Blättern in der tschechischen Seele – Letzter Band der Tschechischen Bibliothek erschienen – 33 Bände seit 1999  

Stuttgart – 28. März 2007 

Mit dem Band "Die Hunde von Konstantinopel. Reisebilder" des großen tschechischen Autors Jan Neruda liegt die "Tschechische Bibliothek" nun geschlossen vor. Die "Tschechische Bibliothek", eine Initiative der Robert Bosch Stiftung, erscheint seit 1999 in der Deutschen Verlags-Anstalt unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Tschechischen Republik und des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Mit der "Tschechischen Bibliothek" leistet die Robert Bosch Stiftung einen Beitrag zur deutsch-tschechischen Verständigung und würdigt den großen tschechischen Beitrag zur europäischen Kultur. Für ihr Engagement in diesem Bereich erhielt sie 2005 die Auszeichnung "Gratias Agit" des tschechischen Außenministeriums. 

Die "Tschechische Bibliothek" zeigt ein Panorama tschechischer Literatur und Geistesgeschichte vor. Sie enthält vom Mittelalter bis zur Gegenwart neben Dichtung und Prosa auch Essays, philosophische und künstlerische Texte. Vier Bände sind der Dichtung gewidmet, ausgewählt von dem großen mährischen Lyriker und Nachdichter Ludvík Kundera. 22 Bände sind den Erzählern vorbehalten, darunter Bohumil Hrabal mit "Allzu laute Einsamkeit und andere Texte" (2003). Sieben Bände bieten Einblicke in das tschechische Geistesleben: Schriften tschechischer Philosophen, Schriften über Literatur und Kunst, Texte von Architekten und bildenden Künstlern und Musikerbriefe der berühmten tschechischen Komponisten Smetana, Dvořák, Janáček (2003). Die meisten Werke wurden erstmals ins Deutsche übersetzt und damit dem deutschen Leser der Zugang erst ermöglicht.  

Hinter den leinengebundenen Bänden verbergen sich namhafte deutsche und tschechische Bohemisten. Zahlreiche Publizisten, Hochschullehrer und mehr als dreißig Übersetzer gehören zum Mitarbeiterstamm. Geschäftsführender Herausgeber der Tschechischen Bibliothek ist Hans Dieter Zimmermann, Professor am Institut für Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin. Mitherausgeber sind Peter Demetz, Emeritus der Yale University New Haven, Jiří Gruša, Schriftsteller und Präsident des Internationalen PEN-Klubs, Peter Kosta, Professor der Slavistik an der Universität Potsdam, sowie der Berliner Übersetzer und Bohemist Eckhard Thiele, der die Tschechische Bibliothek entworfen und verantwortlich redigiert hat. 

Rudolf Jindrák, Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland zum Letzten Band der Tschechischen Bibliothek: "Dank der Unterstützung der Robert Bosch Stiftung wurde mit dieser Reihe ein einzigartiger Beitrag zur deutsch-tschechischen Verständigung geleistet. Ich kann allen Beteiligten und meinem Land nun möglichst viele interessierte Leser wünschen, die den Weg ins "Tschechische" aufsuchen werden." 

Zusätzlich zur Tschechischen Bibliothek hat die Robert Bosch Stiftung eine Reihe begleitender Veranstaltungen gefördert, wie eine Konferenz der Literaturübersetzer aus dem Tschechischen im Januar 2002, die deutsch-tschechische Übersetzerwerkstatt in Straelen im November 2003, eine Informationsreise für Buchhändler im Mai 2004 oder die "Prager Nacht", eine Entdeckungsfahrt durch die tschechische Literatur in zahlreichen deutschen Städten 2002 bis 2006. In Entsprechung unterstützt die Stiftung auch den Aufbau eines Hauses der deutschsprachigen Literatur in Prag. 

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