Kluft zum Wohl des Patienten überwinden.
Internationale Experten diskutieren Studienmethoden in der Komplementärmedizin
Wunsch und/oder Wirklichkeit? Hatte der Unternehmer Robert Bosch 1940 bei der Einweihung seines nach ihm benannten Krankenhauses das Ziel vorgegeben "[…] durch Forschung, Experiment und klinische Behandlung die homöopathische Heilweise zur vollen Höhe der Leistungsfähigkeit zu entwickeln, die gewonnenen Erkenntnisse in Lehre und Schrifttum auszuwerten", kamen 1977 die damaligen Leiter des Krankenhauses jedoch zu dem Schluss: "Mögen einzelne homöopathische Mittel irgendwann einmal ihre Wirksamkeit erweisen, die Homöopathie als System wird es sicher nicht."
In der Diskussion um die Wirksamkeit von komplementärmedizinischen Heilverfahren kommt der Qualität und Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Untersuchungen eine zentrale Rolle zu. Die Robert Bosch Stiftung hat daher aus Mitteln der Hans-Walz-Stiftung einen "Internationalen Workshop zu Studienmethoden in der Komplementärmedizin" veranstaltet. 29 Teilnehmer – Komplementärmediziner, konventionelle Mediziner, Biochemiker, Psychologen, Statistiker, Informatiker und Medizinhistoriker beschäftigten sich mit der Frage, ob es Studienmethoden gibt, die die Wirksamkeit von komplementärmedizinischen Behandlungsverfahren wissenschaftlich korrekt nachweisen und die sowohl von Schul- wie auch von Komplementärmedizin gleichermaßen anerkannt werden.
Der Austausch über geeignete Studienformen, die Identifikation möglicher Studienstandards sowie eine Annäherung der deutschen und internationalen Diskussion standen im Vordergrund bei den einführenden Vorträgen von Vertretern der Komplementär- wie auch der Schulmedizin, der Vorstellung und Diskussion von Studien aus verschiedenen komplementärmedizinischen Bereichen (Akupunktur, Homöopathie, Naturheilkunde) und der Präsentation etablierter und weniger etablierter Studienmethoden.Die Teilnehmer sollten sich auch mit der Frage befassen, ob und gegebenenfalls wie bestehende Studienstandards in der komplementärmedizinischen Forschung eingehalten werden.
Wie erwartet zeigte sich, dass nach wie vor viel Diskussionsbedarf zwischen Schul- und Komplementärmedizin bezüglich der Wahl geeigneter Studienmethoden besteht. So verwiesen insbesondere die Schulmediziner darauf, dass Studienmethoden der konventionellen Medizin, wie zum Beispiel randomisierte Doppelblindstudien, bei der Konzeption von komplementärmedizinischen Studien in Betracht gezogen werden sollten. Die Komplementärmediziner sprachen sich hingegen dafür aus, dass Studiendesigns in ihrem Bereich flexibel bleiben müssten, um den verschiedenen Aspekten und Fragestellungen dieser Behandlungsmethoden gerecht zu werden. Diese Flexibilität sei deshalb wichtig, weil die Wirksamkeit der Heilmethoden nicht ausschließlich mit Hilfe von konventionellen Studienmethoden untersucht werden könne. Viele Teilnehmer regten an, dass Studiendesigns auch stärker den kulturellen Kontext verschiedener Therapien – wie zum Beispiel die Erwartungen der Patienten und Ärzte an Therapien oder die Interaktion zwischen Patienten und Ärzten – berücksichtigen sollten.
Eines der positivsten Ergebnisse dieses Workshops war jedoch der erkennbare Wunsch der Teilnehmer, die Kluft zwischen konventioneller Medizin und Komplementärmedizin zu überbrücken.
(Oktober 2006, Michael Schwarz)
Wunsch und/oder Wirklichkeit? Hatte der Unternehmer Robert Bosch 1940 bei der Einweihung seines nach ihm benannten Krankenhauses das Ziel vorgegeben "[…] durch Forschung, Experiment und klinische Behandlung die homöopathische Heilweise zur vollen Höhe der Leistungsfähigkeit zu entwickeln, die gewonnenen Erkenntnisse in Lehre und Schrifttum auszuwerten", kamen 1977 die damaligen Leiter des Krankenhauses jedoch zu dem Schluss: "Mögen einzelne homöopathische Mittel irgendwann einmal ihre Wirksamkeit erweisen, die Homöopathie als System wird es sicher nicht."
In der Diskussion um die Wirksamkeit von komplementärmedizinischen Heilverfahren kommt der Qualität und Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Untersuchungen eine zentrale Rolle zu. Die Robert Bosch Stiftung hat daher aus Mitteln der Hans-Walz-Stiftung einen "Internationalen Workshop zu Studienmethoden in der Komplementärmedizin" veranstaltet. 29 Teilnehmer – Komplementärmediziner, konventionelle Mediziner, Biochemiker, Psychologen, Statistiker, Informatiker und Medizinhistoriker beschäftigten sich mit der Frage, ob es Studienmethoden gibt, die die Wirksamkeit von komplementärmedizinischen Behandlungsverfahren wissenschaftlich korrekt nachweisen und die sowohl von Schul- wie auch von Komplementärmedizin gleichermaßen anerkannt werden.
Der Austausch über geeignete Studienformen, die Identifikation möglicher Studienstandards sowie eine Annäherung der deutschen und internationalen Diskussion standen im Vordergrund bei den einführenden Vorträgen von Vertretern der Komplementär- wie auch der Schulmedizin, der Vorstellung und Diskussion von Studien aus verschiedenen komplementärmedizinischen Bereichen (Akupunktur, Homöopathie, Naturheilkunde) und der Präsentation etablierter und weniger etablierter Studienmethoden.Die Teilnehmer sollten sich auch mit der Frage befassen, ob und gegebenenfalls wie bestehende Studienstandards in der komplementärmedizinischen Forschung eingehalten werden.
Wie erwartet zeigte sich, dass nach wie vor viel Diskussionsbedarf zwischen Schul- und Komplementärmedizin bezüglich der Wahl geeigneter Studienmethoden besteht. So verwiesen insbesondere die Schulmediziner darauf, dass Studienmethoden der konventionellen Medizin, wie zum Beispiel randomisierte Doppelblindstudien, bei der Konzeption von komplementärmedizinischen Studien in Betracht gezogen werden sollten. Die Komplementärmediziner sprachen sich hingegen dafür aus, dass Studiendesigns in ihrem Bereich flexibel bleiben müssten, um den verschiedenen Aspekten und Fragestellungen dieser Behandlungsmethoden gerecht zu werden. Diese Flexibilität sei deshalb wichtig, weil die Wirksamkeit der Heilmethoden nicht ausschließlich mit Hilfe von konventionellen Studienmethoden untersucht werden könne. Viele Teilnehmer regten an, dass Studiendesigns auch stärker den kulturellen Kontext verschiedener Therapien – wie zum Beispiel die Erwartungen der Patienten und Ärzte an Therapien oder die Interaktion zwischen Patienten und Ärzten – berücksichtigen sollten.
Eines der positivsten Ergebnisse dieses Workshops war jedoch der erkennbare Wunsch der Teilnehmer, die Kluft zwischen konventioneller Medizin und Komplementärmedizin zu überbrücken.
(Oktober 2006, Michael Schwarz)