspielfilm zusammen und gründeten "Schnittmenge. Büro für Bewegtbild GbR". Beim Berlinale Talent Campus 2005 lernten sich Heilika Võsu und Sandra Van Slooten kennen.
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